Gegründet: 31. Dezember 1931 Vereinsfarben: Pfauenblau/Goldgelb Symbol: ein Pfau Aus dem Stadtteil: "Tijuca"
Präsident: Fernando Horta Karnevalist: Paulo Barros Leiter der Perkussions-Gruppe (Mestre de bateria): Mestre Casagrande Begleiter der Fahnenträgerin (Mestre-sala): Marquinho Fahnenträgerin (Porta-bandeira): Giovanna Karnevalsdirektor: Sérgio Professor Königin der Perkussion (Rainha da Bateria): Adriane Galisteu Chorographie: Rodrigo Neri, Priscilla Mota
Mitwirkende: 3.600 Alas (Flügel): 32 Allegorische Wagen: 6
Quadra-Adresse: Av. Francisco Bicalho, 47 – Clube dos Portuários (São Cristóvão) Clubräume: Av. Venezuela, 202 (Centro) Quadra-Telefon: (21) 2518 – 3957 Club-Telefon: (21) 2263 – 9836
Website
Karnevalssieger Grupo Especial 2010, 1936
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Aus der Vereinsgeschichte Unidos da Tijuca ist die drittälteste Sambaschule von Rio de Janeiro und wurde am 31. Dezember 1931 gegründet – auf dem "Morro do Borel" (Favela). Ihre Mitglieder waren, in der Mehrheit, Arbeiter, die in Fabriken in der Umgebung von Tijuca sesshaft waren, einem Stadtteil, welcher zu jener Zeit von wirtschaftlichem Aufschwung geprägt war, und in dem ein Teil der Carioca-Aristokratie residierte. Das Wappentier, den Pfau, hat man von den antiken Zigarettenpackungen der Marke "Borel" kopiert, eine Marke der Zigarettenfabrik "Souza Cruz", die damals im Stadtteil funktionierte, und deren Marke "Borel" auch der späteren Favela am Berg ihren Namen gegeben hat.
Die Schule wurde zum ersten und einzigen Mal Parade-Sieger im Jahr 1936, mit dem Thema "Sonhos delirantes" (Träume im Delirium) – und liess damit Konkurrenz-Pioniere aus der Geschichte des Samba, wie "Mangueira" und "Portela" hinter sich. Jedoch in den folgenden Jahren hatte die "Tijuca" grosse Mühe, sich unter den Grossen zu halten. Sie wurde dann zwei Jahrzehnte lang (1960-1980) in die zweite Liga verwiesen.
Das Jahr 1980 brachte dann den erneuten Aufstieg in die Spitzengruppe, mit dem Klassiker "Delmiro Gouveia" des Karnevalisten Renato Lago, der zum ersten Mal einen Karneval ganz allein gestaltete. Diese Parade gab der "Tijuca" das Recht zurück, nunmehr wieder unter den Grossen zu paradieren. 1981 absolvierte die Blau-Goldene ihr Comeback in der "Gruppe 1-A" (wie die Spitzengruppe damals hiess) mit einem markanten Samba: " Macobeba – o que dá pra rir, dá pra chorar" (Macobeba – was zum Lachen reizt, reizt auch zum Weinen). Damit kam sie auf den neunten Platz und fing wieder an zu kämpfen, um nicht abzusteigen – jedoch konnte sie weitere zwei Abstiege nicht verhindern.
1988 kehrte sie dann wieder zur Spitzengruppe zurück, und seither punktet sie ihre Paraden mit einer ihrer bedeutendsten Charakteristika: dem portugiesischen Einfluss innerhalb der Formation ihrer Schule – sie ist die einzige Repräsentantin der lusitanischen Kommune innerhalb des Carioca-Karnevals. Ihre Themen heben die Relation zwischen Brasilien und Portugal hervor, wie zum Beispiel 1989 "De Portugal à Bienal no país do carnaval" – (Von Portugal zur Bienale im Land des Karnevals) und 1990 "E o Borel descobriu, navegar é preciso" – (Und Borel entdeckte – man muss navigieren).
Eine dieser pro-portugiesischen Paraden hatte kein Glück: Das war 1998, als die "Tijuca" den portugiesischen Seefahrer Vasco da Gama und das Fussball-Team "Cruz de Malta", welches zu jener Zeit gerade sein hundertstes Jubiläum feierte zum Thema machten. Trotz Schönheit und Originalität – mit Prägung des verstorbenen Karnevalisten Oswaldo Jardim – konnte die Schule die Juroren nicht überzeugen, die sie auf den letzten Platz setzten.
Wieder einmal stieg die "Tijuca" zur "Grupo do Acesso" ab – aber ihre Mitglieder hielten durch und legten im Folgejahr (1990) eine Parade hin, die durch einen der schönsten Themen-Sambas unvergesslich geblieben ist: "O dono da terra" (Der Herr der Welt) – besonders hervorzuheben auch der "Wagen des Gürteltiers" - vollkommen beschmiert mit dem Lehm des "Morro do Borel".
Die "Tijuca" wurde einstimmiger Sieger und sicherte sich somit einen Platz in der Spitzengruppe für das Jahr 2000, dem Jahr, in dem sämtliche Sambaschulen das 500-jährige Bestehen Brasiliens zum Thema nahmen. Ein Fest für die Blau-Rote, die sich von ihren portugiesischen Wurzeln inspirieren liess, um die Ankunft des Pedro Álvares Cabral in seinen Gewässern neu zu erzählen. Sie landete ad hoc auf dem fünften Platz – ein vorher noch nie dagewesener Fall einer Schule, die gerade aus der Zweiten Liga aufgestiegen war.
Im Jahr 2004 machte die "Tijuca" Schluss mit den historischen Themen. Man setzte nunmehr auf mehr Courage: zum Beispiel ein wissenschaftliches Thema. Die Verantwortung übernahm der damals kaum bekannte Paulo Barros, ein Karnevalist mit einer gewissen Erfolgsquote in kleineren Schulen, die er seinem besonderen Stil verdankte: Anstelle von Federn, Plastkflaschen – Farbeimer und Kochtöpfe anstelle von Steropor – und viel Choreographie auf den allegorischen Wagen. Und selbst ein neuer Samba, der einen Traum beschrieb, in dem sie Karnevals-Champion wurde, konnte nicht verhindern, dass man die "Tijuca" als Favoriten für einen ersten Platz schon von vornherein ausschloss – bis dann ihre Parade begann, und die Schule Publikum und Juroren gleichermassen überraschte und entzückte – sie wurde Vize-Champion!
Ein Bild ist unsterblich geworden: Die lebendige Allegorie des DNA – mit Darstellern, die eine kühne Choreographie umsetzen – mit einem fantastischen, visuellen Effekt. Die Erfolgsformel wurde dann im folgenden Jahr wiederholt – wieder landete die "Tijuca" auf dem Zweiten Platz. Paulo Barros hat die Theatralisierung als eine bedeutende Tendenz des gegenwärtigen Karnevals geprägt. 2006, trotz der grossen Erwartungen aller, verwies die "Tijuca" auf den sechsten Platz.
2010 hat die Tijuca die Sambaparaden von Rio de Janeiro zum zweiten Mal nach 1936 gewonnen. Unter dem mystischen Motto "É Segredo!" (Es ist ein Geheimnis!) verwandelte Unidos da Tijuca mit ihrer diesjährigen Parade das Sambódromo in eine Arena der Täuschungen und Illusionen. Die Tänzerinnen der Begrüssungskommission wechselten binnen Sekunden mehrere Mal die Kleidung, die Bibliothek von Alexandria ging täuschend echt in Flammen auf und Superhelden erklommen wie von Geisterhand geführt steile Wände. Zu erwähnen sind auch ein Allegoriewagen mit 5.000 echten Pflanzen und ein Michael Jackson Doppelgänger, der auf dem letzten Motivwagen den weltbekannten Moonwalk vollführte. Die 3.600 Teilnehmer, aufgeteilt auf 32 Kostümgruppen und 6 Motivwagen benötigten am Ende 79 Minuten für ihre Präsentation über die Mysterien der Menschheit.
Samba-Enredo 2010 (Samba-Thema)
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