São Paulo – Die Lokomotive

Veröffentlicht am 24. Oktober 2009

São Paulo ist die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates in Brasilien. São Paulo ist die wirtschaftliche Lokomotive Brasiliens und die grösste industrielle Kraft Lateinamerikas.

Gründung:
25. Januar 1554
Lage: 760 Meter über Meer
Bevölkerungszahl: 11.253.503 (Stand 11/2011)
Grösse/km2: 1.523 km2
Bevölkerungsdichte/km2: 7.387,69 Einw./km2
Regenzeit: Dezember bis März

Erregend! Unfassbar! Dynamisch! Hektisch! Stressig! Monströs! Menschenverachtend! Es fallen einem gleich eine Menge Adjektive ein, wenn man an São Paulo denkt, und wenn man unsere Nachbarn aus der Sicht eines Carioca betrachtet, sind es nicht nur bewundernde sondern auch ein paar bösartige. São Paulo ist wie ein Baukasten verschiedener Weltstädte, die zu einer einzigen Universal-Metropole zusammengefügt wurden:

São Paulo ist wie New York
Schnell und erregend. Schmelztiegel verschiedenster Rassen. Wall-Street-Klima auf der Avenida Paulista. Börsenmarkt. Warenhandel. Branchen-Wettbewerb. Kunstgalerien. Kultur-Zentren. Museen. Parks. Business und Freizeit – und sogar einem Stadtteil, der Brooklyn heisst.

São Paulo ist wie London
Konservativ. In Winternebel und Morgendunst. Mit zahlreichen Universitäten. Noblen Theatern und Konzertsälen. Forschungs-Zentren. Pferderennen. Tennis- und Golf-Meisterschaften. Sogar Doppeldecker-Bussen.

São Paulo ist wie Frankfurt
Mit internationalen Banken. Multinationalen Konzernen. Professionell. Kosmopolitisch. Brasiliens ernstzunehmende Seite. Die besten Messen im Land. Sprungbrett zur Welt. Auch mit knackigen Würstchen und leckerem Eisbein mit Sauerkraut.

São Paulo ist wie Paris
Chic, schön und charmant. Mit Boutiquen und Galerien. Mit Bistros. Mit Blumen und Mode. Antiquitäten- und Flohmärkten. Nachtleben. Einer der besten Sammlungen französischer Impressionisten. Art Nouveau, Baguetes und Nouvelle Cuisine. Und voller l’Amour.

São Paulo ist wie Rom
Historische Brunnen und marmorne Säulen, gepflegte Gärten und feine Architektur. Spiel- und Sport-Arenen. Sieger und Besiegte. Italienische Cafés und bunte Cantinas. Mit Pasta, Carpaggio, Gorgonzola, Pizza, Chianti und Espresso.

São Paulo ist wie Tokio
Diszipliniert. Gebildet. Technisches Vorbild. Asiatisch geprägt. Mit der grössten Konzentration von Japanern ausserhalb ihrer Heimat – und auch ganz schön schlitzäugig.

São Paulo ist aber auch ein Land – nämlich der reichste Bundesstaat in der Brasilianischen Union. Grösser als Gross-Britannien und ein wenig kleiner als Deutschland!

Die Bürger von São Paulo haben stärker als in den anderen brasilianischen Städten, das Bedürfnis, Geld zu verdienen. Und damit erarbeiten sie ihrer Stadt und ihrem Bundesstaat ein Bruttosozialprodukt, das höher liegt als in den übrigen Bundesstaaten zusammengenommen. Ihre Produktion und ihre Steuerabgaben sind es, die Brasiliens Wirtschaft am Leben erhalten – verlöre Brasilien São Paulo, dann wäre es pleite.

Kein Wunder also, dass die Nachbarn aus dem trockenen Nordosten in Scharen in São Paulo einfallen, um hier irgendwo einen Job zu finden. Schliesslich landen die meisten unter den marmornen Bögen der Büropaläste und strecken bettelnd die Hand aus, während fürstlich verdienende Wirtschaftsbosse von den Dächern per Hubschrauber zum Lunch abgeholt werden.

São Paulo ist die am schnellsten wachsende Grossstadt der Erde und Südamerikas grösster Industrie-Komplex. Die Monsterstadt bedeckt eine Fläche von mehr als 1.500 Quadratkilometern – doppelt so gross wie Paris! Produktionsstätten der Automobil-Industrie, der Chemie, der Elektronik, des Flugzeugbaus und der Informatik sind hier angesiedelt, um nur einige zu nennen.

Das Hinterland produziert heute 50% aller Baumwolle Brasiliens, 62% seines Zuckers, 50% aller Fruchtexporte und 30% des Kaffees. São Paulo liefert 90% von Brasiliens Motorfahrzeugen, 65% an Papier und Zellulose, 60% aller Maschinen und Werkzeuge. Aber es ist andererseits auch verantwortlich für 60% des gesamten brasilianischen Energieverbrauchs. São Paulo liefert 33% der gesamten Exporte Brasiliens und verbraucht 40% aller Importe – fast alle diese Güter werden über seinen Hafen Santos verschifft.

São Paulos Gesellschaft setzt sich aus allen Teilen der Weltbevölkerung zusammen – und von besonders prägendem Einfluss sind die europäischen Einwanderer geblieben, denen die Stadt besonders ihr industrielles Wachstum und damit ihren Wohlstand – beispielgebend für ganz Südamerika – zu verdanken hat. Jeder zwölfte Brasilianer lebt heute in São Paulo.

Eine Stadt, die auch hinsichtlich ihres Service-Angebots dem Besucher nicht nur alles bietet, was sein Herz begehrt, sondern ihn auch auf diesem Gebiet mit Superlativen überhäuft: Es gibt sicher wenige Städte auf der Welt, in denen man morgens ein „American Breakfast“ bekommen kann, zu Mittag in einem japanischen Restaurant essen, den „Five o’clock Tea“ in einem englischen Pub einnehmen, Cocktails in einem französischen Bistro und das Abendessen in einem ungarischen, russischen oder italienischen Restaurant geniessen kann. Tanzen zu den Klängen eines Walzers, den ein Wiener Orchester intoniert, um schliesslich noch zu einer „Swinging Night“ in einem der bestausgestattetsten Nachtclubs von Weltrang aufzubrechen – in São Paulo können Sie all das und noch vieles mehr!

In vieler Hinsicht ist São Paulo einzigartig: An einem einzigen Tag kann man hier einen typisch italienischen Stadtteil (Bixiga) besuchen, oder einen typisch orientalischen (Liberdade), gigantische Industrie-Distrikte kennen lernen, in denen Autohersteller und metallverarbeitende Unternehmen angesiedelt sind (São Caetano, São Bernardo, Santo André), typische Nordost-Märkte (Concórdia Platz, Brás), oder typisch arabische (25 de Março) und jüdische Geschäfts-Zentren (Bom Retiro). Die Wohngebiete der Haute Volée besuchen (Jardim Europa, Jardim America, Jardim Paulista und Morumbi, wo der Gouverneurs-Palast steht) oder die Wohngebiete der Ärmsten der Armen (die Favelas an den Stadtrandgebieten). Kunsthandwerk und brasilianische Küche aus allen Teilen Brasiliens (Lapa-Markt) kennen lernen und die Prachtstrassen, die São Paulos Wirtschaftsmacht demonstrieren (Avenida Paulista, die brasilianische Wall Street). Museen von Weltrang entdecken, wie zum Beispiel das Kunstmuseum, das unter anderen auch Werke von Raphael, Toulouse Lautrec, Mantegna, El Greco, Matisse, Tizian, Van Gogh, Manet, Delacroix, Degas, Cezanne, Renoir und Picasso in seiner Sammlung ausstellt. Und vergessen wir nicht die riesig dimensionierten Shopping-Center (Iguatemi, Ibirapuera, Eldorado) und die zahlreichen Theater, Galerien, Strassenmärkte und Vergnügungsparks.

Das alles ist São Paulo – eine Stadt voller erstaunlicher Details und Möglichkeiten. Keine andere Stadt in Südamerika ist so gut für Besucher eingerichtet wie sie, denn sie bietet auch noch eindrucksvolle Transportlösungen, schnelle Kommunikationswege, und first-class Unterbringung und Service für ihre Gäste: über 650 Hotels wetteifern hier mit einem Raumangebot von über 35.000 Zimmern – mehrere von ihnen gehören zur absoluten Weltspitze! Und bei den 1.500 Restaurants ist die Auswahl für den Gourmet einzigartig in ganz Südamerika!

Das lebendigste und vielseitigste Nachtleben gehört ebenfalls zu São Paulo: Hier können Sie in die Oper im Teatro Municipal gehen oder zu einer Samba-Show mit atemverschlagenden Mulatas. Sie können in deutschen Restaurants Walzer tanzen oder in argentinischen den Tango – einem portugiesischen Fado lauschen oder brasilianischen Künstlern applaudieren, in einer der über 400 täglichen Live-Shows, Musicals und Kunstausstellungen.

Natürlich ist São Paulo auch ein Shopping-Paradies – mit einer unglaublichen Anzahl von Galerien, Boutiquen, Designer-Shops, Haute-Couture-Häusern und Interieur-Showrooms. Im Land des Fussballs, Basketballs, Volleyballs, Handballs und des Boxsports hat man natürlich auch in São Paulo entsprechende Sporteinrichtungen geschaffen (Ibirapuera, Morumbí, Pacaembú) – und in Interlagos befindet sich die Formel 1 Rennstrecke.

Aber sich in São Paulo als Besucher zurechtzufinden, ist selbst dann noch schwierig, wenn Sie Portugiesisch sprechen, ein Auto, Geld und Zeit haben und die Verkehrsregeln kennen. Und für alle Anden ist es schlichtweg unmöglich! Warum nun aber? Weil die Ausbreitung dieser Riesenstadt keinerlei Plan oder Schema folgt und weil es an Orientierungshilfen mangelt, nach denen man sich richten könnte. Die Sicht wird zudem überall durch Hochhäuser versperrt. Mit Hilfe von Stadtplänen erkennt man nur, wie schwierig es in diesem Fall ist, sie auf verständliche Dimensionen zu bringen. Als Tourist in dieser Megalopolis steht man erst einmal den hastenden Einheimischen dauernd im Weg. Mit grossen Augen versucht man, sich innerhalb der Beton- und Glaspaläste zurechtzufinden. Der chaotische Verkehr und der brodelnde Lärm überall – eine geradezu migräneträchtige Atmosphäre – sensible Naturen bekommen Platzangst, wenn sie nach Kilometern zwischen den Häuserwänden noch kein einziges grünes Blatt und nicht mehr als eine Handbreit Himmel über sich gesehen haben.

Von der Luft behaupten Zyniker, sie sei so dicht, dass die Regentropfen hier nur halb so schnell fielen wie anderswo. Blickt man geradeaus, verschwimmt der Blick nach wenigen hundert Metern bereits im diffusen Grau des Smogs, und wenn die Augen anfangen zu tränen, ist eigentlich der Moment erreicht, in dem man seine Gasmaske aus dem Rucksack überstülpen sollte, wenn man eine dabei hätte. Im Zentrum werden immer mehr Hochhäuser hingebaut und aufeinander gesetzt, sodass sich tatsächlich auf den Strassen und Trottoirs kein Lüftchen mehr regt. Der Erstickungstod São Paulos wird manchmal im Fernsehen diskutiert – dann erklären ein paar Administratoren, dass alles anders werden wird – es wird – noch schlimmer!

Alle Brasilianer sind fortschrittsgläubige Menschen – die Paulistanos sind geradezu fortschrittsbesessen. Wenn man angesichts dieses offensichtlichen Verkehrschaos, der schlechten Luft und den wahnsinnigen Grössenordnungen die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, dann macht’s dem richtigen Paulistano erst richtig Spass. Schmunzelnd meint er, dass es sich dabei „nur um vorübergehende Schwierigkeiten“ handele und dass hier „das eigentliche Paradies für Geschäftsleute“ sei. Richtig, es gibt nichts, was man hier nicht kaufen oder verkaufen könnte – ausser einem angebissenen Hamburger vielleicht.

Die Paulistanos wissen, dass die offiziell angegebene Einwohnerzahl von rund 13,5 Millionen nicht der Realität entspricht, denn die meisten der armen Zugewanderten aus dem Nordosten besitzen keine Ausweispapiere und ihre Neugeborenen werden auch nicht registriert – diese Dunkelziffer wird auf zwischen 5 bis 8 Millionen geschätzt, sodass eine Einwohnerzahl von 20 Millionen eher der Realität entspricht. Dass das explosive Wachstum alle Probleme noch verschärfen wird, nimmt man mit Gelassenheit zur Kenntnis. Es gibt Leute, die unverdrossen ein mögliches Wachstum São Paulos auf 25 Millionen anpeilen und die den Flughafen von Viracopos (Campinas) – heute 97 km entfernt – schon als Stadtflughafen sehen, „der dann bestimmt verlegt werden muss“! Aber das ist nicht etwa Galgenhumor sondern echter Optimismus!

Gemessen an ihrer überwältigenden Grösse ist die Stadt eigentlich eher arm an Sehenswürdigkeiten – zumindest an historischen. Die hat man nämlich, im Zuge kompromisslosen Modernismus oder echter Megalomanie, dem Erdboden gleich gemacht, um den teuren Baugrund an potente Konzerne für ihre Glas- und Beton-Paläste zu verhökern. Immerhin, es gibt noch ein paar wenige Zeugen aus historischer Zeit – etwa ein knappes Dutzend – und man sollte sie, wenn man nur einen oder zwei Tage zur Verfügung hat, innerhalb einer organisierten Stadtrundfahrt besichtigen, denn, um mit den öffentlichen Verkehrsmitteln umgehen zu können, dafür müsste man erst ein paar Wochen trainieren.

nach obenSÃO PAULOS CITY

Sollte man gesehen haben. Sei es, um die bestaunenswerte Architektur seiner Wolkenkratzer, das Rassengemisch seiner geschäftigen Bürger und ihre Geschäfte, Boutiquen und Restaurants aus allen Teilen der Welt zu bewundern, oder – sei es, um die menschenverachtenden Gegensätze dieser Gesellschaft, die erschreckende Hektik des Verkehrs und die monströse Umweltverschmutzung in dieser Stadt zu verurteilen.

nach obenVom Viaduto do Chá

Hat man einen guten Überblick und befindet sich im Kern der City. Der Viadukt war die erste Konstruktion dieser Art in São Paulo – stammt aus dem Jahr 1892 – seine Metallstruktur kam aus Deutschland. Der Name stammt von einer damaligen grossen Tee-Plantage (Tee=Chá) in seiner Nähe. Er verbindet die Rua Direita, im Alten Zentrum – (da man die meisten historischen Bauten abgerissen hat, kann man es jetzt nicht mehr „Historisches Zentrum“ nennen) – mit der Rua do Chá, die heute Barão de Itapetininga heisst und im Neuen Zentrum liegt. Im Jahr 1938 wurde der alte Viadukt, mit Holzboden, abgerissen, um der heutigen Konstruktion Platz zu machen – mit Spannbeton und doppelt so breit. Wegen seiner guten Aussicht über das Tal des Anhangbaú ist der Viadukt immer noch das meist fotografierte Postkartenmotiv der Stadt.

nach obenVale do Anhangabaú

Dieses Tal zwischen zwei Hügeln, mit dem Flüsschen gleichen Namens in der Mitte, trennt das Alte vom Neuen Zentrum der Stadt – oberhalb vom Viaduto do Chá und unterhalb vom Viaduto Santa Efigênia überspannt. Auf die Hügel, rechts und links, hat man imponente Paläste aus Beton und Glas gesetzt – wie das Edifício Martinelli, das der Banco Banespa oder der Bank of Boston – ganz unten, am Ende des Tals, hat sogar das alte Gebäude der Post (Correios – neoklassischer Stil von 1922) die sporadischen Abriss-Kampagnen überlebt. Der Rio Anhangabaú verläuft nun im Untergrund des vielspurigen Strassenkomplexes. Während der reichlichen Sommerregen passiert es allerdings immer wieder, dass der kleine Fluss anschwillt und einen Tunnel im Tal des Anhangabaú unter Wasser setzt, den die Paulistanos nach seinem ehemaligen Auftraggeber, dem Präfekten Ademar de Barros, „Badewanne des Ademar“ nennen. Wenn dann die ersten Autos in der „Badewanne“ stecken bleiben, weil Wasser in ihre empfindlichen Teile gedrungen ist, beginnt das übliche Verkehrschaos in São Paulo:

Wie bei einem Domino-Effekt pflanzt sich die Verkehrstockung, vom Zentrum ausgehend, nach allen Himmelsrichtungen, bis in die Aussenbezirke fort – und wer das Glück hat, nicht in diesem Mega-Stau zu stecken, kann dessen Ausmasse, vom Polizei-Hubschrauber aus gefilmt, am Fernseher verfolgen:

„135 Kilometer Stau in Richtung Norden, 80 Kilometer Stau in Richtung Süden, 70 Kilometer Stau in Richtung Osten, 45 Kilometer Stau in Richtung Westen“ und dazu die fürsorglichen Aufforderung: „Bitte bleiben Sie zu Hause“!

nach obenDas Theatro Municipal

Ganz in der Nähe des Anhangabaú ist dieses alte Theater-Gebäude eines der wenigen Überbleibsel aus der Jahrhundertwende, die dem wahnwitzigen Bauboom noch nicht zum Opfer gefallen sind. Sein Bau wurde im Jahr 1903 eingeleitet – in neobarockem Stil, inspiriert von der Pariser Oper – und eingeweiht am 12. September 1911 mit der Oper „Hamlet“ von Ambrósio Thomas. Das Theater hat im vergangenen Jahrhundert eine Reihe der berühmtesten Künstler der Weltgeschichte innerhalb seiner Mauern präsentiert, wie zum Beispiel: Enrico Caruso, Maria Callas, Vaslav Nijinski, Isadora Duncan, Arturo Toscanini, Anna Pavlowa, Arthur Rubinstein, Benjamino Gigli, Madalena Tagliaferro und viele andere.

Das Gebäude besitzt edle Glasfenster und viele Kunstwerke. Sein Interieur ist in sechs Ränge unterteilt, deren Balkon-Fronten mit Blattgold verkleidet sind, und seine Kuppel präsentiert die verschiedenen Phasen des menschlichen Lebens. Der zentrale Lüster besitzt 260 Lampen und 6.000 Kristall-Teile. Im Anschluss an das Gebäude befindet sich das Theater-Museum.
(Praça Ramos de Azevedo – Zentrum).

nach obenDie Catedral Metropolitana

1913 angefangen und erst 1954 eingeweiht, ein neo-gotischer Riesenbau – man erreicht sie, wenn man über den Viaduto do Chá zurück in das Alte Zentrum, bis zum Praça da Sé wandert. Sie fasst 8.000 Gläubige und hat eine Länge von 110 Metern und eine durchschnittliche Breite von 46 Metern. Ihr Mittelschiff wölbt sich über 30 Meter Höhe – und ihre beiden Türme ragen 92 Meter hoch in den Himmel. Hier sind es besonders die gewaltigen Ausmasse dieser grössten Kirche der Hauptstadt, die eine Besichtigung interessant machen. Ihre italienische Orgel ist die grösste Südamerikas. In ihrer Krypta sind die sterblichen Überreste des Indianerhäuptlings Tibiriçá untergebracht und die des Paters Diogo Antônio Feijó – des „Regente Feijó“ (1784–1843).
(Praça da Sé – Zentrum)

nach obenDer Praça da Sé

Vor der Kathedrale geht es tief in die Erde hinunter, zur zentralen Metro-Station, ausgelegt für 1 Million Fahrgäste pro Tag. Für ihren Bau musste ein dreissig Stockwerke hohes Gebäude verschwinden – da man es eilig hatte, sprengte man es in die Luft. Der über der Station gelegene Praça da Sé ist der Mittelpunkt der ehemaligen „Historischen Stadt“, den Anfängen der Siedlung São Paulo de Piratininga. Nach dem Bau des Metro-Tiefgeschosses hat man die riesige Deckenplatte in Gartenanlagen, mit Ruhebänken, modernen Skulpturen und Springbrunnen unterteilt, zwischen denen Büroangestellte der Umgegend Zeitung lesend und Studenten ihre Kommilitoninnen küssend, die Mittagspause verbringen. Auch die Strassenkinder haben hier einen ihrer bevorzugten Arbeitsplätze, an dem sie entweder bittend die Hand aufhalten oder einen der ineinander verschraubten Momente der Liebenden benutzen, um ihnen den Schirm, die Aktentasche oder sonst ein Utensil zu klauen.

Im Zentrum des Platzes befindet sich der so genannte „Marco Zero“ (Punkt Null), welcher die Richtungen der einzelnen Nachbarstaaten anzeigt, und von dem aus die Entfernung zu jedwedem Punkt der Stadt und ihrer Peripherie gemessen wird.

nach obenIm Triangulo Histórico (Historischen Dreieck)

Dem gleichen Viertel, liegt auch der Platz, auf dem einst die Jesuitenpater Manuel da Nóbrega und José de Anchieta die erste Kapelle aus Taipa hinstellten – er heisst heute „Pátio do Colégio“ und wird von Hochhäusern des Bankenviertels eingerahmt. Die Capela de Anchieta wurde 1896 an derselben Stelle des Originals errichtet und befindet sich neben dem sogenannten Casa de Anchieta, dermaleinst ein Kolleg zur Christianisierung der Indianer durch den Pater Anchieta – heute ein historisches Museum.
(Rua Boa Vista – neben dem Praça da Sé – im Zentrum)

nach obenDie Basílica de São Bento

Eine alte Klosterkirche, gebaut zwischen 1910 und 1922 in gotisch-byzantinischem Stil, liegt ebenfalls im Historischen Dreieck – und steht genau dort, wo einst die Taba (Indianer-Hütte) des Häuptlings Tibiriçá gestanden, und wo man bereits 1598 die erste Kapelle aus Taipa errichtet hatte. Die Kirche besitzt Glasfenster aus Deutschland und eine holzgeschnitzte Innenwand.
Die Orgel hat 6.000 Pfeifen – diverse Heiligenfiguren von grossem historischen Wert und andere sakrale Kunstwerke befinden sich in ihrem Innern: eine Statue der Nossa Senhora da Conceição von 1722 – der Virgem de Kasparova, einer russischen Ikone, verziert mit 6.000 Perlen – einem Kruzifix von 1777 und den sterblichen Überresten des Bandeirante Fernão Dias Paes und seiner Gemahlin. Im Turm ist die älteste Uhr der Stadt eingelassen.
Jeden Sonntag findet hier eine Messe statt, begleitet von einem Chor, der schöne gregorianische Gesänge intoniert.
(Largo São Bento – Zentrum)

nach obenDas Solar da Marquesa de Santos

Wird als letztes Exemplar einer urbanen Wohngebäude-Architektur aus dem 18. Jahrhundert, in der Innenstadt von São Paulo, angesehen. Das alte Gebäude aus Taipa (Holzgerüst, verkleidet mit von Häcksel durchsetztem Lehm) wurde im Jahr 1843 von der Gräfin gekauft und in eine der aristokratischsten Residenzen von São Paulo umgebaut – man kannte es auch unter dem Namen „Palacete do Carmo“. Derzeit beherbergt es die Sammlung des Museu da Cidade.
(Rua Roberto Simonsen, am Pátio do Colégio – Zentrum)

nach obenDer Parque Ipiranga

Liegt am Rand des Alten Zentrums um den Praça da Sé, den man auch Parque da Independência (Park der Unabhängigkeit) nennt – hier hat am 7. September 1822 Dom Pedro I. seine Stimme zum „Grito da Independência“ (Schrei der Unabhängigkeit) von Portugal erhoben. Mittelpunkt dieser weitläufigen Grünanlage ist das älteste Museum der Stadt, das Museu Paulista, mit vielen Exponaten aus der Vergangenheit der Hauptstadt. Prunkstück ist ein zimmergrosses Modell des verschlafenen Nestes, das São Paulo einst – um 1840 – gewesen. Im Park vor dem Museum erhebt sich, im Wagner-Stil, ein gigantischer Bau aus Granit, der 1922, zur Einhundert-Jahrfeier der Unabhängigkeit eingeweiht wurde. Der Bildhauer Ettore Gimenez hat ein Gemälde von Pedro Américo als monumentales Wandrelief so lebensecht nachgestaltet, dass die einzelnen Figuren förmlich aus der Wand zu fallen scheinen. In der Krypta des Bauwerks ruhen die Gebeine Kaiser Dom Pedros I. und seiner Gemahlin Leopoldina.
Das kleine Häuschen, genannt „Casa do Grito“ (Haus des Schreis) in dem der Kaiser die Nacht vor seiner Unabhängigkeitserklärung verbracht hat, ist ebenfalls noch im Park erhalten.

nach obenDer Mercado Municipal

Etwa zehn Minuten zu Fuss vom Stadtzentrum liegen die alten Markthallen von São Paulo, auch unter dem Namen Mercado Central bekannt. Die überdachten Hallen wurden im Jahr 1933 eingeweiht, haben eine Innenraumhöhe von 10 Metern, runde Stützsäulen und schöne, aus Deutschland importierte Glasfenster mit landwirtschaftlichen Motiven. Ein bedeutendes Zentrum, sowohl für Einkäufe als auch zum Zeitvertreib, mit einer Riesenauswahl an Produkten – von Gemüsen und Früchten bis zu Gewürzen und Spezereien, die man in ganz São Paulo eben nur dort bekommt. Ist ausserdem der einzige Markt, auf dem man bestimmte Früchte stets auch ausserhalb der Saison kaufen kann.
(Rua da Cantareira, 306 – zwischen der Rua 25 de Março und dem Parque Dom Pedro II.).

nach obenDie Estação da Luz

Der alte Bahnhof wurde 1901 für den Publikumsverkehr in Betrieb genommen. Seine bebaute Fläche nahm 7.500 Quadratmeter des Stadtteils Jardim da Luz ein und wurde von der São Paulo Railway Company aus Teilen einer Eisenstruktur aus England zusammengesetzt, die als Kopie des „Big Ben“ und der „Westminster Abbey“ angelegt war. Finanziert wurde der Bahnhof aus den enormen Gewinnen, die der Kaffee-Anbau gegen Ende des 19. Jahrhunderts den Paulistas bescherte, und dessen Transport eine Bahnlinie zwischen Jundiaí und dem Exporthafen von Santos erforderlich machte. Die Bedeutung dieser Eisenbahnverbindung dauerte bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Dann verlegte man das Transportwesen in die Luft und auf die Strassen – das Schienennetz verlor zunehmend an Bedeutung (und das war ein grosser Fehler, wie man heute eingesehen hat). Der Bahnhof wird heute nur noch als Endstation für Vorortzüge benutzt.
(An der Peripherie des Stadtzentrums – am Ende der Avenida Cásper Líbero)

nach obenDie Estação Júlio Prestes

Ist der andere historische Bahnhof im Zentrum von São Paulo. Hier kommt die Inspiration von den nordamerikanischen „Grand Central Station“ und der „Pennsylvania“. Er stammt aus dem Jahr 1926, besitzt ein Innenmass von 1.000 Quadratmetern, ausgelegt mit einem Marmor-Fussboden. Das Dach, in 24 Metern Innenraumhöhe, wird von 32 Säulen getragen. Der gesamte Komplex wurde restauriert und in einen riesigen Konzertsaal verwandelt – die Sala São Paulo de Concertos – welche dem Symphonie-Orchester des Staates São Paulo zur neuen Heimat geworden ist.
(Praça Júlio Prestes, im Stadtteil Lúz)

nach obenDie Pinacoteca do Estado

Befindet sich gleich nebenan – ein Gebäude im neoklassischen Stil, wurde von Ramos de Azevedo projektiert und 1905 eingeweiht. Es enthält eine Sammlung von mehr als 5.000 Kunstwerken, unter denen sich besonders die brasilianischen aus dem 19. und 20. Jahrhundert abheben. Sie werden repräsentiert von den Künstlern Almeida Júnior, Pedro Alexandrino, Victor Brecheret, Cândido Portinari, Di Cavalcanti und Tarsila do Amaral. Desweiteren sind hier Skulpturen von französischen Künstlern, wie Auguste Rodin, Camile Claudel und Aristide Maillol zu sehen. Es gibt eine Bibliothek, eine Cafeteria und ein Restaurant im Gebäude. Von Zeit zu Zeit finden hier auch Wanderausstellungen statt.
(Praça da Lúz, 2 – im Stadtteil Lúz)

nach obenDas Museu de Arte Sacra

Liegt ebenfalls im gleichen Stadtteil, sodass man mit ihm den Ausflug abrunden könnte: Es handelt sich hierbei um eine der besten Sammlungen sakraler Kunst in Brasilien, mit 4.000 Stücken, von denen zirka 1.000 ausgestellt sind – Gemälde, Altäre, Kreuze, Kelche, Möbel und Skulpturen des 16. bis zum 20. Jahrhundert.
Schon das Gebäude im Kolonialstil ist sehenswert, es stammt aus dem Jahr 1774. Neben dran befindet sich die alte Igreja de Nossa Senhora da Lúz, mit den sterblichen Überresten des Frei Galvão, und daneben das Presépio Napolitano, mit den mehr als 1.600 Einzelteilen eines italienischen Dorfes aus dem 18. Jahrhundert.
(Avenida Tiradentes, 676 – im Stadtteil Lúz)

Unter den Hunderten von Hochhäusern sind einige sehenswert, vor allem die in der Avenida Ipiranga. Dort prangt an der Ecke mit der Avenida São Luis auch das meistfotografierte Gebäude, das Hochhaus der COPAM – seine wellenartig geschwungene Architektur unterscheidet es von allen anderen Gebäuden seiner Umgebung. Gerade ihm gegenüber befindet sich das aparteste Restaurant der Stadt:

nach obenDas Terraço Italia

Im Wolkenkratzer gleichen Namens. Hier können Sie sich aus dem 46. Stockwerk einen Panorama-Eindruck von den enormen Ausmassen São Paulos verschaffen. Das Edifício Itália war lange Zeit das höchste der Stadt, und sein Name ist verbunden mit den italienischen Pionieren, die an der Konstruktion dieser Stadt mitgeholfen haben. Das im 45. Stock gelegene Restaurant ist weniger wegen seiner durchaus exzellenten Küche, als vielmehr wegen dieser Aussicht berühmt. Man braucht nicht unbedingt dort zu essen, um die Aussicht kennen zu lernen – wenn man entsprechend gekleidet ist – Jackett bitte – darf man den tags wie nachts umwerfenden Blick auch bei einem Drink geniessen!
(Avenida Ipiranga mit der Avenida São Luis).

nach obenDie Avenida Paulista

São Paulos Geschäfts- und Banken-Paradies, verläuft entlang des höchstgelegenen Hügelkamms der Stadt. Diese inzwischen weltbekannte Geschäftsstrasse wurde 1891 vom Ingenieur Joaquim Eugênio de Lima projektiert, dem eine Hauptarterie à la Europa vorschwebte – wie der Kurfürstendamm, in Berlin oder die Champs Elysées, in Paris. Nun, heute gleicht sie eher der Wallstreet, in New York. Nachdem sich, um die Jahrhundertwende, zuerst die Haute Volée an den Rändern der neuen Prachtstrasse, in eleganten Villen im modischen eklethischen Baustil, niedergelassen hatten – brachte die industrielle Entwicklung zwischen 1930 und 1940 einen Run der Grossindustriellen auf die vornehme Avenida und ihre Grundstücke. Privatvillen wurden wieder abgerissen und die ersten Büropaläste auf den teuren schmalen Grundstücken in schwindelnde Höhen gezogen. Ab 1970 musste die Avenida Paulista, bedingt durch den wachsenden Verkehr, verbreitert werden, und ab 1980 entstanden die letzten Glas- und Betonpaläste der internationalen Banken und multinationalen Konzerne auf beiden Seiten der Pracht-Avenida.

Trotz alledem, die Avenida Paulista ist nicht vollkommen an die Finanzwelt verloren. Einige wenige andere interessante Sehenswürdigkeiten am Avenida-Rand sind: die Shopping Mall Paulista, an ihrem südöstlichen Ende, das Centro Cultural Itaú, Nº 149, das riesige Conjunto Nacional, Lateinamerikas erstes Shopping-Center, zwischen den Querstrassen João Manuel und Augusta, aber vor allem das MASP, das Museu de Arte de São Paulo, mit der Nº 1.578. Das Gebäude wurde 1968 von der englischen Queen Elizabeth II. eingeweiht und ist zweifellos das eindrucksvollste Museum der ganzen Stadt, denn es enthält eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt: Werke von Rafael, Cézanne, Monet, Renoir, Van Gogh, Matisse, Picasso, Mondigliani, Goya, Velazquez, Rembrandt und Degás – und natürlich viel Schönes auch von modernen Brasilianern, wie Cândido Portinari, Anita Malfatti und Di Cavalcanti, unter anderen.

nach obenDer Parque Ibirapuera

São Paulos interessantester Park bietet auf einer Fläche von 1,6 Millionen Quadratmetern nicht nur wunderschön gestaltete Gärten und Seen, sondern auch Kultur. Zum Beispiel das Planetário, ausgerüstet mit den neuesten Geräten der Weltraumforschung.

Das Museu de Arte Contemporanea, mit einer interessanten Sammlung westlicher und südamerikanischer Moderner Kunst, mit 3.000 Werken, darunter Picassos und Mondiglianis, das Gebäude der Bienal, in dem jedes Jahr eine Weltausstellung moderner Kunst stattfindet, das Museu da Aeronáutica, ein Museum der Luftfahrt, das Museu da Folclore, ein Folklore-Museum, der Velódromo, ein Parcours für Fahrrad- und Motorrad-Rennen, ein mit Aluminium überdachtes Stadion für Hallensport, mit Platz für 20.000 Zuschauer, der Pavilhão Japonês, ein japanischer Pavillion, original aus Japan importiert, mit einem Salon für die Tee-Zeremonie und natürlich viele Fuss- und auch Radwege. Ibirapuera ist zweifellos eine der bedeutendsten Grünanlagen der Stadt – sie wurde 1954, anlässlich der 600-Jahrfeier der Stadtgründung, eingeweiht. Bei einem ausgedehnten Bummel durch diesen wirklich sehenswerten Park hat man gute Gelegenheit die Paulistanos besser kennen zu lernen.

nach obenDas Pacaembú-Sportzentrum

Ist für ein bisschen Aktivität ebenfalls zu empfehlen: Ausser einem Fussballstadion, eingeweiht 1940, mit einem Fassungsvermögen für 70.000 Zuschauer – finden sich hier Leichtathletik-Einrichtungen nach olympischen Massstäben: Basketball- und Tennis-Courts, ein beleuchteter, fünfzig Meter langer Swimming-Pool, sowie ein überdachtes Gym-Center mit einer Kapazität für 4.000 Zuschauer. In Morumbí, einem Nobelstadtteil, gibt es inzwischen ein noch grösseres Fussballstadion, welches sogar 100.000 Fans Platz bietet.

Integriert ist seit 2008 ebenfalls das: Museu do Futebol – Fussballmuseum in São Paulo
Gefühl, Geschichte und Unterhaltung sind die drei Säulen eines multimedialen Fussballmuseums, welches sich in der brasilianischen Millionenmetropole São Paulo – unterhalb der Tribünen des Estádio Municipal Paulo Machado de Carvalho, besser bekannt als “Pacaembu“. befindet. Auf drei Stockwerken und in insgesamt 17 Räumen kann dort der Fussballfan in die brasilianische Leidenschaft für das runde Leder eintauchen.

Das Museum ist täglich ausser Montag bis 18 Uhr geöffnet. Die Eintrittspreise liegen zwischen umgerechnet 1.25 Euro und 2.50 Euro. Wer also einmal nach São Paulo kommt, sollte einen Blick werfen auf die fussballerische Vergangenheit Brasiliens, einem Mix aus Freude und Leid, Erinnerung und Gegenwart, Unterhaltung und Sport.
(Praça Charles Miller, im Stadtteil Pacaembú)

nach obenDas Instituto Butantan

Die Schlangenfarm ist die beliebteste aller Sehenswürdigkeiten in São Paulo. Lebende Schlangen und Spinnen, Skorpione und andere giftige Tierarten werden hier zum Zweck des Studiums und der Herstellung von Seren und Gegengiften gehalten. Mehr als sechzig Spezies brasilianischer Schlangen, und viele andere Arten aus den vier Kontinenten – insgesamt zig-tausend Exemplare – finden sich in dieser Sammlung. Die Schlangen werden sechsmal pro Tag gemolken, das heisst, ihre Giftdrüsen von todesmutigen Wissenschaftlern künstlich entleert – auf Wunsch können Vorführungen organisiert werden. Ausser Seren gegen Schlangenbisse, produziert Butantã heute Impfseren gegen Tetanus, Mumps, Diphtherie, Tollwut und Tuberkulose. Es werden hier Studien über die geografische Verbreitung, die Biologie und die Systematik von Schlangen, Spinnen und Skorpionen durchgeführt, sowie mit ihren entsprechenden Toxinen experimentiert. Das Hospital Vital Brazil innerhalb des Instituts, funktioniert bei Tag und bei Nacht. Die Behandlung hier ist kostenlos für alle von Gifttieren verletzten Personen!

Das Institut liegt innerhalb eines bemerkenswert schönen Parkgeländes mit breiten Alamedas und seltenem Baumbestand. Ausser den Serpentiarien kann man sich ein interessantes Museum mit Exponaten jener Gifttiere ansehen und ein anderes historisches Museum. Darüber hinaus kann eine Multi-Media-Station über Schlangen Brasiliens konsultiert werden.
(Avenida Vital Brasil, 1.500 im Stadtteil Butantã)

nach obenDer Jardim Zoológico

Von São Paulo gehört zu der Weltspitze, deshalb empfehlen wir ihn hier. Er wurde 1958 gegründet und beherbergt auf einer Fläche von 824.000 m2 zirka 3.200 Exemplare aus 444 unterschiedlichen Spezies, verteilt auf Areale, die ihr typisches Habitat repräsentieren. Die Quellen des Rio Ipiranga füllen die Seen, in deren Bereich viele Vogelarten untergebracht sind. Im Frühling wimmelt es im Zoo von Jungtieren, die während dieser Jahreszeit geboren werden.
(Avenida Miguel Estéfano, 4241 im Stadtteil Água Funda)

nach obenDer Jardim Botânico

Von São Paulo, gleich neben dem Zoo, ist das Ergebnis einer Passion des Naturalisten Frederico Carlos Höhne, der im Jahr 1928 das staatliche Orchidarium im Stadtteil Água Funda gründete. Heute stehen dem Projekt 143 Hektar zur Verfügung, auf denen unzählige Spezies heimisch geworden sind. Charakteristisch für diesen Botanischen Garten sind seine beiden grossen Treibhäuser – das eine beherbergt typische Pflanzen des Atlantischen Regenwaldes, während das andere für temporäre Ausstellungen offen gehalten wird. Das Botanische Institut verfügt über eine Bibliothek von zirka 6.400 Werken, unzählige Werke aus dem vergangenen Jahrhundert und eine botanische Sammlung ohne Beispiel im Bundesstaat São Paulo. Im Museu Botânico finden sich unzählige Muster von brasilianischen Pflanzen, eine Sammlung von Produkten, die aus Pflanzen extrahiert wurden, Fasern, Ölen, Hölzern, Samen und auch Bilder und Fotos der diversen Ökosysteme des Bundesstaates São Paulo.
Im kulturell-architektonischen Komplex des Botanischen Gartens fällt, ausser dem Museum, auch der Jardim de Lineu auf, inspiriert vom Botanischen Garten in Uppsala / Schweden – die historischen Treibhäuser, das historische Portal von 1894 und die Quellen des Flüsschens Rio Ipiranga.
(Avenida Miguel Estéfano, 3031 im Stadtteil Água Funda)

nach obenDer Parque Estadual da Cantareira

Ist eine weitere Empfehlung, um dem Smog und Lärm der Riesenstadt zu entfliehen – er beherbergt eines der grössten Areale der Welt mit nativem tropischen Wald innerhalb eines Grossstadtgebiets. Seine 7.900 Hektar sind teilweise von Atlantischem Regenwald bedeckt. Der Park birgt verschiedene Quellen und beschützt verschiedene gefährdete Tierarten, wie Brüllaffen, Wildkatzen, den Ozelot, das „Macuco“ (Tinamus solitarius), den Taubenfalken, das Zigeunerhuhn und den Ziegenmelker. Diverse seltene Pflanzenarten haben ebenfalls hier überlebt, wie die „Embuia“ (Phoebe porosa), die „Canela-preta“ (Fam. Lauraceae) und die „Canela-sassafrás“ (Fam. Lauraceae). Der Park wurde 1989 gegründet – der zentrale Wanderweg, asphaltiert und mit recht steilen Abschnitten, führt zum Berg „Pedra Grande“ (9,5 km lang). Unterwegs kann man andere Pfade begehen – zum Beispiel den Trilha das Figueiras (700 m) oder den Trilha da Bica (1.500 m).
(Rua do Horto, im Stadtteil Cantareira)

nach obenNachtleben

Dank des Spesen-Tourismus hat sich in São Paulo auch ein vielseitiges Nachtleben entwickelt, von dem nicht nur die Restaurants und unzähligen Bars profitieren – die zum Essen oder auch nur zu einem Drink oft eine freche Show servieren – das geschäftsfreudige Ambiente hat auch gediegene Massage-Institute für erschlaffte Manager aus dem Boden spriessen lassen, in denen genau das geboten wird, was man sich dabei so denkt. Seine Wahl hinsichtlich eines Nachtprogramms in São Paulo kann man mit Hilfe der monatlich neu erscheinenden Programmhefte treffen, die in den Hotels ausliegen: da gibt es Restaurants und Bars, Samba-Shows, Konzerte, Opernaufführungen, Nachtklubs und Strip-Lokale und Discos – in unzähligen Variationen und bestimmt für jeden Geschmack.


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» Reiseführer: São Paulo – Die Megastadt