Adélia Maria Woellner

Veröffentlicht am 28. Dezember 2009

adelia-maria-woellner-kleinIn Ihren neuen Übergängen
Es gibt diejenigen, die immer noch daran glauben, dass das Glück nie zweimal an der selben Tür klopft. An meiner hat es geklopft, als ich das Privileg hatte, Adélia Maria Woellner zum zweiten Mal interviewen zu können. Und noch besser: diesmal live, in einer besonderen Ausgabe der Radiosendung “Revista Viva“.

Adélia erzählt über ihr neuestes Buch “Travessias“ und über die Kultur des Bundesstaates Paraná. Der Leser kann noch viel mehr über die Geschichte von Adélia Maria Woellner lesen, und zwar in unserem ersten Interview, welches im Portal des Verlages Protexto veröffentlicht wurde.

Interview: Tânia Gabrielli-Pohlmann ©
Deutsche Version: Tânia Gabrielli-Pohlmann + Clemens Maria Pohlmann ©

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Heute habe ich am Telefon, direkt aus dem Bundesstaat Paraná, im Süden Brasiliens, die Juristin, Professorin und Autorin Adélia Maria Woellner, die ich schon einmal für das Portal des Verlags Protexto interviewt habe. Apropos Protexto, es war genau wegen dieses Verlages, dass ich das Glück in meinem Leben gehabt habe, Adélia kennen zu lernen durch den Direktor von Protexto, Airo Zamoner.  In diesem Moment möchte ich meine Zärtlichkeit und meine grosse Bewunderung an Airo Zamoner senden, da er eine so engagierte Person für unsere Kultur ist. Aber Adélia überrascht immer und sie hat vor Kurzem noch ein Buch, welches vielen Menschen mit sich zu beschäftigen bringen wird. Guten Abend hier in Deutschland und Guten Tag da in Brasilien, Adélia, und herzlichen Danke für deine Aufmerksamkeit uns gegenüber!

Adélia Maria Woellner
Guten Tag, Tânia! Danke sage ich, für das Privileg, mit dir live zu reden, und alle unsere Geschwister, seien sie Deutsche, Brasilianer und aller anderen Staatsangehörigkeiten ansprechen zu können, die uns in diesem Moment hören. Die Emotion ist im Ganzen bei mir, mit dir in deiner Sendung zu sein. Danke für die Hochachtung!

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Wie kamst dazu, dein neues Buch “Travessias“ zu schreiben? (“Travessias“ bedeutet “Übergänge“)

Adélia Maria Woellner
Das Buch “Travessias“ ist so zu sagen ein zweiter Teil jenes Buches, welches ich dir geschickt hatte, “A Menina que Morava no Arco-Íris“ (“Das Mädchen, das im Regenbogen wohnte“). Ich habe einen Menschen kennen gelernt, Isabel Telles, die nicht versteht wie, aber sie hat die Gabe die Bilder des Unbewussten zu lesen. Das erste Mal, als ich mit ihr geredet habe, las sie einige Bilder und diese Bilder sind im Buch “A Menina que Morava no Arco-Íris”.

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Wirklich, Adélia, das ist ein Buch, welches uns ermöglicht,  in dass innere Universum einzutauchen…

Adélia Maria Woellner
Ja… Als ich die beiden Bücher geschrieben habe, war meine Absicht, mein Unbewusstes im Ganzen  zu entblössen. Durch die von Isabel gelesenen Bilder habe ich festgestellt, dass ich mein ganzes Unbewusstes ehrlich und offenherzig den Lesern zeigen könnte, damit jeder merkte, dass wir manchmal sehr intensiv in Harmonie mit unserem Unbewussten arbeiten – und damit erreichen wir gute Ergebnisse – oder, wie wir manchmal widerstehen, also unser Bewusstes übt Widerstand gegenüber unserem Unbewussten und dann leiden wir, dann erreichen wir keine guten Ergebnisse, dann kämpfen wir. Daher meine Absicht, mich so offen preisgegeben zu haben. Sieh mal, nicht nur meine Gedanken – sondern auch meine Seele ist im Buch “Travessias” dargelegt worden. Das ist es, was ich am Tiefsten meines Wesens habe, was ich im “Travessias” gestellt habe.

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Tja, Adélia, es war wirklich eine mutige Tat… Also, nicht nur das Erste, auch nicht das Zweite, sondern das Dritte, wenn wir an dein Buch “Luzes no Espelho” denken, oder?

Adélia Maria Woellner
travessiasJa… Das Erste war schwieriger, gebe ich zu. Das Buch “Luzes no Espelho” war eine schmerzvollere Arbeit, weil es das Ergebnis einer therapeutischen Arbeit ist, an welcher ich teilgenommen habe. Dabei haben wir nicht mit Wörter gearbeitet, sondern viel mehr in der Psychomotrizität zentriert, aber trotzdem mit vielen und sehr starken  psychologischen, emotionellen, affektiven Inhalten beschäftigt. Und als ich mich dafür entschieden habe, das Buch zu schreiben, würde ich das alles wieder hoch bringen. Also, sogar deswegen wurde das Schreiben dieses Buches länger verschoben. Es war fast wie eine zweite Therapie, als das Buch begann geschrieben zu werden. Da habe ich wirklich Fakten niedergeschrieben, die im Alltag erlebt wurden, von meiner Kinderzeit ab, über die Adoleszenz, als Erwachsene, die Schwierigkeiten in der Ehe, die Familie… Es war auch eine Übung des Öffnens meines Herzen, meiner Emotion, und genau das war meine Absicht dabei: Dass die Menschen mein Inneres sehen könnten, mich in meiner linken Seiten sehen könnten, und dass sie auch wahrnehmen könnten, dass es trotz aller Schwierigkeit immer eine Lösung gibt. Es gibt immer einen Weg, eine Möglichkeit, dass wir uns klären, dass wir unsere Emotionen verbessern, dass wir die schwierigen Dinge entfernen, damit wir uns mit dem Leben unter eine andere Sicht konfrontieren können… Das heisst dann, es gab auch die Absicht, Menschen auch durch das Buch “Luzes no Espelho” (“Lichter im Spiegel”) zu helfen.

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Adélia, dein neues Buch “Travessias” bietet schon ab seinem Umschlag Überraschungen an. Es sind schon aussergewöhnliche Inhalte auch im Umschlag zu deuten: Es sind zwei völlig unterschiedlichen Landschaften zu sehen: Auf dem unteren Teil, ein blaues, helles und lebensvolles Meer. Auf dem oberen Teil: eine graue von oben gesehene Landschaft. Beide werden durch eine rustikale Näht miteinander verbunden. Auch das Design der Seiten ist aussergewöhnlich: jede Seite ist in zwei Teile getrennt. Man kann entweder den oberen Teil zuerst lesen, also der Teil bezieht sich auf den Inhalt des Unbewussten; dann kann man den unteren Teil danach lesen, das heisst, der Teil stellt den Inhalt des Bewussten dar. Eigentlich hat der Leser mindestens drei verschiedenen Möglichkeiten, dieses Buch zu lesen: Entweder die oberen Teilen der Seiten im Ganzen zuerst zu lesen, und dann die unteren; oder umgekehrt und noch beides in der Sequenz…

Adélia Maria Woellner
Genau so ist es… Ich denke, der Leser bekommt eine Ahnung über das Funktionieren des Unbewussten und seiner Bilder, wenn er zuerst die oberen Teilen der Seiten liest. Schon in den unteren Teilen, biete ich meine Arbeit mit meinem Bewussten, der mal mein Unbewusstes annimmt, mal bietet er ihm Widerstand, als ob mein Bewusstes mit meinem Unbewussten streiten würde. Das führt die Menschen dazu, eine Ahnung davon zu bekommen, was das Unbewusste und was das Bewusst sei, weil das alles bringt uns manchmal so viel Schwierigkeiten… Man spricht so viel über Unbewusst, Bewusst, aber nicht immer identifiziert man, was jeder sei   und welche die Grenzen davon seien. Daher, das Lesen jedes Teils getrennt, könnte diese Mechanismen zeigen.
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Tânia Gabrielli-Pohlmann
Interessant dabei, Adélia, ist zu merken, dass wenn man den Teil des Unbewussten zuerst liest, dann wird der Unterschied, das Spiel untereinander und die Widerstände sehr deutlich. In manchen Momenten bekommt man das Bedürfnis, eine Pause zu machen und in uns zu schauen, was das Bewusste dazu sagt, oder zu zeigen hat. Dadurch kann man sich selber besser kennen. Also, für mich war es sehr deutlich. Es ist erstaunlich, wie der Mensch Angst vor sich selbst hat, nicht wahr?

Adélia Maria Woellner
Genau. Als du das alles sagtest, fiel mir ein, wie unser Unbewusstes reich ist, wie es wunderschön, poetisch, voll Kunst  ist, und wie intensiv wir ihm leider nicht erlauben, frei zu fliessen. Wir leben so oft in Hektik, beschäftigt mit der konkreten und materiellen Aktivität, und wir vergessen, dass wir einen erheblichen Reichtum haben, der in uns und  ungefördert ist. Und dieser Reichtum ist genau da für uns, uns wir geben ihm die verdiente Aufmerksamkeit nicht, oder wir erlauben ihm nicht, das ist die Wahrheit, wir erlauben nicht, dass dieser ganze Reichtum hoch kommt und nach draussen fliesst. Daher denke ich auch, dass im “Travessias” heisst der Versuch, eine solche Botschaft wie folgt zu hinterlassen: “Erlaube es, dass dein Unbewusstes zum überfliessen komme”. Man wird sehen, wie angenehm es ist, dieses Unbewusste hoch kommen zu lassen, weil es “so Kunst”, so poetisch und so musikalisch ist! Natürlich können viele Schmerzen da sein, aber normalerweise bringt es uns die Dinge, die wir wirklich brauchen. Apropos, fiel ich mich den Satz von C.J. Jung ein, den ich im Buch auch inseriert habe: “Ich bin das Unbewusste, das sich verwirklicht hat”. Mein Gott, was für eine schöne Aussage zu machen! Daher ist das eine Einladung an die Menschen, dass sie keine Angst haben, dass sie Mut haben, weil wir innerlich sehr viel schöner sind, als wir glauben…

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Eben. Apropos den künstleriechen Aspekten des Unbewussten, kann man sagen, dass du deinem Unbewussten sehr intensiv fliessen lässt, auch bei neuen Herausforderungen, wie Liedertexte zu schreiben… Die CD, die ich heute in der Sendung spiele, Adélia, die “Coisas do Paraná”, von Beto Capeletto und Reinaldo Godinho, habe ich schon in einer besonderen Ausgabe der Sendung “Brasil com S” im Ganzem präsentiert. Also, ich möchte in diesem Punkt unseres Interview dann unseren Zuhörern und Lesern erzählen, dass du nicht nur Prosa, Biografien schreibst, sondern auch noch Gedichte, Essays, Liedertexte, dass du nicht nur organisierst, sondern auch an vielen Veranstaltungen und Ausstellungen teilnimmst,  dass du auch sozial engagiert bist, durch deine Sozialen Projekte. Und natürlich muss ich einfach noch etwas erwähnen: die fantastische Person, die du bist, ein Mensch, der egal aus welcher Distanz glänzt. Immer wenn ich hier in Deutschland deine E-Mails bekomme, da kann ich sofort dein Licht sehen. Es ist mir eine Freude, das meinem Publikum erzählen zu dürfen!

Adélia Maria Woellner
Ach was,  Tânia, jetzt bin ich berührt… So viel verdiene ich nicht… Es ist deine Zärtlichkeit, die mich so sieht. Aber die Frage der Musiktexte war sehr interessant, weil ich mir nie vorgestellt hatte, dass ich so etwas schreiben könne. Dann eines Tages fand Beto (Capeletto) ein Gedicht von mir in einer meiner Bücherlein, die du gut kennst, und er hat es vertont. Dann rief er mich an, mit der Bitte Texte für ein paar seiner Musikstücke zu schreiben. Es begann mit den Liedern “Helena Kolody”, “Curitiba” und “Lapa”. Und ich hatte ihm gesagt: “Ich kann es nicht!” und er sagte: “Kannst du!” und ich sagte wieder: “Kann ich nicht!” aber er:”Kanst du doch! Versuch es einmal!”. Da war ein grosser Vergnügen, als ich die Musik mit von mir geschriebenen Texten gehört habe. Die Emotion ist unbeschreiblich, ein musiziertes Gedicht zu hören. Es ist ganz anders! Es ist wirklich nicht zu erklären, weil es etwas so intensiv, so tief, dass man kaum erklären kann. Und ich bin sehr froh damit. Und noch wegen der Hommage an Helena Kolody, natürlich… Helena, eine hervorragende Dichterin, eine wunderbare Freundin… Es hat mir sehr gut getan, ihr eine Hommage schreiben zu können…

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Es tut gut, den Menschen sagen zu können, dass wir sie lieben, wenn man dazu den Mut hat, besonders durch die Kunst. Adélia, wir nehmen die Kurve dieser CD, die dem Bundesstaat Paraná gewidmet ist, um ein bisschen über das Bundesstaat Paraná zu reden… Heute haben auch die Zuhörer, die Portugiesisch lernen, seien sie Deutsche, Österreicher, Schweizer, oder aus anderen Ländern, eine ganz besondere Gelegenheit, von einem sehr interessanten Aspekt dieser Sendung zu profitieren. Ich rede hier über deinen Akzent… Es ist Portugiesisch mit einem sehr charmanten Akzent heute hier zu hören… (Lachen…)

Adélia Maria Woellner
(Lachend) Stimmt… Und dieser Akzent unterscheidet sich von allen anderen in ganz Brasilien, weil wir aus Paraná die Gewohnheit haben, das “e” am Ende der Wörtern sehr deutlich auszusprechen. So dass man sehr oft mit “leite quente” Spass macht, weil wir das “e” am Ende der Wörter sehr “rundchen” aussprechen…   
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Tânia Gabrielli-Pohlmann
Ja. Zum Beispiel wir aus São Paulo, oder die Cariocas (aus Rio de Janeiro) sagen etwas wie “leitschi quentschi” und ihr aus Paraná sprecht das “e” sehr deutlich aus und wir machen darüber immer Witze. Ihr habt einen Rhythmus und eine Aussprache, die so ganz anders sind. Ein anderer interessanter Fakt, warum einiges mit dem Bundesstaat Paraná nicht richtig verbunden wird Zum Beispiel: Der Foz do Iguaçu ist in Deutschland bekannt, aber hier macht man kaum die Verbindung davon zum Bundesstaat Paraná. Curitiba ist immer Thema in São Paulo, aber wir verbinden die Stadt auch nicht mit dem Bundesstaat Paraná. Es wird nicht sofort die Verbindung Foz do Iguaçu  -Paraná, oder Curitiba – Paraná hergestellt. Also, ich weiss nicht, ob es in anderen brasilianischen Regionen so ist, aber das ist mir in den Regionen, die ich in Brasilien kenne, aufgefallen und auch in Curitiba, wo ich drei Jahre gelebt habe. Stimmt das, oder ist das nur meine Impression dazu?

Adélia Maria Woellner
Das stimmt nämlich. Ich vermute, es sei so, weil Curitiba eine internationale Projektion als Ökologische Hauptstadt erreicht hat. Es ist so, als ob sie (Curitiba) per se, ganz individuell, diese Projektion ohne sich zum Bundesstaat zu verbinden erreicht hätte. Das kann man auch durch weitere Faktoren erklären. Es sieht aus, dass der Paranaense (Mensch im Bundesstaat Paraná geboren) es nicht zu vermitteln schafft, und das sowohl Brasilien entlang als auch zur Welt, die Kraft-Zustand, der das Bundesstaat Paraná hat. Es ist als ob Paraná sich verstecken würde, als ob Paraná sehr scheu wäre – ich glaube, ich habe das richtige Wort – es ist als ob das Bundesstaat in seiner Scheu zurückhalten würde, und nicht wagen würde, zu zeigen, alles was es ist. Curitiba überragte durch diese Geschichte und ihr Ruhm als Ökologische Stadt  ganz alleine und Paraná trat nicht dabei auf. Es ist als ob sie (Curitiba) unabhängig wäre – ein gesonderter Teil Paranás.

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Da fällt mir noch etwas ein… Du lebst sehr nah zu Curitiba, aber Curitiba liegt nicht so nah zu  Foz do Iguaçu. Also, was hat Piraquara mit Foz do Iguaçu zu tun, trotz einer so grosser Distanz?   

Adélia Maria Woellner
Ok… Also… Piraquara hat alles mit Foz do Iguaçu zu tun. Ich muss vorher erklären, dass ich in Curitiba geboren bin, aber ich lebe in Piraquara… Piraquara liegt östlich von Curitiba, nah zu der Küste, bei dem Gebirge. Sie ist jedoch eine Umwelt geschützte Stadt; 75% der Oberfläche von Piraquara, die Stadt  in der ich lebe, ist Umweltgeschützt. Daher hast du eine Ahnung von ihrer Wichtigkeit. Und dazu gehört noch was Wichtiges: Wir haben in Piraquara 1.116 Quellen, die 1.300 Km lang fliessen und die dann die Cataratas do Iguaçu (Wasserfälle von Iguaçu) bilden. Der Fluss Iguaçu, der  hier in Piraquara entsteht, der mehr als Tausend Quellen hier in den Gebirgsregion von Piraquara hat… Quellen die sich verbinden und die 1.300 Km weit entfernt, die berühmten Cataratas do Iguaçu formen. Das heisst: Piraquara ist die Wiege der Cataratas do Iguaçu.

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Das ist eine sehr wichtige Region, die für an der Umwelt Interessierte ein Muss ist…   

Adélia Maria Woellner
Eben, und nur eine Ahnung zu haben: Piraquara ist auch als “Capital das Águas” (“Hauptstadt der Wässer”, also das Wort “Wasser” hat in Portugiesisch auch Mehrzahlform, und der deutsche Begriff “Gewässer” hat in Portugiesisch eine andere Bedeutung”)  bekannt, weil sie Curitiba und Landkreis mit mehr als 60% des Gebrauchswasser versorgt.

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Ach, Adélia, wir hätten Themen für länger als drei Stunden Sendung bestimmt… Also, wenn ich erzähle würde, alles was du schon gemacht hast und was du immer noch machst, und alles über die Reichtümer im Bundesstaat Paraná, würden wir Jahrelang am Mikrofon stehen… Aber bevor die Zeit uns noch schneller überrascht, habe ich noch eine Frage über die Kultur des Südens unseres Brasiliens… Man hört immer, dass Fandango aus dem Bundesstaat Rio Grande do Sul sei. Als ich in Rio Grande do Sul gelebt habe, hörte ich es sehr häufig. Danach, als ich in Curitiba gelebt habe, hörte ich immer wieder, dass Fandango aus Paraná käme. Jetzt, werde ich entweder von den Gaúchos (Menschen in Rio Grande do Sul geboren) oder von den Paranaenses geschlagen… (Lachen). Los, Adélia, erzähle uns endlich die Wahrheit: Ist der Fandango gaúcho, oder gehört Fandango dem Bundesstaat Paraná?

Adélia Maria Woellner
Fandango ist ein typischer Tanz aus Paraná. Apropos: Der Chimarrão (Mattetee in einer besonderen Art und Weise vorbereitet und in besonderen Behalter getrunken), der in Rio Grande do Sul so beliebt ist, hat seinen Ursprung auch in Paraná und wurde von den Tropeiros nach Rio Grande do Sul als Kultur exportiert. Das heisst: Chimarrão gehört auch Paraná… Jetzt habe ich ein Geheimnis erzählt! (Lachen)

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Da wird es Streiterei geben… Also, damit wir den Streit berühigen, dann sende ich in diesem Moment eine dicke Umarmung an zwei Familien im Süden Brasiliens, die ich sehr liebe: Im Paraná, die Familie Zamoner und in Rio Grande do Sul, die Familie Hoffmann, direkt zum Schriftsteller Nelson Hoffmann und seiner Tochter (auch Autorin) Inês Hoffmann. Adélia, es war mir eine riesige Freude, dich wieder interviewen zu dürfen. Einige dicke Umarmung auch für dich!

Adélia Maria Woellner
Gerne werde ich deine Umarmungen weiter leiten. Ich fühle mich auch von dir ganz liebvoll umarmt. Ich hoffe, dass alle Menschen, die uns hören, die Wärme meines Herzen und das Licht meiner Seele erhalten und zwar in ihrer ganzen Intensität und zusammen mit meiner Dankbarkeit. Gott mag allen segnen, mit viel Anmut – dir insbesondere, Tânia, für die Zärtlichkeit, die du mir immer widmest. Natürlich auch an Clemens!

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Die Frage, mit welcher ich jedes Interview beende: “Welche ist die soziale Rolle des Künstlers, besonders des brasilianischen Künstlers, hatte Adélia schon in ihrer ersten Interview beantwortet, welches Sie, lieber Leserinnen und Leser, auch >>> hier lesen können.