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Aus der Vereinsgeschichte Imperatriz Leopoldinense verkörpert elf Stadtteile unter einer einzigen Flagge. Die Zone von Leopoldina, in den Suburbs von Rio de Janeiro, wird beim Carioca-Karneval von der "Imperatriz Leopoldinense" repräsentiert, einer Schule, die in ihrem Wappen 11 Sterne aufweist, jeder symbolisiert eine Bahnstation dieser Region. Die Farben und ihr Symbol, die Krone, sind von ihrer Patenschule "Império Serrano" entliehen, die der neuen Schule ihren Segen im Haus des Sambista Amaury Jório erteilt hat, einem Zeitgenossen des Komponisten Villa-Lobos, des Sängers Pixinguinha und des Musikers Mano Décio da Viola.
Die "Imperatriz", gegründet 1959, schuf als Pionier im Jahr 1967 ein Kultur-Department, welches auf so illustre Mitglieder wie Hiram Araújo und Fernando Gabeiro zählen konnte. Das war so eine Art Karnevals-Kommission, welche die grün-weissen Paraden entwickelte. Sie gaben den Anstoss zu einer starken Vereinigung zwischen den Gelehrten der Universitäten und Popularität des Samba. Entsprechend basierten ihre Parade-Themen auf Werken der brasilianischen Literatur oder künstlerischen Motiven. Zu jener Zeit glänzten Themen wie "Europa, França, Bahia" (1970) – zu Ehren der Künstlerwoche 1922, oder "Martim Cererê" (1972) – über den paulistanischen Poeten Cassiano Ricardo, und "ABC do Carnaval à Maneira da Literatura de Cordel" (1973) – zu Ehren der Nordöstlichen Schnurliteratur – eine Art brasilianischer Gibis, auf dem Karnevals-Laufsteg.
In den 80er Jahren schaffte die "Imperatriz" den Sprung von den mittleren Plätzen in die ersten Positionen – mit dem Eintritt des Karnevalisten Arlindo Rodrigues. Sein barocker Stil, zusammen mit einer guten Samba, brachte der Schule gleich zweimal den Sieg – 1980 und 1981. Im Jahr darauf beschenkte Arlindo sein Publikum mit einer seiner schönsten Karnevalsparaden: "O rei da Costa do Marfim visita Xica da Silva em Diamantina" (Der König de Elfenbeinküste besucht Xica da Silva in Diamantina) – ein Thema, welches er bereits 1960 bei "Salgueiro" entwickelt hatte. Die "Imperatriz" erreichte damit den dritten Platz.
Ohne den "Meister des Rokoko" versuchte die Schule sich weiterhin unter den Grossen zu behaupten. Nach einem bitteren letzten Platz 1988 – ohne dadurch abzustürzen – kam im Folgejahr ihre grosse Stunde: Die "Imperatriz" überraschte das Publikum mit "Liberdade, liberdade, abre as asas sobre nós" (Freiheit, Freiheit, breite die Flügel über uns aus), von Max Lopes, zusätzlich angehoben von einem klassischen Samba, gesungen von Dominguinhos do Estácio. Sie wurde Sieger und verwies damit den in stehenden Ovationen applaudierten "Cristo Mendigo" (Der Bettler Christus), des Vice-Champions "Beija Flor" auf den zweiten Platz.
In den 90er Jahren prägte ein Name die grün-weisse Geschichte: Rosa Magalhães. Die Karnevalistin, die bereits eine erfolgreiche Karriere bei "Império Serrano", der "Estácio de Sá" und bei "Salgueiro" hinter sich hatte, übernahm im Jahr 1992 die Gestaltung des Imperatriz-Karnevals. Rosa hatte ihren eigenen, um nicht zu sagen eigenwilligen, Stil – bei der "Imperatriz" trieb sie die Ära der "technischen Paraden" voran, mit dem diese Schule dann prompt die Herzen der Juroren bezirzte: Herrliche allegorische Wagen, gut entwickelte Themen und eine perfekte "Evolution" der Paraden, das war ihr besonderer Verdienst – auch wenn sich das Publikum nicht vor Begeisterung auf den Tribünen erhob – Rosa hatte es auf die Juroren abgesehen. Den Beweis ihres neuen Modells erbrachte sie dann mit fünf Siegen der "Imperatriz": Bi-Champion 1994-95 und Tri-Champion zwischen 1999 und 2001.
Einige Aspekte der Karnevals-Paraden von Rosa Magalhães inspirierten die Auftritte der Konkurrenz. Die berühmten "Front-Kommissionen", zum Beispiel, die mit ihren herrlichen Choreographien Publikum und Juroren begeisterten, hatten bei einigen Schulen zur Folge, dass diese sich Gedanken machten, wie sie die Eröffnung ihrer Paraden effektiver gestalten könnten. Und als den Namen Paulo Barros in der "Grupo Especial" noch kein Mensch kannte, hatte Rosa bereits die Theatralisierung der allegorischen Wagen eingeführt, die noch heute in Mode ist. Die "Imperatriz" bemüht sich, ihren Ruf der letzten Jahre als "kalt" loszuwerden, indem sie die perfekte Technik ihrer Paraden mit der Leichtigkeit des Karnevals-Spielens zu verbinden sucht.
Mit dem Motto "Brasil de todos os Deuses" (Brasilien aller Götter) huldigten die achtmaligen Gewinner 2010 die unterschiedlichen Glaubensrichtungen im grössten Land Südamerikas. Die Präsentation sollte so perfekt wie möglich sein und bereits bei der Comissão de frente (Begrüssungskommission) überzeugte die Schule durch eine nahezu perfekte Choreografie. Im Anschluss folgte ein fast 45 Meter langer Motivwagen ganz in Weiss und Silber mit riesigen Pferden, der den noch kommenden spektakulären Farbenreigen eröffnete. Die weiteren Allegoriewagen thematisierten unter anderem die Gottheiten der indigenen Ureinwohner, den christlichen, muslimischen und buddhistischen Glauben sowie die afrikanischen Gottheiten der nach Brasilien verschleppten Sklaven
Mit einem Streifzug durch die Geschichte der Medizin versuchte Impératriz Leopoldinense 2011 mit dem Motto "Die Imperatriz macht bekannt: Samba tut der Gesundheit gut" den schlechten 8. Platz vom vergangenen Jahr vergessen zu machen. Ein echter Springbrunnen mit Wasser, Clown-Doktoren, eine 5 Meter grosse Nachbildung eines Menschen und die viele unterschiedliche Kostümgruppen fanden auch gehörigen Applaus beim Publikum. Auch generische Medikamente, Antibiotika, Schweine- und Vogelgrippe, Tierversuche oder die Mumifizierung der Toten im alten Ägypten wurden thematisiert. Zudem fanden Heilkunde aus dem alten Afrika, China oder Griechenland sowie Themen wie Schwangerschaft, Implantate und Wunschbabys Einzug in die umfangreiche Parade.
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