Insel Ilhabela

Veröffentlicht am 24. Oktober 2009

Die Insel Ilhabela liegt 206 km von der Hauptstadt São Paulo entfernt – 435 km von Rio de Janeiro. Um auf die „Schöne Insel“ (Nomen est Omen) zu gelangen, fährt man zuerst einmal São Sebastião an, der Insel gegenüber – und dann die Ilhabela selbst mit einer Fähre (20 Minuten Überfahrt).

Sie ist vulkanischen Ursprungs – rund 340 Quadratkilometer gross und war früher einmal ein Versteck für den englischen Piraten Thomas Cavendish, der 1592 die Stadt Santos ausraubte und abbrannte. Seine eigenen Kumpane hängten ihn später an der Rah eines seiner Schiffe auf, und blieben, nachdem sie die Schiffe versenkt hatten, auf der Insel, wo man noch heute erstaunlich viele blauäugige Fischer trifft. Die Legenden von vergrabenen Piratenschätzen tragen ebenfalls zu einer gewissen Magie dieses schönen Fleckchens Erde bei.

Der höchste Berg, der Morro do Papagaio erhebt sich bis auf 1.300 Meter über Meereshöhe – die ganze Insel ist dicht bewaldet, der kahle Berggipfel oft in Wolken. Mehr als 300 Wasserfälle machen Wanderungen auf der Insel zu einem besonderen Erlebnis. Auf dem flacheren Land, entlang des Meeres, wird Zuckerrohr angebaut. Eine besondere Attraktion sind die Pedras do Sino (Glocken-Steine) an einem bestimmten Strandabschnitt – wenn man einen Stein als Klöppel benutzt, geben diese hohlen Felsblöcke einen glockenartigen Ton ab.
Der einzige bewohnte Bezirk, der kleine Ort Ilhabela, liegt auf einem, dem Festland zugewandten Küstenabschnitt – hier ist das Meer ruhig, die Insel mit eleganten Wochenendhäusern besetzt, mit komfortablen Hotels und feinen Restaurants dazwischen. Die dem offenen Atlantik zugewandte Seite – zum Beispiel die 2 km lange Castelhanos-Bucht – ist wild und praktisch unbewohnt, wenn man von der einen oder anderen Fischerfamilie absieht, deren Mitglieder hier das Wenige, was sie zum Leben brauchen, dem Meer abringen.

Die einheimische Bevölkerung von rund 20.000 wächst in den Sommermonaten leicht auf 100.000 an, wenn die Paulistanos hier einfallen. Aber – beschützt durch die Borrachudos (winzige, blutsaugende Moskitos), die viele Touristen von der Insel abschrecken, und auch durch ein Gesetz, das 80% des Inselterritoriums in einen Nationalpark verwandelt hat – zeigt sich die „Schöne Insel“ recht unverbraucht gegenüber dem Naturliebhaber: Erfreulich grosse Bestände des Atlantischen Regenwaldes werden hier nur von schmalen Pfaden durchquert.

Eine Fahrt auf die unbewohnte Seite der Insel ist ein Abenteuer: über eine einfache Erdpiste – dem alten „Sklaventrail“ – durch üppigen Bergurwald, mit vielen tropischen Pflanzen, Blüten und Früchten, vorbei an Wasserfällen und kristallklaren Bächen, führt die Erdpiste, die bei Regen unpassierbar wird. Papageien, kleine Affen und viele Kolibris kann man auf diesem Ausflug entdecken – wenn man Glück und es nicht zu eilig hat. Die exotisch-üppige Vegetation, durch die dieser Weg führt, ist aber bereits die Anstrengungen wert – und die dem offenen Meer zugewandte Seite der Insel belohnt mit einer überwältigend eindrucksvollen und einsamen Landschaftsszenerie. Im Juli findet hier die alljährliche Segelregatta und im August das „Shrimps-Festival“ statt!

nach obenEmpfehlenswerte Strände auf der Insel

Die dem Festland zugewandte Westseite der Insel ist auch die von den Badegästen am meisten frequentierte Strandseite – hier reiht sich eine Bucht an die andere und das Meer ist in allen absolut ruhig. Trotzdem haben wir aus den mehr als 25 namentlich bezeichneten Stränden dieser Seite nur den einen oder anderen herausgepickt, denn sie haben doch durch die vielen Wochenendhäuser, und die durch sie verdrängte Vegetation, an Reiz eingebüsst – deshalb empfehlen wir sie unseren Gästen nicht. Alle Strände an der Westseite können durch eine asphaltierte Strasse (SP-131) angefahren werden – während man die Strände des Nordens, Ostens und Südens besser per Boot anfährt, denn zwischen ihnen gibt es nicht einmal eine Erdpiste! Umso interessanter sind sie natürlich für Abenteurer!!

Praia do Viana
Strand auf der Westseite, die dem Festland zugewandt ist. 100 Meter Länge, mit Bäumen begrenzt, sauberes Wasser ohne Wellenbewegung (2,5 km nördlich vom Ort).

Praia do Arrozal
Kleiner Strand auf der Westseite – bei Flut verschwindet der Sandstreifen unter der Wasseroberfläche (3,5 km nördlich vom Ort).

Praia do Pinto
Strand mit breiten Sandstreifen auf der Westseite der Insel. Begrenzt von gewaltigen Bäumen, die angenehmen Schatten spenden. Zugang nur zu Fuss auf den Wegen eines Wohngebiets. Sehr gut für Wassersport geeignet (6 km nördlich vom Ort).

Praia de Pacuíba
Kleiner Strand an der Nordseite der Insel, umgeben von Atlantischem Regenwald. Ein wunderbares Gebiet für freies Tauchen. Zufahrt am besten per Boot von Ilhabela aus – oder über einen Pfad zu Fuss, den nur Einheimische kennen – bitte erkundigen (10 km nördlich vom Ort).

Praia de Jabaquara
Beliebte Bucht für Tauchgänge und Unterwasserjagd an der Nordseite der Insel. An jedem Ende des kleinen Strandes mündet ein Flüsschen ins Meer – eins davon bildet einen kleinen See. Zugang vom Strand Pacuíba aus – zu Fuss, etwa 5 km (16 km vom Ort in Richtung Norden).

Praia da Fome
In dieser Bucht mit einem kleinen Strand von 150 Metern, an der Nordseite der Insel, befindet sich eine Senzala (Quartier für Sklaven) am Fuss eines Berges. Hier wurden, in historischen Zeiten, die illegal eingeschmuggelten Sklaven – an der Obrigkeit vorbei – an Land geschafft und vorübergehend untergebracht. Sehr gut zum Tauchen am Ostabschnitt. Die Landschaft hier ist einmalig schön und fast unberührt – deshalb verdient sie unser Prädikat „Sehr schön“! Nur per Boot zu erreichen!

Praia do Poço
Wilder Strand von nur 50 Metern Länge an der Nordseite der Insel. Wird eingefasst von steilen Felsen – ein Flüsschen mündet hier und strömt vorher noch als kleine Kaskade über einen Felsvorsprung – wunderschöner, ungestörter Ort mit einer einzigartigen Naturidylle. Prädikat „Sehr schön“! Für Taucher ein gutes Gebiet – vor allem Tintenfische kann man hier erbeuten! Nur per Boot zu erreichen!

Praia da Serraria
Noch so ein kleiner unbekannter, vollkommen wilder und einsamer Strand – diesmal schon auf der Ostseite und dem offenen Meer zugewandt. Zufahrt per Boot.

Praia da Caveira
Der Strand des „Totenkopfs“ hat seinen Namen von einem Felsen, der einem Schädel gleicht – den Namen haben ihm damals Cavendish’s Piraten gegeben, die sich auf dieser Seite der Insel versteckten. Hier gibt’s viele Felsen im Meer und Steine zwischen dem Sand am Ufer. Gutes Tauchgebiet und auch zum Angeln. Liegt auf der offenen Ostseite und kann nur per Boot angefahren werden.

Praia Guanxuma
Ein kleiner Strand an der Ostseite der Insel, mit einem geraden Sandstreifen – dazwischen aber viele Steine. Die Natur ist hier das Schauspiel! Nur per Boot zu erreichen!

Praia Saco do Eustaquio
Ein Strand von zirka 80 Metern Länge, liegt in einer windgeschützten Bucht an der Ostseite der Insel, deshalb der Name (Saco=Sack). Der Sand ist goldgelb und locker, ein paar Fischer leben hier in aller Abgeschiedenheit – in der Nähe sprudelt ihr Trinkwasser in Form eines Bächleins von den Höhen herab. Schiffe mit grösserem Tiefgang können wegen der Riffe nicht in die Bucht einfahren.

Praia Baía de Castelhanos
Ist der absolute Prachtstrand auf der Ostseite der Insel, der eine längere Beschreibung verdient – und unser Prädikat „Sehr schön“! Selbst die Delfine machen ihm ab und zu einen Besuch. Die Bucht hat eine Ausdehnung von 2 Kilometern und wird von einem breiten Strandstreifen gerahmt – dem längsten auf der Insel.

Der Strand ist leicht angeschrägt, recht breit und hat feinsten, silberweissen Sand. Das Wasser ist ruhig und bestens zum Baden geeignet. Zwei Flüsschen durchqueren den Strand und münden hier ins Meer. Ausser verschiedenen Wegen durch den Regenwald, kann man im Flusswasser baden – oder über einen Pfad den Wasserfall Cachoeira do Gato (40 Minuten) erreichen. Verschiedene Pfade führen zu anderen primitiven Stränden der Nachbarschaft.

Ausser einer Anfahrt per Boot (1,5 Stunden per Schnellboot und 3 Stunden per „Saveiro“), kann man diesen Strand über eine Erdstrasse (den alten Sklaven-Trail) quer über die Insel erreichen, die an der Westseite, 1 km hinter der Anlegestelle der Fähre (in Richtung des Ortes Ilhabela) anfängt. Es sind 22 km prekärer Piste bis zur anderen Seite, die man mit einem robusten Fahrzeug, und nur bei trockenem Wetter, angehen kann – ideal für Gelände-Motorräder. Man kann sie übrigens auch laufen, sollte dann aber für eine Übernachtung am Strand von Castelhanos gerüstet sein – zum Beispiel mit Zelt.

Warnung
Wer empfindlich ist gegen Mückenstiche oder gar allergisch, sollte überhaupt die wilde Ostseite der Insel ganz meiden. Die Borrachudos (winzige, blutsaugende Mücken), welche in diesem Teil der Insel, und nur im Strandbereich, sehr zahlreich sind, können empfindlichen Besuchern unter Umständen den ganzen Spass verderben!!

Praia Mansa
Verlassen und vollkommen einsam. Der Strand schliesst an die rechte Seite von Castelhanos an und kann von dort über einen Pfad erreicht werden. Fast ebenso schön! Die Wellen werden durch eine natürliche Felsenbarriere gebrochen – deshalb auch der Name „Zahmer Strand“.

Praia Vermelha
Weiter über einen Pfad, von Praia Mansa aus, erreicht man den „Roten Strand“ – leicht angeschrägter, rötlicher Sandstrand, mit guten Wellen zum Surfen und guten Stellen zum Tauchen – an der offenen Ostseite der Insel.

Praia da Figueira
Eine kleine Bucht an der Ostseite der Insel, begrenzt von einem schmalen Sandstreifen, der von Steinen durchsetzt ist. An beiden Enden münden Flüsschen ins Meer. Anfahrt am besten per Boot.

Praia Saco do Sombrio
Ein Strand in einer Bucht, welche von hohen Felswänden eingefasst wird, die von nativer Vegetation bedeckt sind. Durch einen Berg wird die Bucht gegen das offene Meer völlig abgeschirmt und bildet so ein ideales Versteck, sogar für grössere Schiffe – Cavendish’s Piraten hatten hier ihr Refugium im 17. Jahrhundert. Das Wasser ist ruhig und transparent – wunderbarer Ort – Prädikat „Sehr schön“! Nur per Boot zu erreichen!

Praia Indaiaúba
Strand von zirka 200 Metern Länge, an der Südseite der Insel – deshalb nur schwacher Wellengang. Der Sandstreifen ist breit, hell und locker. Nur per Boot zu erreichen – 1 Stunde, 50 Minuten.

Praia das Enchovas
Strand an der Südseite der Insel. Der Strandstreifen wird von steilen Felswänden eingefasst. Vor dem Strand, im Meer, die Felsbrocken, welche die Spitze Ponta das Enchovas bilden. Zufahrt per Boot – 1 Sunde und 40 Minuten – oder zu Fuss ab dem Ort Sepituba.

Praia do Bonete
Ein Strand von zirka 400 Metern Länge an der Südseite der Insel – am linken Ende mündet ein kleiner Fluss ins Meer. Hier leben Fischer in einer kleineren Siedlung. Zufahrt per Boot oder mittels einer 4-Stunden-Wanderung von dem Ort Borrifos aus (hier hört die Asphaltstrasse der Westseite auf).

Praia do Curral
Dieser Strand liegt wieder auf der belebten Westseite – im südlichen Abschnitt. Er hat einen breiten Strandstreifen mit goldgelbem Sand. Vor der Landspitze Ponta do Ribeirão liegt ein gesunkenes Schiff – gut zum Tauchen (14 km südlich vom Ort).

Praia do Julião
Kleiner Strand auf der Westseite, halb versteckt zwischen den Stränden Praia Grande und Praia da Feiticeira, deshalb nennt man sie auch Prainha (Strändchen). Ganz ruhiges Wasser, sehr gut zum Baden. Zugang über einen Pfad von der Strasse SP-131 aus (12 km südlich vom Ort).

Praia da Feiticeira
Schräg angesetzter Strand auf der Westseite der Insel, zirka 250 Meter lang. Er hat einen kleinen einmündenden Bach, den man mit einem künstlichen Wasserfall versehen hat (11 km südlich vom Ort).