Águia de Ouro

Veröffentlicht am 10. November 2009

Allgemeine Daten der Sambaschule G.R.C.S. Escola de Samba Águia de Ouro

bandeira-aguia-do-ouroGegründet: 09. September 1975
Vereinsfarben: Blau/Weiss
Aus dem Stadtteil: Pompéia, Lapa und Água Branca

Präsident: Sidnei Carrioullo Antônio
Karnevalist/In: André Marins und Amarildo de Mello
Sänger: Douglinhas
LeiterIn der Perkussions-Gruppe (Mestre de bateria): Mestre Juca
Begleiter der Fahnenträgerin (Mestre-sala): Kawan Alcides
Fahnenträgerin (Porta-bandeira): Ana Paula
Königin der Perkussion (Rainha da Bateria): Cinthia Santos

Samba-Enredo 2017 (Themen-Samba)
Amor com amor se paga. Uma história animal
Liebe zieht Liebe nach sich. Eine tierische Geschichte

Zahlen Karneval 2017
Mitwirkende: 3.000
Alas (Themen-Gruppen zu Fuss): 20
Allegorische Wagen: 5

Probelokal: Av. Francisco Matarazzo, 1986 – Pompéia
Proben: Sonntags ab 20h
Quadra: Av. Francisco Matarazzo, 1986 – Pompéia
Telefon: (11) 3872 – 8262

Karnevalssieger Grupo Especial
Fehlanzeige

Highlights Karnevalsparade 2017

Impressionen Karnevalsparade 2016

Aus der Vereinsgeschichte

Diese Schule repräsentiert die Stadtviertel Pompéia, Lapa und Água Branca. Águia de Ouro (Goldadler) wurde 1976 gegründet. Die Schule erreichte 2001 den sechsten Platz und damit ihre beste Klassifikation in der Ersten Liga mit dem witzig behandelten Thema “De Salém a Brasília, O Que Vale É a Bruxaria“ – “Von Salem bis Brasília, was gilt, ist die Hexerei”. Nachdem die Schule 2003 mit dem zwölften Platz dem Abstieg gefährlich nahe kam, gelang ihr 2004 der Sprung auf den siebenten Platz. Sind 2009 von der Gruppe „Acesso“ in die „Grupo Especial“aufgestiegen.

Die Aufsteiger aus der Grupo A wollen unbedingt in der höchsten Gruppe verbleiben und stellten ihre Präsentation 2010 unter das Motto “Ribeirão Preto, região à frente do seu tempo: da mineração ao agronegócio, terra de liberdade e riqueza“ (Ribeirão Preto, eine Region, deren Zeit kommen wird: Minen und Agrarwirtschaft, Erde der Freiheit und des Reichtums). So erlebten die Zuschauer einen Streifzug durch die nördlich von São Paulo gelegenen Region, bei der die malerischen Flüsse genauso thematisiert wurden wie die von afrikanischen Sklaven mitgebrachten Mythologien.

Gemäss dem Motto „Unter Hochspannung – der Goldene Adler hat Feuer“ wurde 2011 die Geschichte dieser heute ganz selbstverständlichen exothermen Reaktion präsentiert. Um jedoch die Hitze auch auf den Zuschauer zu übertragen, war ein Allegoriewagen speziell mit riesigen Bildschirmen ausgestattet worden, auf denen endlos Flammen loderten. Auch ein nachgebildeter 12 Meter hoher Vulkan, der allerdings echte Flammen ausstieß, sorgte für Begeisterung beim Publikum. Auch die Gefahren des Feuers wurden thematisiert. So mahnte die Schule die immer noch anhaltenden Brandrodungen im Regenwald an, erinnerte aber zeitgleich auch auf historische Ereignisse wie das von Kaiser Nero angezündete Rom oder die Verbrennung der Jungfrau von Orleans.

Eine Parade, ausgelassen und bunt, mit dem Thema “Tropicália da Paz e Amor! O Movimento que não acabou!“ (Tropicália des Friedens und der Liebe! Eine Bewegung die noch nicht zu Ende ist!) präsentierte die Samba-Schule “Águia de Ouro“ beim Karneval 2012 im Sambadrom von Anhembi, zu Ehren der “tropicalistischen Bewegung“ der 60er und 70er Jahre.

Nach Aussage des Karnevalisten Cláudio Cavalcante, Spitzname “Cebola“ (Zwiebel), dem Komponisten des Themen-Samba 2012, erwartet man in diesem Jahr eine bessere Platzierung als den Sechsten Platz von 2011 oder den Vierten Platz von 2007 – letzterer die beste Platzierung der Schule überhaupt. 2012 ging sein Wunsch nicht in Erfüllung, denn Águia de Ouro wurde Drittletzter und entging knapp dem Abstieg in die Grupo Acesso.

Die Samba-Schule “Aguia de Ouro“ (Goldener Adler) ehrte 2013 den Sänger und Komponisten João Negueira. Einer der Komponisten des Themen-Sambas “Minha missão. O canto do Povo. João Nogueira“ (Meine Mission. Der Gesang des Volkes. João Nogueira.) ist Dioge Nogueira, Sohn des geehrten Sambista. Der Interpret war Serginho do Porto. Absicht war es, so der Karnevalist Cebola, das Publikum mit der Biografie und den Platten des Sängers bekannt zu machen.

Geboren im Stadtteil Meier, in Rio de Janeiro, starb João Nogueira an einem Herzinfarkt. Zu jener Zeist plante er eine Show in São Paulo, aus der man eine DVD machen wollte. Beth Carvalho, Zeca Pagodinho, Arlindo Cruz, Ivone Lara und andere Freunde des Sambista setzten das Projekt fort, und die Aufnahme der Show ergab die Platte “João Nogueira através do espelho“ (João Nogueira im Spiegel).

Auf dem letzten Wagen befand sich dann Diogo Nogueira, in einem komplett verspiegelten Kostüm. “Eine Ehrung des Songs von João Nogueira. Es ist als ob er seinen Stab an den Sohn Diogo weitergegeben hat“, erklärt der Karnevalist Claudio Cavalcante (Cebola).

Auch ohne die Präsenz vieler Berühmtheiten, glaubt Cebola, “dass der grosse Stern dieser Parade João Nogueira selbst sein wird“, repräsentiert von seinem Sohn und seiner Geschichte. “Jeder Teil der Parade wird an João Nogueira erinnern“, sagte er vor der Präsentation. Der 3. Schlussrang wird bei den Anhängern der Águia de Ouro und dem Karnevalist Cebola mit Sicherheit auch noch lange in guter Erinnerung bleiben.

Die “Águia“ setzte auch 2014 ihr ganzes Gewicht auf die musikalische Linie bei der Auswahl ihres Themas. ”A velha Bahia apresenta o centenário do poeta cancioneiro Dorival Caymmi” (Das alte Bahia präsentiert das Jahrhundert des Poeten und Sängers Dorival Caymmi)

Im Verlauf des Themas auf der Avenida präsentierte einer der allegorischen Wagen die Kirche der “Nossa Senhora do Bonfim“ – die schöne Treppe mit goldenen Details, Teilnehmer als Baianas kostümiert, und riesige Bonfim-Bändchen. Derselbe Wagen verteilte auch einen starken Lavendelgeruch im Sambadrom.

Am Ende der Parade präsentierte die Águia ein gigantischer Dorival Caymmi mit seiner Gitarre. Am Karneval 2013 war die Águia auf dem dritten Schlussrang. 2014 verteidigte sie diesen 3. Rang erneut.

Águia de Ouro zeigte 2015 ihr Bestes über die Einwanderung der Japaner nach Brasilien. Das Samba-Thema hiess dann auch: „Brasil e Japão: 120 anos de união“ (Brasilien und Japan: 120 Jahre Verbindung).

Samirai, Judokämpfer und Geishas bevölkerten das Sambódromo. Sie setzten ihr Thema gekonnt um, liessen die Teezeremonie und das Laternenfest Japans aufleben und bauten in ihre Bateria das japanische Percussion-Instrument “Taiko“ mit ein. Mit dabei waren bei der phantasievollen Darbietung nicht nur Brasilianer.

Die Patin der Bateria wurde beispielsweise von der jungen Japanerin Miku Oguchi dargestellt, die gekonnt Samba tanzte. Einer der beeindruckenden, allegorischen Wagen stammte aus Japan. Er wurde auf zwei Container verteilt eingeführt und mit Hilfe von 17 japanischen Technikern aufgebaut. Das Thema Japan brachte der “Águia“ 269,3 Punkte, was den 4. Schlussrang ergibt.

Águia de Ouro demonstriert 2016 den Glauben an die Mutter Jesu, Maria. Mit einem der gewagtesten Themen der letzten Jahre, “Ave-Maria cheia de Faces“ (Ave Maria der vielen Gesichter), beabsichtigt die Águia de Ouro einen Karneval zu präsentieren, der sich auf Maria, die Jesusmutter und ihre mannigfaltigen Formen der Darstellung bezieht.

Sie glaubten an einen Spitzenplatz und es wurde der 8. Schlussrang.

Schon bei Tageslicht hat Águia de Ouro mit 3.000 Komponenten und 20 Alas die Liebe zwischen Mensch und Tier auf die Avenida gebracht – “Amor com amor se paga. Uma história animal“ (Liebe zieht Liebe nach sich. Eine tierische Geschichte).

Nicht nur die Liebe zum Haustier und zum Hund standen im Mittelpunkt. Auch Kritik wurde dargestellt, in Form eines alegorischen Wagens als Zirkus. Der hat zunächst die Käfighaltung von Zirkustieren angeprangert und dann die Alternative dazu vorgestellt, statt Elefanten, Pferde und Tiger auf Akrobaten zu setzen. Beeindruckt hat die Eliteschule ebenso mit ihrer Arche Noah.

Die tierische Geschichte brachte dem goldenen Águia kein Glück, denn die Schule kam 2017 auf den 13. Schlussrang, was den Abstieg in die Aufsteigergruppe bedeutet.