Mangueira

Veröffentlicht am 10. November 2009

Allgemeine Daten der Sambaschule Estação Primeira de Mangueira

bandeira-mangueiraGegründet: 28. April 1928
Vereinsfarben: Grün/Rosa
Symbol: Trommel, von Lorbeer umrankt, Krone und einige Sterne
Aus dem Stadtteil: „Mangueira“

Präsident: Chiquinho da Mangueira
Karnevalist/In: Leandro Vieira
Sänger: Ciganerey
Leiter der Perkussions-Gruppe (Mestre de bateria): Rodrigo Explosão
Begleiter der Fahnenträgerin (Mestre-sala): Matheus Olivério
Fahnenträgerin (Porta-bandeira): Squel
Königin der Perkussion (Rainha da Bateria): Evelyn Bastos
Karnevalsdirektor: Júnior Schall
Chorographie: Júnior Scapin

Samba-Enredo 2017 (Themen-Samba)
Só com a ajuda do santo
Nur mit der Hilfe des Heiligen

Zahlen Karneval 2017
Mitwirkende: 4.100
Alas (Themen-Gruppen zu Fuss): 30
Allegorische Wagen: 6

Probelokal: Rua Visconde de Niterói 1072 – Mangueira
Proben: Samstags ab 22h
Quadra: Rua Visconde de Niterói 1072 – Mangueira
Werkstatt: Rua Rivadávia Correa 60 – Cidade do Samba – Gamboa
Telefon: (21) 3872 – 6786 (Quadra) und (21) 2518 – 8327 (Werkstatt)

Karnevalssieger Grupo Especial:
2016, 2002, 1998, 1987, 1986, 1984, 1973, 1968, 1967, 1961, 1960, 1954, 1950, 1949, 1940, 1934, 1933, 1932

Impressionen Karnevalsparade 2017

Impressionen Karnevalsparade 2016

Impressionen Karnevalsparade 2015

Impressionen Karnevalsparade 2014

Impressionen Karnevalsparade 2013

Aus der Vereinsgeschichte

In Rio de Janeiro existiert ein Palast, der nicht auf die Spitze eines Hügels gebaut ist, der keine Türme besitzt und auch keinen König oder Königin. Seine Adresse weist auf den Fuss des „Morro da Mangueira“ (Mangueira-Hügel) hin, welcher einen Hofstaat in Grün und Rosa beherbergt. Das ist der „Palast des Samba“, wie man das Clubhaus der „Estaçao Primeira de Mangueira“ liebevoll nennt, eine der traditionsreichsten Vereinigungen der Stadt und eine der bedeutendsten Sambaschulen in der Geschichte des Carioca-Karnevals.

Das Datum ihrer Gründung ist umstritten. Die Schule gibt offiziell das Jahr 1928 als Gründungsdatum an. Während der Journalist und Forscher der MPB (Música Popular Brasileira) Sérgio Cabral daran festhält – basierend auf Dokumenten – dass das korrekte Datum der 29. April 1929 sei. Jedoch diese kleine Unstimmigkeit kann selbst den ignorantesten aller Narren nicht in seiner Überzeugung erschüttern, dass die „Mangueira“ bei den Paraden der Sambaschulen einen schwergewichtigen Einfluss genommen hat und noch immer nimmt – um nicht zu sagen, in der brasilianischen Kultur.

Ihre Farben (nach einem Vorschlag des illustren Komponisten Cartola, einem ihrer Gründer) sind einzigartig im Karneval – ihr Name ebenfalls: Ehemals handelte es sich dabei um die erste Station der Eisenbahn „Central do Brasil“, wo tatsächlich Samba gespielt wurde und an dem, damals, viele „Mangueiras“ (Mango-Bäume) standen. Die Schule entstand aus einer Vereinigung verschiedener „Blocos“ jenes Hügels: „Arengueiros, Tia Tomásia, Tia Fé, Senhor Júlio, Mestre Candinho“ und der „Rancho Príncipe das Florestas“.

Bei ihrem Debut in den Paraden – noch nicht offiziell – wurde die „Mangueira“ Bi-Champion mit zwei Sambas, komponiert von Cartola und Carlos Cachaça: „A Floresta“ (1932) und „Uma Segund-feira do Bonfim na Ribeira“ (1933). Im folgenden Jahr gewann sie erneut, diesmal mit einem Samba nur von Cartola: „República da Orgia“. 1936 – mit einer im Stadtkalender schon integrierten Parade – wurde sie zwar nicht Sieger, aber verewigte in der Erinnerung des Publikums eine Spitzenleistung: „Não quero mais amar a ninguém“ – Resultat der Partnerschaft zwischen Cartola und Carlos Cachaça.

Die Mangueira erzielte einige Siege im Karneval ab 1940 – aber nicht zu vergleichen mit ihrer Konkurrentin „Portela“, der grossen Siegerin jener Epoche. Die Kraft der Schule in Grün und Rosa kam aus einer exzellenten Ernte von Sambas, und die machte sie zu einer gewichtigen Konkurrentin. Zwei Sambistas aus jener Zeit wurden unsterblich: „Nelson Sargento und Jamelão“ – letzterer ist der gegenwärtige Interpret der Schule – im Alter von 93 Jahren! Ihnen beiden ist der Erfolg von: „As Quatro Estações do Ano“ (Die Vier Jahreszeiten) von 1955 zu verdanken, der bis heute bei Shows immer wieder intoniert wird: „Oh! Primavera adorada, inspiradora de amores. Oh! Primavera idolatrada, sublime estação das flores“.

In den 60er Jahren gewann ein weiterer Name innerhalb der Schule an Prestige: Hélio Rodrigues Neves, bekannter unter seinem Spitznamen „Hélio Turco“. Am Anfang seiner Karriere schrieb dieser Komponist zwei Sambas, die der Mangueira zu einem zweifachen Sieg verhalfen: „Carnaval de Todos os Tempos“ (1960) und „Recordações do Rio Antigo“ (1961). 1967 wurde ein weiterer Samba der Mangueira – ebenfalls geschrieben von Turco – in die Anthologie der grossen Samba-Kompositionen aufgenommen: „O Mundo encantado de Monteiro Lobato“, den die „Escola Mirim“ (Kinderabteilung der Mangueira) erst kürzlich neu aufgenommen hat. Insgesamt brachte der Komponist 16 Sambas innerhalb der Mangueira heraus.

Obwohl ihr in den 70ern nur ein einziger Sieg gelang (mit „Lendas do Abaeté“ 1973) hinterliess die Mangueira andere erinnerungswürdige Werke, die in die Geschichte eingingen: „Imagens poéticas de Jorge de Lima“ (1975) und „No reino da Mãe do Ouro“ (1976). Erneut Champion wurde sie erst wieder 1984, als sie die Tribünen wackeln liess mit dem Thema: „Yes, nos temos Braguinha“. Damit weihte man damals gerade den neuen Sambódromo in Rio de Janeiro ein, und jenen Samba-Schulen, die am besten abgeschnitten hatten, präsentierten sich erneut am darauf folgenden Samstag, um zu sehen, wer nun als „Super-Champion“ abschneiden würde. Es war die „Grün und Rosafarbene“ – die Einzige, die jenen Titel je erhielt!

Zwei andere Siege kamen gleich darauf, im Jahr 1986 „Caymmi mostra ao mundo o que a Bahia e a Mangueira têm“ und 1987 „No reino das palavras, Carlos Drummond de Andrade“. Nach einer Periode des Auf und Ab eroberte sie 1998 erneut einen Spitzensieg mit „Chico Buarque da Mangueira“. In jenem denkwürdigen Jahr teilte sie sich den Titel mit der „Beija-Flor“ aus Nilópolis. 2002 wurde sie mit dem Karnevalisten Max Lopes erneut Champion – sie rühmte die Schönheiten des brasilianischen Nordostens mit dem Thema „Brasil com Z é pra cabra da peste, Brasil com S é a nação do Nordeste“ (Brasilien mit Z ist für die Katz – Brasilien mit S ist die Nation des Nordostens).“

Am 22. Januar stirbt Dona Zica ein Symbol der Mangueira und des Carioca-Karnevals. Als Mutter des Komponisten Cartola, der 1980 starb, war Dona Zica 89 Jahre alt geworden – ein Herzschlag setzte ihrem Leben ein Ende. Die Schule erreichte den 2. Rang mit dem Thema: „Os Dez Mandamentos – O samba da paz canta a saga da liberdade“ (Die Zehn Gebote – Der Samba des Friedens besingt die Saga der Freiheit).

2007 reichte es noch einmal für eine Platzierung unter den ersten drei mit dem Thema „Minha Pátria é Minha Língua. Mangueira meu Grande Amor – meu samba vai ao lácio e colhe a última flor“ (Meine Heimat ist meine Sprache. Mangueira meine grosse Liebe – mein Samba pflückt die letzte Blume des Lácio).

Unter dem Motto „Mangueira é música do Brasil“ (Mangueira ist die Musik Brasiliens) präsentierte die Schule 2010 ein Potpourri an Rhythmus und Leidenschaft. 8 Allegoriewagen, 37 Kostümgruppen mit insgesamt 4.000 Teilnehmern erzählten von der Geschichte der brasilianischen Musik, von Samba und Bossa Nova, von Tropicalia und MPB bis hin zum Rock der 80er Jahre mit seinen grossen Festivals. Hier trat sich ein echter Titelaspirant hervor, der zuletzt 2002 ganz oben auf dem Treppchen stand. Die Präsentation zeigte gigantische Motivwagen, spektakuläre Kostümen und einzigartige Kreativität. Leider wurde die tolle Parade nur mit dem 6. Schlussrang belohnt.

Die Parade 2011 stand unter dem Motto „Der treue Sohn, stets Mangueira“. Der 17-fache Titelgewinner widmete diese Parade dem Samba-Komponisten Nelson Cavaquinho, der in diesem 100 Jahre alt geworden wäre. Die einzelnen Kostümgruppen und Motivwagen zeigten dementsprechend Stationen seines Lebens und Schaffens. Viel Zeit konnten sich die rund 4.000 Teilnehmer der Schule allerdings nicht lassen, denn durch das Vorlesen eines Gedichtes zu Ehren des Künstlers begann bereits die Uhr zu laufen. Trotzdem kam der gesamte Tross mit seinen acht Allegoriewagen gerade noch rechtzeitig ins Ziel.

Beim Karneval 2012 versuchte die Grün-rosa Mangueira Schule zu demonstrieren, dass die Avenida Marquês de Sapucaí auch eine Bühne für die traditionellen Strassenblöcke sein könnte – und erzählte mit ihren Allegorien die Geschichte des Strassen-Blocks “Cacique de Ramos“, der im Jahr 2011 sein 50-jähriges Bestehen feierte.

Die Empathie des Publikums mit dem Thema erschreckte niemanden: Nach zirka zwanzig Minuten der Parade, als die Percussion und der Samba-Interpret plötzlich schwiegen, begann das Publikum den Themen-Samba zu schmettern: “Vou festejar! Sou Cacique, sou Mangueira“ (Ich werde feiern! Bin Cacique, bin Mangueira!)

Im vergangenen Jahr erreichte die “Mangueira“ den dritten Platz mit dem Thema über Nelson Cavaquinho – 2012 träumt sie wieder von der Bestnote der Juroren. Ausser den Innovationen der “Bateria“ – dirigiert von Maestro Ailton Nunes – kann die Schule sich auf luxuriöse Allegorien und Kostüme stützen, mit denen sie bestimmt gute Noten bekommt. Die Juroren sahen das aber anders und die „Mangueiras“ erhielten 297 Punkte gutgeschrieben, was den für sie enttäuschenden 7 Schlussrang bedeutete.

In Erwartung ihres 19. Titels setzte die Mangueira 2013 auf das Thema “Cuiabá: ein Paradies im Zentrum Amerikas“ – und wartete auf mit Naturschönheiten, Sitten und Gebräuchen und der Geschichte der Hauptstadt des Bundesstaates Mato Grosso. Die Stadt wurde 1719 von den “Bandeirantes“ (portugiesische Söldnertruppen) gegründet und verfiel gegen Ende des Gold-Rush – Anfang des 20. Jahrhunderts – in Vergessenheit.

Mangueira präsentierte zwei Perkussions-Gruppen mit insgesamt 500 Rhythmikern, die sich während der Parade abwechselten. “Die Perkussion war ein Spektakel für sich. Sie werden weder gestern noch heute ein Spektakel dieser Grössenordnung zwischen diesen Tribünen sehen. Das war historisch!“ sagte Ivo Meirelles, der Präsident der Schule nach der Parade ergriffen.

Es gab den Wagen “Reino do Eldorado em busca do ouro, o nascimento do Cuiabá“ (Reich des Eldorado: auf der Suche nach Gold, die Entstehung von Cuiabá) – er zeigte Indios, Bandeirantes und dunkelhäutige – die Basis der cuiabanischen Bevölkerung – und Gold.

Die Allegorie “Mythen und Legenden“ präsentierte die Folklore und die Kultur von Cuiabá – mit mythologischen Persönlichkeiten, wie Tibanaré, den alten Indianer, der sich des nachts in einen Vogel verwandelt. Die vierte Allegorie präsentierte “Kunst und Geschmack“ – die Vielfalt des Kunsthandwerks und der regionalen Küche.

Am Ende der Parade präsentierte die “Mangueira“ die Stadt Cuiabá als eine Stätte der Möglichkeiten – und als einen der ausgewählten Austragungsorte der WM 2014. Und der letzte Wagen “Anhaltende Entwicklung ist angesagt“ lud Brasilianer und Ausländer ein zu diesem sportlichen Event – und erbat gleichzeitig ein Nachdenken über ambientale Fragen, besonders betreffs der Erhaltung des regionalen “Tierparadieses Pantanal“. Der 19. Titel wurde es nicht, sondern den für Mangueira enttäuschenden 8. Schlussrang.

Das 2014 von der “Estação Primeira de Mangueira“ ausgewählte Thema “A festança brasileira cai no samba da Mangueira“ (Die brasilianischen Feste fallen auf den Samba der Mangueira) soll der Schule einen weiteren (den zwanzigsten) Titel bringen.

Mangueira zeigte eine Parade reich an Details und mit imponenten allegorischen Wagen voller überraschender Beleuchtungseffekte. Die mehr als 500 Jahre Brasiliens wurden innerhalb der einzelnen Zelebrierungen behandelt – seit seiner Entdeckung bis zu den Traditionen der jüngeren Geschichte, wie zum Beispiel die ”Gay-Parade“. ”Chegando à terra da garoa um arco-íris despontou / orgulho, respeito, igualdade / tremula a bandeira da diversidade”. (Aus dem Land des Nieselregens erschien ein Regenbogen / Stolz, Respekt und Gleichheit / flatternd die Fahne der Verschiedenheit).

Die chronologische Reihenfolge der Parade begann mit der Ankunft der Schiffe von Pedro Álvares Cabral. Das Zusammentreffen zwischen Eingeborenen und Kolonisatoren wurde von der Front-Kommission präsentiert.

Ausser ihres Portraits der nationalen Geschichte reiste die “Mangueira“ durch das gesamte Territorium, um von Nord nach Süd die unterschiedlichsten Feste zu präsentieren, wie zum Beispiel das “Festa da Uva“ (Weinfest) in der Südregion, oder den “Bumba-meu-Boi“ (Fest des Ochsen), im Nordosten. Die Parade endete mit dem Fest am Ende des Kalenders – den Farben Weiss und Silber des “Reveillon“ (der Jahreswende – unserem Sylvester). Die Schule machte an dieser Stelle noch eine Anspielung auf das weltweit bekannteste “Fest Brasiliens“, dem Karneval.

Das “Fest der Mangueira“ endete für die Traditionsschule auf dem enttäuschenden 7. Schlussrang.

Die Parade 2015 der Estação Primeira de Mangueira fand ebenfalls im Regen statt, was einigen Teilnehmern Sorgen bereitete. Zudem hatten einige Wagen Schwierigkeiten mit dem Eingangstor zur Sapucaí. Einer davon stiess mit einem Pfeiler zusammen und zwei andere brauchten unzählige Manöver, um endlich einfahren zu können. Die Schule musste sich am Ende der Parade gar sputen, die sie mit 1 Stunde und 21 Minuten, nur eine Minute vor der Zeitbegrenzung, gerade noch schaffte.

Mangueira erschien mehr in Rosa als Grün, um die grossen Damen der brasilianischen Geschichte und ihrer Schule zu besingen. Das Samba-Thema passend dazu:
“Agora chegou a vez vou cantar, Mulher de Mangueira, Mulher Brasileira em primeiro Lugar“ (Jetzt ist es Zeit zu singen, die Frau der Manguera, die brasilianische Frau an erster Stelle)

Die grosse Leinwand im vierten Wagen, auf der die Gesichter von Frauen der Mangueira als Projektion zu sehen waren, verlosch leider verschiedene Male während der Parade, so dass dort nur ein schwarzes Quadrat zu sehen war, was sicher auch Punkteabzuge geben wird.

Die Mangueira – eine der traditionellsten Schulen Rios – wird im April 2015 87 Jahre alt. Zu den bereits 17 Titel im Karneval von Rio de Janeiro wollten die Verantwortlichen in diesem Jahr die 12 Jahre lange Pause ohne Sieg endlich beenden. Die erhaltenen 267,1 Punkte reichten gerade Mal zum 10. Schlussrang. Der letzte Sieg bleibt somit im Jahr 2002 stehen.

Mangueira hat mit ihrer Parade 2016 die Sängerin Maria Bethânia geehrt, die dieses Jahr ihr 50stes Karriere-Jubiläum feiert. Der Karnevalsko Leandro Vieira hat sich bei der Erarbeitung des Themas vor allem von der religiösen Seite der Sängerin inspirieren lassen.

Die ist 1946 in Santo Amaro da Purificação geboren und in einer katholischen Familie aufgewachsen. Sie ist aber auch Anhängerin der afrobrasilianischen Religion Candomblé. Den dazugehörenden Themen-Samba”A Menina dos Olhos de Oyá” (Das Mädchen mit den Augen von Oyá)

Ein weiterer Höhepunkt war der allegorische Wagen, über dem ein enormer Greifvogel thronte, ein Carcará. Der Caracá war Namenspate für ein Lied, mit dem Maria Bethânia 1965 ihre erfolgreiche Karriere gestartet hat.

Zum letzten Mal hat Mangueira die Sambaparaden der Elitegruppe wie erwähnt im Jahr 2002 gewonnen. Insgesamt vereint sie 17 Titel. Umso grösser war die Freude über den 18. Titel der nun 2016 dazugekommen ist.

Als letzte Schule ist der Champion von 2016 auf die Samba-Avenida eingezogen, Estação Primeira Mangueira. Der Vorjahressieger hat mit Witz und Einfallsreichtum die Religiösität und die Bedeutung des Glaubens im Leben der Brasilianer dargestellt. “Nur mit der Hilfe des Heiligen“ (Só com a ajuda do santo) lautete ihr Thema. Als Heilige ist auch die Percussiongruppe aufgetreten. Sie waren als Heiliger Franziskus gekleidet.

Dem Sankt Georg wurde ein alegorischer Wagen mit einem gigantischen Drachen gewidmet und dem Heiligen Mann oben auf. Vertreten waren ebenso die Gottheiten des Candomblé, die Orixás. Die in Brasilien mit den Heiligen der katholischen Kirche verschmolzen sind.

Diverse Alas haben berühmte Wallfahrten Brasiliens dargestellt, wie die zur “Nossa Senhora do Nazaré“, die jährlich Millionen Gläubige anzieht. Vertreten war ebenso “Nossa Senhora da Aparecida“.

Ganz perfekt war die 2017 Parade Mangueiras allerdings nicht. Auch sie hatte Probleme mit einem Wagen. In einem Rad hatte sich eine Plastikfolie verfangen und dieses blockiert.

Durch den Stillstand des Wagens ist eine große Lücke in der Parade entstanden. Mit Punktabzügen musste die Sambaschule rechnen, die sich aber in Grenzen hielten. Mangueira erreichte trotz der Probleme den 4. Schlussrang.