Gegründet: 04. April 1946 Vereinsfarben: Blau/Weiss Symbol: Krone Aus dem Stadtteil: "Vila Isabel"
Präsident: Wilson Vieira Alves (Moisés) Karnevalist/In: Rosa Magalhães Sänger: Tinga Leiter der Perkussions-Gruppe (Mestre de bateria): Átila Begleiter der Fahnenträgerin (Mestre-sala): Julinho Fahnenträgerin (Porta-bandeira): Rute Königin der Perkussion (Rainha da Bateria): Sabrina Sato Karnevalsdirektor: Carnaval Komitee Chorographie: Marcelo Misailidis
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Samba-Enredo 2012 (Samba-Thema) Você Samba Lá .... Que Eu Sambo Cá! O Canto Livre de Angola Du tanzt den Samba dort . . . ich tanze ihn hier! Der freie Gesang Angolas.
Probelokal: Boulevard 28 de setembro, 382 – Vila Isabel Proben: Mittwochs ab 20h und Samstag ab 22h Quadra: Boulevard Vinte e Oito de Setembro nº 382 – Vila Isabel Werkstatt: Rua Rivadávia Correa 60 – Cidade do Samba – Gamboa Telefon: (21) 2263 – 3937 (Werkstatt) und (21) 2578 – 0077 (Quadra)
Website
Karnevalssieger Grupo Especial 2006, 1988
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Aus der Vereinsgeschichte In den 40er Jahren erkannte Antônio Fernandes da Silveira – bekannter als "Seu China" – in einem der Blocks, die auf der Strasse paradierten, eine Chance, seinen Namen in der Geschichte des Karnevals zu verewigen. Die Inspiration bekam er von den "Acadêmicos da Vila", einer Gruppe, die durch den charmanten Stadtteil Vila Isabel marschierte, dem Geburtsort des grossen Sambistas Noel Rosa. Der "Bloco" genoss ein gewisses Ansehen wegen seiner guten Organisation: alle Komponenten waren kostümiert, und sie benutzten ein Seil, um sich vom Publikum abzugrenzen. Entschlossen, eine "Escola de Samba" zu erschaffen, versammelte "Seu China" auf dem "Morro dos Macacos" Freunde der Gruppe "Acadêmicos da Vila" um 1946 die "Unidos de Vila Isabel" zu gründen.
Die meisten Mitglieder wohnten im Umfeld des Stadtteils – ihr erklärtes Ziel war nun, sich auf der Praça Onze zu präsentieren, im Zentrum von Rio, zusammen mit den Grossen, wie zum Beispiel der Mangueira und der Portela. In dieser Geschichte wechselten die Farben: War man als "Acadêmicos da Vila" in Rot und Schwarz aufgetreten, so akzeptierte man nunmehr einen Vorschlag des "China", in Blau und Weiss zu paradieren – und das ist bis heute so geblieben.
Ihre erste offizielle Parade fand 1947 statt, mit einer Zahl von 100 Mitgliedern (Komponenten). Nachdem die Schule fast 20 Jahre lang in zweitrangigen Paraden aufgetreten war, eroberte sie sich 1966 das Recht, in der Spitzengruppe marschieren zu dürfen, mit dem Thema: "Três Épocas do Brasil". Die Schule überraschte mit einem vierten Platz und durchbrach damit die Hegemonie der vier Grossmächte jener Epoche: Portela, Mangueira, Império Serrano und Salgueiro.
Eine Tradition bei der Vila Isabel war eine Sammlung guter Sambas. Und einer der Verantwortlichen für diesen Schatz war Martinho da Vila. Der Komponist, der um ein Haar zur "Império Serrano" übergelaufen wäre, wurde 1966 für die blau-weisse Fahne gewonnen. Martinho beschenkte die Karneval-Fans mit unvergesslichen Sambas, wie "Quatro séculos de modas e costumes", bis heute immer wieder gespielt in Samba-Konzerten. Inspiriert von seinem Umfeld brachte der Komponist immer wieder neue Samba-Themen in die Paraden ein, mit leichten Texten und ebensolchen Melodien, die heute zu seinen bedeutendsten Werken gehören, wie zum Beispiel "Yayá do Cais Dourados" (1969) und "Onde o Brasil Aprendeu a Liberdade" (1972).
1980 gelang der Vila Isabel erneut der Aufstieg in die "Grupo Especial" nachdem sie ihren ersten Abstieg hatten hinnehmen müssen. Und diese Rückkehr hätte besser nicht sein können: mit dem Thema "Sonho de um Sonho" - inspiriert von einem Gedicht von Carlos Drummond de Andrade, sang die Schule einen der schönsten Sambas der Karnevalsgeschichte: "Sonhei / Que estava sonhando um sonho sonhado / O sonho de um sonho magnetizado" – kein anderer als Martinho da Vila zusammen mit Rodolpho und Graúna.
Die Konkurrenz wurde immer hektischer, und die Vila Isabel wollte sich nunmehr mit den ganz Grossen anlegen – mit dieser Absicht engagierte sie 1985 den Karnevalisten Max Lopes, der sich bereits bei der Mangueira verewigt hatte. Jedoch währte diese Partnerschaft nicht lange – bis 1987 – obwohl sie gute Paraden abgeworfen hatte. Ohne eigenes Clubhaus und mit nur wenig Geld in der Kasse, entschloss sich die Schule (1988) zur Gestaltung eines afrikanischen Themas – eingedenk des 100-jährigen Jubiläums der Abschaffung der Sklaverei. Der ausgesuchte Thementitel hiess "Kizomba", ein Wort angolanischen Ursprungs, das "Verbrüderung" bedeutet.
Die Avenida verwandelte sich wahrhaftig in einen afrikanischen Zeremonienplatz: Nach dem Luxus und der Vollendung vorhergehender Paraden der Konkurrenz, applaudierte das Publikum der Parade einer rustikalen Vila Isabel, die simple Materialien mit einer Verve präsentierte, wie sie selten bei einer Parade zu spüren war – Ergebnis eines untadeligen Samba-Songs und einer unvergleichlichen Begeisterung der Sänger, die "Valeu, Zumbi, o grito forte dos Palmares" interpretierten. Wenn man dem verstorbenen Luiz Carlos da Vila glauben will, einem der Autoren jenes historischen Werkes, so war jeder einzelne Komponente bei dieser Parade von einem "Orixá" besessen – einem afrikanischen Naturgeist. Und diese Naturgeister, stolz auf dieses Fest der Vila Isabel ihnen zu Ehren, verhalfen ihr zur ersten Champioship ihrer Geschichte!
Nach dem Sieg hatte die Blau-Weisse grosse Schwierigkeiten, sich in der Spitzengruppe halten zu können – einige Jahre kämpfte sie, um nicht absteigen zu müssen. Und dann kam im Jahr 2000 dieser Abstieg unaufhaltbar – vier Jahre lang musste sie in der "Grupo de Acesso" werkeln, bis ihr im Jahr 2004 das Recht zur Rückkehr in die Creme des Samba gelang. Und um ihr erneutes Debut auch standesgemäss zu präsentieren, nahm sie den Karnevalisten Joãosinho Trinta unter Vertrag, der, obwohl gesundheitlich nicht auf der Höhe, das Thema "Singrando em Mares bravios . . . E construindo o Futuro" – über die Geschichte der Seefahrt – entwickelte.
2006 war ein grosses Jahr für die Vila Isabel: Sie siegten mit dem Thema "Soy loco por ti América – A Vila canta a latinidade" (Ich bin verrückt nach dir, Amerika – die Vila besingt die Latinität). Übrigens: Der Präsident von Venezuela, Hugo Chávez, feierte den Sieg der Vila Isabel in Rio. Sein Land sponserte die Parade der Samba-Schule, die dem Thema “Südamerika“ gewidmet war. Die Finanzierung führte zu harscher Kritik von Seiten der Opposition in Venezuela. Dieser Sieg der "Vila Isabel" brach mit einem Tabu: Sie siegte nach einer Parade am Sonntag – während die Tendenz der letzten zehn Jahre anscheinend darauf hinauslief, dass der Sieger bis dato stets aus einer Montags-Parade hervorging!
2010 unternahm die Sambaschule Unidos de Vila Isabel ein Zeitreise. Sie präsentierte eine Hommage an den 1910 geborenen Komponisten und Musiker Noel de Medeiros Rosa aus Rio de Janeiro, der massgeblich die Musica Popular Brasileira beeinflusst hat, obwohl er bereits im Alter von 27 Jahren an Tuberkulose starb. Das Motto "Noel: A presença do poeta da Vila" (Noel: Die Gegenwart des Dorfpoeten) wurde laut den Karnevalisten ausgewählt, da Noel im Viertel Vila Isabel aufwuchs und selbst heute dort noch eine wichtige Figur darstellt. Die 8 Allegoriewagen erinnerten an seine Leidenschaft inmitten des Tanzes, Alkohols, leichten Mädchen, Glückspiels und vor allem des Sambas. Die wichtigen Stationen seines kurzen Lebens waren in der Parade in chronologischer Reihenfolge anzutreffen. Mit dieser Hommage erreichte Vila Isabel den 4. Schlussrang.
Die Samba-Parade 2011 von Vila Isabel dürfte in zweierlei Hinsicht eine haarige Angelegenheit sein. Zum einen thematisierte die Schule ihren Samba-Enredo "Mythen und Geschichten an den Haaren miteinander verwoben", konnte dies jedoch keineswegs einleuchtend vermitteln. Während die Schlangenhaare der Medusa, die Geschichte Rapunzels oder die Perücken in der französischen Renaissance noch passten, gingen viele Kostümgruppen schlichtweg am Thema vorbei.
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