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Aus der Vereinsgeschichte In Rio de Janeiro existiert ein Palast, der nicht auf die Spitze eines Hügels gebaut ist, der keine Türme besitzt und auch keinen König oder Königin. Seine Adresse weist auf den Fuss des "Morro da Mangueira" (Mangueira-Hügel) hin, welcher einen Hofstaat in Grün und Rosa beherbergt. Das ist der "Palast des Samba", wie man das Clubhaus der "Estaçao Primeira de Mangueira" liebevoll nennt, eine der traditionsreichsten Vereinigungen der Stadt und eine der bedeutendsten Sambaschulen in der Geschichte des Carioca-Karnevals.
Das Datum ihrer Gründung ist umstritten. Die Schule gibt offiziell das Jahr 1928 als Gründungsdatum an. Während der Journalist und Forscher der MPB (Música Popular Brasileira) Sérgio Cabral daran festhält – basierend auf Dokumenten – dass das korrekte Datum der 29. April 1929 sei. Jedoch diese kleine Unstimmigkeit kann selbst den ignorantesten aller Narren nicht in seiner Überzeugung erschüttern, dass die "Mangueira" bei den Paraden der Sambaschulen einen schwergewichtigen Einfluss genommen hat und noch immer nimmt – um nicht zu sagen, in der brasilianischen Kultur.
Ihre Farben (nach einem Vorschlag des illustren Komponisten Cartola, einem ihrer Gründer) sind einzigartig im Karneval – ihr Name ebenfalls: Ehemals handelte es sich dabei um die erste Station der Eisenbahn "Central do Brasil", wo tatsächlich Samba gespielt wurde und an dem, damals, viele "Mangueiras" (Mango-Bäume) standen. Die Schule entstand aus einer Vereinigung verschiedener "Blocos" jenes Hügels: "Arengueiros, Tia Tomásia, Tia Fé, Senhor Júlio, Mestre Candinho" und der "Rancho Príncipe das Florestas".
Bei ihrem Debut in den Paraden – noch nicht offiziell – wurde die "Mangueira" Bi-Champion mit zwei Sambas, komponiert von Cartola und Carlos Cachaça: "A Floresta" (1932) und "Uma Segund-feira do Bonfim na Ribeira" (1933). Im folgenden Jahr gewann sie erneut, diesmal mit einem Samba nur von Cartola: "República da Orgia". 1936 – mit einer im Stadtkalender schon integrierten Parade – wurde sie zwar nicht Sieger, aber verewigte in der Erinnerung des Publikums eine Spitzenleistung: "Não quero mais amar a ninguém" – Resultat der Partnerschaft zwischen Cartola und Carlos Cachaça.
Die Mangueira erzielte einige Siege im Karneval ab 1940 – aber nicht zu vergleichen mit ihrer Konkurrentin "Portela", der grossen Siegerin jener Epoche. Die Kraft der Schule in Grün und Rosa kam aus einer exzellenten Ernte von Sambas, und die machte sie zu einer gewichtigen Konkurrentin. Zwei Sambistas aus jener Zeit wurden unsterblich: "Nelson Sargento und Jamelão" – letzterer ist der gegenwärtige Interpret der Schule – im Alter von 93 Jahren! Ihnen beiden ist der Erfolg von: "As Quatro Estações do Ano" (Die Vier Jahreszeiten) von 1955 zu verdanken, der bis heute bei Shows immer wieder intoniert wird: "Oh! Primavera adorada, inspiradora de amores. Oh! Primavera idolatrada, sublime estação das flores".
In den 60er Jahren gewann ein weiterer Name innerhalb der Schule an Prestige: Hélio Rodrigues Neves, bekannter unter seinem Spitznamen "Hélio Turco". Am Anfang seiner Karriere schrieb dieser Komponist zwei Sambas, die der Mangueira zu einem zweifachen Sieg verhalfen: "Carnaval de Todos os Tempos" (1960) und "Recordações do Rio Antigo" (1961). 1967 wurde ein weiterer Samba der Mangueira – ebenfalls geschrieben von Turco – in die Anthologie der grossen Samba-Kompositionen aufgenommen: "O Mundo encantado de Monteiro Lobato", den die "Escola Mirim" (Kinderabteilung der Mangueira) erst kürzlich neu aufgenommen hat. Insgesamt brachte der Komponist 16 Sambas innerhalb der Mangueira heraus.
Obwohl ihr in den 70ern nur ein einziger Sieg gelang (mit "Lendas do Abaeté" 1973) hinterliess die Mangueira andere erinnerungswürdige Werke, die in die Geschichte eingingen: "Imagens poéticas de Jorge de Lima" (1975) und "No reino da Mãe do Ouro" (1976). Erneut Champion wurde sie erst wieder 1984, als sie die Tribünen wackeln liess mit dem Thema: "Yes, nos temos Braguinha". Damit weihte man damals gerade den neuen Sambódromo in Rio de Janeiro ein, und jenen Samba-Schulen, die am besten abgeschnitten hatten, präsentierten sich erneut am darauf folgenden Samstag, um zu sehen, wer nun als "Super-Champion" abschneiden würde. Es war die "Grün und Rosafarbene" – die Einzige, die jenen Titel je erhielt!
Zwei andere Siege kamen gleich darauf, im Jahr 1986 "Caymmi mostra ao mundo o que a Bahia e a Mangueira têm" und 1987 "No reino das palavras, Carlos Drummond de Andrade". Nach einer Periode des Auf und Ab eroberte sie 1998 erneut einen Spitzensieg mit "Chico Buarque da Mangueira". In jenem denkwürdigen Jahr teilte sie sich den Titel mit der "Beija-Flor" aus Nilópolis. 2002 wurde sie mit dem Karnevalisten Max Lopes erneut Champion – sie rühmte die Schönheiten des brasilianischen Nordostens mit dem Thema "Brasil com Z é pra cabra da peste, Brasil com S é a nação do Nordeste" (Brasilien mit Z ist für die Katz – Brasilien mit S ist die Nation des Nordostens)."
Am 22. Januar stirbt Dona Zica ein Symbol der Mangueira und des Carioca-Karnevals. Als Mutter des Komponisten Cartola, der 1980 starb, war Dona Zica 89 Jahre alt geworden – ein Herzschlag setzte ihrem Leben ein Ende. Die Schule erreichte den 2. Rang mit dem Thema: "Os Dez Mandamentos – O samba da paz canta a saga da liberdade" (Die Zehn Gebote – Der Samba des Friedens besingt die Saga der Freiheit).
2007 reichte es noch einmal für eine Platzierung unter den ersten drei mit dem Thema "Minha Pátria é Minha Língua. Mangueira meu Grande Amor - meu samba vai ao lácio e colhe a última flor" (Meine Heimat ist meine Sprache. Mangueira meine grosse Liebe – mein Samba pflückt die letzte Blume des Lácio). 2010 landete die Schule auf dem 6. Schlussrang mit dem Thema "Mangueira é música do Brasil" (Mangueira ist die Musik Brasiliens).
Samba-Enredo 2010 (Samba-Thema)
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"Mangueira é música do Brasil" "Mangueira ist die Musik Brasiliens"
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