Paratí

Veröffentlicht am 23. Oktober 2009

Gründung: 1667
Lage: 5 Meter über Meer
Bevölkerungszahl: 37.533 (Stand 11/2010)
Grösse/km2: 925 km2
Bevölkerungsdichte/km2: 40,57 Einw./km2
Regenzeit: Januar bis März

Paratí liegt 261 km von der Hauptstadt entfernt, das besterhaltenste historische Kleinod des Bundesstaates Rio de Janeiro. Ein unter Denkmalschutz stehendes kleines Kolonialörtchen aus dem Ende des 16. Jahrhunderts, umgeben von steilen, urwaldbewachsenen Bergen, die sich ins Meer zu stürzen scheinen. Eine zerklüftete Küste mit Hunderten von kleinen Inseln und hervorspringenden Halbinseln und dem klaren, lauwarmen Wasser der Bucht „Baia da Ilha Grande“ – so ruhig wie in einem Aquarium.

Das kleine Städtchen nahm einen enormen Aufschwung durch den Gold-Boom in Minas Gerais – dessen Ausbeute über Paratís Hafen – unter dem Schutz der Kanonen – nach Portugal verschifft wurde. Daneben gab es in dieser Region Hunderte von Zuckermühlen und Schnapsbrennereien, die den damals schon berühmten brasilianischen weissen Rum (Cachaça) herstellten und exportierten.

Der Reichtum liess mehrstöckige Villen, goldbestückte Kirchen und sogar Theater entstehen. Dann kam es wieder einmal zum Niedergang des Goldbooms und Paratí dämmerte Jahrhunderte lang dahin. Der Schnaps und die Fischerei ernährten die wenigen verbliebenen Einwohner leidlich. Bis der Tourismus das schicke Örtchen an der friedlichen Bucht entdeckte und den Lebensgeistern seiner Bewohner neue Energie einflösste.

nach obenParatí ist architektonisch einzigartig

Seine Gebäude zeichnen sich durch einfache Linien und erdige Farben aus – die einzelnen Gebäude mögen schön sein – aber die Stadt als Ganzes ist von ganz besonderem Reiz. In den mit Kopfstein gepflasterten Gassen ist kein Autoverkehr erlaubt. Die Fahrzeuge werden auf Parkplätzen vor dem Ort abgestellt.

Rundherum gibt es viele empfehlenswerte und zum grössten Teil noch einsame, primitive Strände. Die besten liegen rund um den kleinen Flecken „Trindade“ – kurz vor der Grenze zum Bundesstaat São Paulo. Um dort hin zu gelangen, fährt man die BR-101 bis „Patrimônio“ und zweigt dann links ab zum Meer – nach 7 km erreicht man „Trindade“.

Vom Kai in „Paratí“ kann man per Boot ebenfalls alle gewünschten Strände innerhalb der Bucht anfahren – wir sagen Ihnen jetzt, welche sich unserer Meinung nach lohnen:

Praia de Batanguera
Dieser Strand gehört schon zum Distrikt von „Paratí“, liegt aber noch 41 km vorher, im Einzugsbereich des Ortes

Mambucaba, an der BR-101. Der Strand ist einsam, hat ruhiges, blauschimmerndes Wasser, das ein paar Grad kühler ist als in der Gegend allgemein üblich. Vorgelagert liegen die Inseln „Araraquara, Araraquariha“ und „Rochedo de São Pedro“ – sehr gute Optionen zum Tauchen.

Prainha
Der Strand im Einzugsbereich von „Tarituba“, an der BR-101, noch zirka 40 km vor „Paratí“, hat eine Länge von 1,5 km – ganz feinen, hellen Sand, seichtes Wasser, lauwarm und kristallklar. Dies ist ein Privatstrand und man verlangt Eintritt!

Praia de São Gonçalo
Ein ausgedehnter Strand mit weissem Sand, das Wasser ist kaum bewegt, geschützt durch die Inseln „Ilha Pelado“ und „Ilha Peladinho“. Liegt im Gebiet einer Fazenda deren Kühe in der Nähe des Strandes weiden. Der Zugang durch die Fazenda ist nicht gestattet – also per Boot anfahren (von „Tarituba“ aus).

Praia de Iriri
Ein Strand, der innerhalb einer Fazenda liegt und völlig einsam ist. Er wird von Felsen eingerahmt. (5 km hinter „Tarituba“).

Praia de Humaitá und Praia de Taquari
Diese beiden Strände, deren Geraden sich ergänzen, werden durch den Rio Taquari getrennt. Liegen zirka 8 km hinter „Tarituba“.

Prainha da Praia Grande
Ein schmaler Pfad, der am nächsten Strand, der „Praia Grande“ beginnt, führt zu diesem „Strändchen“ hin: es hat lockeren Sand und völlig transparentes, lauwarmes Wasser.

Praia Grande
10 km vor „Paratí“ befindet sich dieser ausgedehnte Strand mit ruhigem Wasser und hellem Sand. Im Wasser wachsen allerdings Algen und Seetang. Wen das stört, der kann hier wunderbar spazieren gehen und Sonne tanken.