Gegründet: 10. November 1955 Vereinsfarben: Grün/Weiss Symbol: ein Stern Aus dem Stadtteil: "Padre Miguel"
Präsident: Paulo Vianna Karnevalist/In: Alexandre Louzada Sänger: Nêgo und Richahs Leiter der Perkussions-Gruppe (Mestre de bateria): Bereco Begleiter der Fahnenträgerin (Mestre-sala): Fabrício Pirez Fahnenträgerin (Porta-bandeira): Cristiane Caldas Königin der Perkussion (Rainha da Bateria): Antônia Fontenelle Karnevalsdirektor: Ricardo Simpatia Chorographie: Jorge Teixeira
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Samba-Enredo 2012 (Samba-Thema) Por ti, Portinari: Rompendo a tela, à Realidade Für Dich, Portinari: Die Leinwand weicht der Realität (Thema zu Ehren des Malers Cândido Portinari)
Probelokal: Rua Coronel Tamarindo 38 — Padre Miguel Proben: Samstags ab 22h Werkstatt: Rua Rivadávia Correa 60 – Cidade do Samba – Gamboa Telefon: (21) 3332 – 5823 (Quadra) und (21) 2516 – 3215 (Werkstatt)
Website Karnevalssieger Grupo Especial 1996, 1991, 1990, 1985, 1979
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Aus der Vereinsgeschichte Jede Spitze des Sterns der "Mocidade" – mit komplettem Namen "Mocidade Independente de Padre Miguel" – dem Symbol der grün-weissen Schule des Padre Miguel, steht für eine besondere Phase ihrer Geschichte. Ursprünglich entstanden aus einer Fussballmannschaft, wurde die Schule im Jahr 1955 gegründet und, zwei Jahre später, machte sie bereits Geschichte mit der berühmten Parade des Mestre André, einer Neuheit unter den rhythmisch vereinheitlichten Paraden jener Epoche.
"Mestre André", einer der berühmten Köpfe dieses Vereins, war es, der die inzwischen überall imitierten Schlagpausen in der Perkussions-Gruppe einführte: im Jahr 1957 instruierte er seine Rhythmiker, den Sound ihrer Instrumente, auf sein Kommando, ganz plötzlich vor der Tribüne der Jury zu unterbrechen, während lediglich die "Caixa-Tarol" (kleine Holzkiste, die mit Holzschlegeln bearbeitet wird) den Rhythmus für den allgemeinen Wiedereinsatz durchzieht.
Dieser plötzliche Abbruch des ohrenbetäubenden Sounds und nach kurzer Pause exakte Wiedereinsatz sollte die Jury in ihrer positiven Bewertung beeinflussen und tat es nachweislich auch. Die "Kunstpausen" des Mestre André wurden die Marke der "Mocidade".
Jedoch besteht eine Samba-Schule nicht nur aus dem "Baticumbum" ihrer Percussion. Und in den 70er Jahren zeigte die "Mocidade", dass sie ausser einem fehlerfreien Rhythmus auch etwas vom Karneval machen verstand. Unter der Leitung von Arlindo Rodrigues präsentierte die Schule so erinnerungswürdige Paraden wie "A festa do Divino" (1974), "Mãe Meninha do Gantois" (1976) und "Descobrimento do Brasil" (1979) – mit letzterer wurde sie zum ersten Mal Champion auf der Avenida!
Auch die 80er Jahre wurden von einer neuen Phase der Mocidade geprägt. Die Schule trennte sich von der barocken Präsentation und setzte nunmehr auf zeitgenössische Themen – mit Kritik, Unehrerbietigkeit und gutem Humor. Der Verantwortliche? Kein anderer als der verehrte Fernando Pinto, ein Karnevalist, der schon bei "Império Serrano" Champion geworden war. Der Wagemut lohnte sich: Die Mocidade beehrte das Publikum mit unvergessenen Paraden wie "Mamãe eu quero Manaus" (1984), "Tupinicópolis" (1987) und natürlich "Ziriguidum 2001" (1985) – der zweite Spitzensieg dieser Schule!
Fernando Pinto starb 1986 und vererbte der Grün-Weissen einen einzigartigen Stil den Karneval zu gestalten. Und um diesen Erfolgsstil beizubehalten, engagierte die Schule die Karnevalisten Renato Lage und Lílian Rabelo. Wieder ein Riesenerfolg! 1990 wendete sich die Schule der Vergangenheit zu, um ihre eigene Geschichte zu erzählen – und verliess die Avenida als Champion – jetzt mit einem High-Tec-Stil, welcher eine weitere Phase der Schule prägte.
Seit damals waren es 13 Renato-Lage-Jahre und zwei weitere Spitzenpositionen ("Chuê, chuá", im Jahr 199,1 und "Criador e criatura" 1996). 2003 eine weitere Neuerung: Ein Thema über die Organspende – die Mocidade engagierte sich in einer politisch korrekten Kampagne. Der Karnevalist Chico Spinoza überbrachte seine Botschaft und platzierte die Schule unter die ersten fünf jenen Jahres! Soziales Engagement inspirierte den Karneval des folgenden Jahres – über die Verkehrserziehung – jedoch ohne ähnlichen Erfolg: die Mocidade landete auf dem achten Platz.
Die letzte Spitze ihres Sterns ist noch am Werden. Vielleicht wird sie eine Schule enthüllen, die auf der Suche nach ihrer Geschichte, ihrer Kommune, dem Publikum und ihren Titeln ein Comeback feiern wird? 2006, dem Jahr ihres 50-jährigen Jubiläums, präsentierte die Schule auf der Avenida ihre Parade "A vida que pedi a Deus", des Karnevalisten Mauro Quintaes. Aber sie schnitt nicht gut ab: landete auf einem bitteren zehnten Platz – ihre schlechteste Platzierung in der "Grupo Especial". Aber schon 2007 rutschte sie mit ihrem Thema der "Ankunft der Kaiserfamilie in Brasilien" wieder auf den siebenten Platz.
Mit dem Motto "Do paraíso de Deus ao paraíso da loucura, cada um sabe o que procura" (Vom Paradies Gottes zum Paradies der Verrückten, jeder Einzelne weiss, was er sucht) zeigte die Schule 2010 Fantasiewelten unterschiedlichster Natur. So wurde zu Beginn der Garten Eden symbolisiert, Engel begleiteten Adam und Eva aus dem Paradies heraus. Die Protagonisten der Comissão da frente (Begrüssungskommission) wurden von zwei jugendlichen Tänzern dargestellt, die ihre Sache mehr als gut machten. Im Anschluss ging die Reise auf den afrikanischen Kontinent, in dem die Menschen des Mittelalters das Paradies vermuteten und vor dort in die neue Welt bzw. ins heutige Südamerika. Aber auch Konsumtempel und der Karneval können für die Menschen das persönliche Paradies darstellen, wie weitere Allegoriewagen verdeutlichten. Der 7. Schlussrang war es am Ende.
2011 hiess das Motto "Parabel der göttlichen Sämänner". In ihrer Parade ging es um alte und junge Rituale in Zusammenhang mit der Natur. So wurden unter anderem der heilige Stier Apis aus dem alten Ägypten und Bacchus, der römische Gott des Weines auf den Motivwagen dargestellt. Die Begrüssungskommission demonstrierte, wie die Natur im Frühling wieder zum Leben erwacht und Blütenknospen die verbliebenen Eiskristalle des letzten Winters verdrängen. Auch wenn Karneval heute im christlichen Sinne als Beginn der Fastenzeit gefeiert wird, stand doch in der Antike das Frühlingserwachen im Mittelpunkt. Dass daraus sich dann irgendwann das heutige Fest entwickelt hat, zeigte die Schule am Ende der Parade mit einer ausgelassen feiernden Kostümgruppe.
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