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Aus der Vereinsgeschichte Die Sambaschule "Beija-Flor de Nilópolis" oder nur Beija-Flor, wurde mitten in Festtagsstimmung aus der Taufe gehoben: das war am 25. Dezember 1948 – an Weihnachten – als eine Gruppe von Sambistas aus Nilópolis, an der nordöstlichen Peripherie Rios, sich zu einem karnevalistischen Block zusammenschloss, welcher sich später zu einer der bekanntesten Samba-Schulen Rio de Janeiros entwickeln sollte.
Ihr Debüt unter den Grossen gab sie 1954. Aber sie konnte sich nicht lange unter der Elite behaupten und litt anschliessend, während vieler Jahre, unter ihrem Abstieg. Ihr definitiver Eintritt in die "Grupo Especial" jener Zeit erfolgte dann Mitte der 70er Jahre, als Beija-Flor so genannte "Chapa-Branca-Paraden" präsentierte – Paraden, die Regierungsprojekte verherrlichten, die vom Militärregime jener Zeit geschaffen worden waren – "Chapa-Branca" (weisse Plakette) stand für die Genehmigung durch die Zensur (von den Regimegegnern wurden sie heimlich "Arschkriecher-Paraden" genannt).
Das Jahr 1976 wurde von einer Art "Vorher und Nachher" der Beija-Flor geprägt. Der Schule, die sich bis dato auf den mittleren Plätzen gehalten hatte, gelang mit dem Eintritt des Karnevalisten Joãosinho Trinta und der Direktorin für Harmonie, Laíla – beide Ex-Sieger bei der Salgueiro – eine brüske Wendung ihrer Geschichte. Die beiden Neuen entwickelten bei den Blau-Weissen das Thema "Sonhar com Rei dá Leão" – im Mittelpunkt stand die illegale, aber äusserst populäre, Volkslotterie "Jogo do Bicho" – für jene Zeit ein besonders originelles Thema. Man sparte nicht an Originalität und Luxus – und prompt stellte sich der Sieg ein: Beija-Flor verwies das "fantastische Quartett" jener Zeit, bestehend aus Portela, Império Serrano, Mangueira und Salgueira von ihren gewohnten vorderen Plätzen als sie Champion wurden!
Dies war der Anfang einer wahren ästhetischen Revolution beim Karneval von Rio. Weil die Tribünen des Publikums von der ebenen Erde in immer höhere Sphären hinaufwuchsen, schuf Joãosinho Trinta entsprechend höhere allegorische Wagen, die so "vertikalisiert" einen neuen Karnevalsstil prägten. So eroberte die Beija-Flor gleich zwei neue Titel in Folge: 1977 mit dem Thema "Vovó e o rei da Saturnália na corte egipciana" (Oma und der König vom ägyptischen Hof) und 1978 mit "A criação do mundo na tradição nagô" (Die Schaffung der Welt in der Nagô-Tradition) – mit einem ihrer schönsten Samba-Songs.
In den 80er Jahren erlebte Beija-Flor unvergleichliche Momente: 1986, zum Beispiel, begannen ihre Mitglieder die Parade auf der Marquês de Sapucaí bis zu den Knien im Wasser wegen eines starken Gewitters, welches sich just während der blau-weissen Parade entlud. Das schlechte Wetter konnte allerdings nicht verhindern, dass die Beija-Flor Vice-Champion wurde! 1989 machte Joãosinho Trinta Geschichte mit der schockierendsten Allegorie, die je über die "Avenida" flaniert war: dem Bettler-Christus aus dem Thema "Ratos e urubus, larguem a minha fantasia" (Ratten und Geier, lasst mein Kostüm los" – man könnte es auch als . . . "schleicht euch aus meiner Fantasie" interpretieren) – dies war eine Antithese auf den charakteristischen (und oft kritisierten) Luxus seiner üblichen Paraden.
Die Potenz von Nilópolis bestätigte sich auch in den kommenden Jahren. Ab der 90er Jahre war die "Königin des Laufstegs", wie man Beija-Flor nunmehr nannte, stets unter den ersten fünf Plätzen präsent – ausgenommen im Jahr 1992, als Joãosinho in Nilópolis seinen letzten Karneval unterschrieb. Maria Augusta Rodrigues und Milton Cunha gaben eine Zeit lang den Ton an – und, obwohl mit unterschiedlichen Stilelementen, gelang es ihnen doch, eine der bedeutendsten Charakteristika der Schule zu bewahren: ihr grandioses Auftreten.
1998 wagte die Beija-Flor einen weiteren innovativen Schritt: Sie gründete eine Karnevals-Kommission, die von Laíla geführt wurde. Sämtliche Aufgaben, welche vorher von der Figur eines "Karnevalisten" zentralisiert und verteilt worden waren, wurden ab sofort auf Profis verteilt, die sich von der Erarbeitung des Themas bis zur Montage der allegorischen Wagen um alles persönlich kümmerten – jeder in seinem spezifischen Bereich. Und diese Formel funktionierte: In diesem Jahr teilte sich Beija-Flor den Ersten Platz mit der Mangueira und seit dieser Zeit setzt sie auf das Zitat "Gemeinsam sind wir stark". Mit ihrer Arbeit im Team wurde Beija-Flor drei Jahre hintereinander Vize (von 1999 bis 2001) und Gesamtsieger weitere drei Male! Im Jahr 2007, mit dem Eintritt des Karnevalisten Alexandre Louzada, konnte die nilopolitanische Familie einen weiteren Doppelsieg feiern!
2009 unterlag Beija-Flor mit nur einem einzigen Punkt der Acadêmicos do Salgueiro und wurde undankbarer Zweiter. Das Samba-Thema: "Brilhante ao sol do novo mundo, Brasília do sonho à realidade, a capital da esperança" (Im Glanz der Sonne der Neuen Welt, Brasília vom Traum zur Realität, die Hauptstadt der Hoffnung) brachte den Kolibris 2010 den 3. Platz der 12 besten Sambaschulen von Rio de Janeiro.
Samba-Enredo 2010 (Samba-Thema)
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"Brilhante ao sol do novo mundo, Brasília do sonho à realidade, a capital da esperança" "Im Glanz der Sonne der Neuen Welt, Brasília vom Traum zur Realität, die Hauptstadt der Hoffnung"
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