Rosas de Ouro

Veröffentlicht am 10. November 2009

Allgemeine Daten der Sambaschule Escola de Samba Rosas de Ouro

bandeira-rosas-do-ouroGegründet: 18. Oktober 1971
Vereinsfarben: Türkis/Rosa/Weiss
Aus dem Stadtteil: Vila Brasilândia

Präsidentin: Angelina Basilio
Karnevalist/In: André Cezari
Sänger: Darlan Alves Carneiro
Leiter der Perkussions-Gruppe (Mestre de bateria): Rafael Oliveira
Begleiter der Fahnenträgerin (Mestre-sala): Marquinhos
Fahnenträgerin (Porta-bandeira): Isabel
Königin der Perkussion (Rainha da Bateria): Ellen Rocche

Samba-Enredo 2017 (Themen-Samba)
Convivium. Sente-se à mesa e saboreie
Convivium. Nimm am Tisch Platz und koste

Zahlen Karneval 2017
Mitwirkende: 3.000
Alas (Themen-Gruppen zu Fuss): 27
Allegorische Wagen: 5

Probelokal: Av. Cel. Euclides Machado, 1066 – Freguesia do Ó
Proben: Sonntags ab 19h
Quadra: Av. Cel. Euclides Machado, 1066 – Freguesia do Ó
Telefon: (11) 3931 – 45555

Karnevalssieger Grupo Especial
2010, 1994, 1992, 1991, 1990, 1984, 1983

Highlights Karnevalsparade 2017

Impressionen Karnevalsparade 2016

Aus der Vereinsgeschichte

Der Name der Schule „Rosas de Ouro“ wurde durch die Auszeichnung inspiriert, die Papst Leo XIII 1888 Prinzessin Isabel in Form einer Rose aus Gold für die Abschaffung der Sklaverei zukommen liess. Die Schule wurde 1971 im Stadtteil Vila Brasilândia gegründet und gewann seitdem sechsmal den Meistertitel, davon dreimal in den Neunziger Jahren (91, 92 und 94).

2006 zeigte die Schule in der Avenida ein Thema, das sich mit der Rassenfrage und der Sklaverei beschäftigt: „A Diáspora Africana – Um Crime Contra a Raça Humana“ – “Die afrikanische Diaspora – ein Verbrechen gegen die menschliche Rasse”.

Die sechsmaligen Champions stellten die Präsentation 2010 unter das Motto „O Cacau é Show“ (Der Kakao ist eine Show!) und boten dabei sogar flüssige Schokolade in einem kleinen Springbrunnen auf. Alles in allem war es eine wahrhaft süsse Angelegenheit und auch die knapp bekleideten Schönheiten inmitten der 3.500 Teilnehmer sahen zumindest für das männliche Publikum zum Anbeissen aus.

Neben den 22 Kostümgruppen bestachen jedoch die vier Allegoriewagen mit reichhaltigen Details zum Thema Kakao und Schokolade. Vom Kampf um die gelben Bohnen durch die spanischen Eroberer bis hin zur modernen Herstellung des Endorphine im Gehirn ausschüttenden Genussmittels wurde die gesamte Geschichte auf farbenfrohe Weise nachgezeichnet. Selbst die Schweiz war als grosser Schokoladenfabrikant mit einzigartigen Kostümen präsent.

Das Motto der 2011 Parade lautete „Sesam öffne dich – das Passwort des Glücks“. Mit gewohnt farbenfrohen Kostümen und detailreichen Motivwagen schaffte es die Schule jedoch in letzter Minute, die Parade in der vorgeschriebenen Zeit zu absolvieren. Teilnehmer der Präsentation verteilten zudem Glückskekse an das Publikum. Zigeuner, Ali Baba, Kleeblätter und Feigen waren zusätzliche Elemente, welche die Formel für Glück und Geldsegen symbolisieren sollten.

Auch das brasilianische Model Ellen Roche stand wieder der Perkussionsgruppe vor und absolvierte damit im elften Jahr in Folge als „Rainha da Bateria“ die Paradestrecke. Der 7. Schlussrang war das ernüchternde Ergebnis der Siegerschule von 2010.

Zur Feier ihres 40-jährigen Bestehens erzählt die “Rosas de Ouro“ (Goldene Rosen) am Karneval 2012 die erfundene Geschichte des ungarischen Königs Janos. Im Sambadromo wird “Das Reich der Gerechten“ (Thema der Schule) von den Mächten des Bösen infiltriert, und der König flieht auf der Suche nach einem neuen Land – Brasilien.

Das Thema ist eine Ehrung des Unternehmers und Entertainers Roberto Justus, der im letzten Wagen an der Parade teilnahm – als ungarischer König Mattias Corvinus, “Der Gerechte“. Die Goldenen Rosen konnten ihr 40-jähriges Jubiläum nicht mit einem Sieg feiern. Sie wurden hinter Mocidade Alegre knapp Zweiter.

Rosas de Ouro präsentierte 2013 im Sambadromo von Anhembi die grössten Volksfeste der Welt mit dem Thema “Os condutores da alegria numa fantástica viagem aos reinos da folia“ (Die Dirigenten des Frohsinns: auf einer fantastischen Reise ins Reich der Narretei.)

Eröffnete wurde die Parade mit einer Ehrung der afrikanischen Trommeln, und schuf mit deren Rhythmus die Basis für die anderen Festlichkeiten rund um den Globus. Noch im Wagen “Abre-alas“ zeigten sie eine Show des “Aloha Festivals“, das in Hawaii stattfindet.

Weiter wurden europäische Feste präsentiert – mit Hervorhebung des spanischen “Fallas de Valencia“, dem traditionellen “Carnaval de Veneza“ und anderen festlichen Darbietungen des Alten Kontinents. Die Feste des Orients wurden aufs Korn genommen, wie das “Masken-Fest“ auf den Philippinen, das “Neujahrsfest“ in China, das einen besonderen Platz in einem Wagen mit Drachen bekommen hatte.

Die Zeremonie des “Dia dos Mortos“ von Mexiko, mit bunten Kostümen war ein weiteres Sujet, wie einem Block der exklusiv den brasilianischen Festen gewidmet war – aus den fünf Regionen Brasiliens: “Feste junina“ aus Campina Grande – “Bois de Parintins“ aus Amazonien, “Natal de Gramado“ das Weihnachtsfest in Rio Grand do Sul, “Cavalhadas de Mato Grosso“ und der Karneval von São Paulo und Rio de Janeiro.

Mit 268,9 Punkten lagen sie in der Schlussabrechnung gleichauf wie die Sieger Mocidade Alegre. Im Fall von Punktegleichheit gilt folgende Regel:

Die Mocidade Alegre hat in der Bewertung der Jury die gleiche Punktzahl erreicht wie die Rosas de Ouro, hatte aber in der vergleichsweisen Bewertung des Karnevals-Themas, (also in diesem Fall die “Infragestellung der Dogmen der Menschheit“ gegen “Die grössten Volksfeste der Welt“) die Nase vorn – und dies gab den Ausschlag.

Im Fall von Punktegleichheit in der Endauswertung gibt es eine Regel, nach der dann bestimmte Einzelwertungen zum Vergleich herangezogen werden, und die sind nach ihrer Bedeutung gestaffelt. In diesem Fall stand die Mocidade Alegre in der bedeutendsten Einzelwertung, dem Thema, eben ein bisschen besser da als die Rosas de Ouro und gewann deshalb zum zweiten Mal hintereinander den Titel.

Die aktuellen Vize-Champions Rosas de Ouro brachten 2014 Fofão, Capitão América und Zé do Caixão auf die Avenida. Die Schule setzte auf ein nostalgisches Thema, das sie “Inesquecível“ (Unvergesslich) betitelt hat – damit liessen sie auf der Avenida des Sambadroms eine bunte Reihe von Persönlichkeiten, TV-Helden und Comic-Figuren wieder lebendig werden, die sich in die Erinnerung der Brasilianer eingeprägt haben.

Mitglieder der Front-Kommission der Schule erweckten u.a den Formel-1-Piloten Ayrton Senna zum Leben – des Weiteren den Entertainer Chacrinha und die Sängerin Carmen Miranda.

Mit Referenzen auf die Kindheit präsentierte der zweite allegorische Wagen die Sängerin Simony vom “Balão Mágico“ (TV-Serie) und den unvergesslichen “Fofão“. Mit dabei waren auch die “Turma da Mônica“ (Comic-Figuren), das “Sitio do Pica-Pau Amarelo“ (TV-Kinderserie) und der Clown “Patati Patata“. Und weil Schrecken und Angst ebenfalls unvergessliche Momente des Lebens darstellen, präsentierte der dritte Wagen José Mojica, den “Zé do Caixão“ (eine Horror-Figur vom Typ Vampir mit Sarg).

Klassische Helden der Terrors, wie “Chucky, das mörderische Spielzeug“, Freddy Krüger und Jason Voorhees wurden ebenfalls wiederbelebt in einer der “Alas“ dieser Parade.

Auch in diesem Jahr sollte es um ein paar Pünktchen nicht reichen und Rosas de Ouro wurden zum 2-Mal in Folge Vize-Meister in São Paulo.

Als einer der Favoriten ging der dreifache Vize-Champion Rosas de Ouro mit dem Samba-Thema: „Depois da tempestade, o encanto!“ (Nach dem Unwetter, der Zauber – oder das Entzücken!) auf die Piste. Auch er entführte mit einer tollen Darbietung in die Welt der Legenden und Fabeln.

Mit phantastischen Allegorien und Kostümen zum Königreich des Zauberers von Oz begeisterten sie das Publikum. Mit dabei waren die Vogelscheuche, die gerne Verstand hätte, der Blechmann, dem das Herz fehlt, und der ängstliche Löwe. Nach dem Motto “Der Mut steckt in uns“ wurde der Ala des Löwen von Rollstuhlfahrern angeführt.

Es wurde am Ende der 3. Schlussrang für die Schule aus dem Stadtteil Vila Brasilândia.

Rosas de Ouro präsentierte nackte Parademitglieder im Sambódromo von Anhembi. Als vierte Schule auf der Avenida, hinterliess die Rosas de Ouro ihre persönliche Marke beim Karneval 2016 in São Paulo, mit einem aktuellen Thema: die Tätowierung.

Mit dem Thema “Arte à Flor da Pele. A Minha História Vai Marcar Você“ (Kunst direkt auf der Haut. Meine Geschichte wird dich prägen) demonstrierte die Schule aus dem Stadtteil Freguesia do Ó die Geschichte jenes modischen Trends, die unterschiedlichsten Figuren, Sprüche und Designs in die menschliche Haut zu ritzen und einzufärben.

267,6 Punkte standen am Schluss auf dem Konto, was den 10. Platz bedeutete.

Rosas de Ouro beendete die Paraden 2017 der Elitesambaschulen São Paulos. Die hat dazu eingeladen, am Tisch Platz zu nehmen – “Convivium. Sente-se à mesa e saboreie“ (Convivium. Nimm am Tisch Platz und koste) und mit überschwänglichen Kostümen und eindrucksvollen Alegorien einen Streifzug durch Geschichte und Bedeutung der Kulinarie geboten.

Eine Besonderheit war die Beteiligung von Kindern mit Behinderungen in verschiedenen Alas. Die Darbietung brachte Rosas de Ouro auf den 5. Schlussrang.