Grande Sertão Veredas

Veröffentlicht am 22. Oktober 2009

Einer der jüngeren Nationalparks in Minas Gerais, gegründet am 12. April 1989, in der Absicht, die lokalen Bevölkerung in Sachen Umweltschutz zu sensibilisieren und das typische Ökosystem der Region vor Schaden zu bewahren – und entsprechende Studien zu vertiefen.

Der Name des Parks ist eine Referenz an den grossen brasilianischen Schriftsteller „Guimarães Rosa“, der in Minas Gerais geboren wurde (sein Buch „Grande Sertão: Veredas“ ist international bekannt geworden).

Der Nationalpark liegt an der Nordgrenze von Minas Gerais zum Nachbarstaat Bahia, in den Distrikten „Formoso“ und „São Francisco“. Er hat eine Ausdehnung von 84.000 Hektar, mit Höhen zwischen 600 m und 1.200 m.

Das landschaftlich so attraktive Szenario der „Veredas“ (feuchte Terrassen-Hochebenen) ist mit der Gründung des Parks knapp seinem Schicksal entgangen, in ein riesiges monotones Sojafeld verwandelt zu werden. Das Relief des Parks ist fast plan, mit vereinzelten leichten Erhebungen.

Klima
Typisches Klima des brasilianischen Cerrado, mit einer klar definierten Trockenperiode in den Monaten September bis November, die Regenperiode fällt auf die Monate Dezember bis Februar. Kühlster Monat ist der Juli.

Vegetation
Charakteristisch ist die Vegetation des Cerrado mit ihren unterschiedlichen Aspekten: „Veredas, mit Gruppen von Buriti-Palmen, Campo Limpo, Campo Sujo und Cerradão“, um die Flussläufe Galeriewald. Eine dem sandigen Boden angepasste floristische Komposition, mit einer von trockenen Blättern bedeckten Oberfläche, vollkommen ohne Gräser (Herbaceae).

Fauna
Einige seltene Vertreter des Tierreichs sind hier anzutreffen, wie zum Beispiel der „Cervo-do-Pantanal“ (Blastocerus dichotomus), der „Lobo Guará“ (Chrysocyon brachyurus), der „Raposa-do-Campo“ (Fuchsart), die „Anta“ (Tapirus terrestris, Briss.) und andere.

Illegale Jagd, die Gegenwart von Holz-Köhlereien und das Fällen von Bäumen bedeuten eine kontinuierliche Bedrohung für den Park. Ausserdem ist das Gelände teilweise von so genannten „Posseiros“ (Anwohnern) besetzt, die auf eine Abfindung für ihren Besitz warten. Das Gelände ist besonders reich an den verschiedensten Arten von Heilkräutern und besitzt ideale Voraussetzungen für die Umwelterziehung seiner Anwohner.

Der Park ist vorläufig noch nicht für den Tourismus geöffnet, weil ihm eine entsprechende Infrastruktur fehlt. Man kann aber eine Sondergenehmigung vom IBAMA-Büro in „Chapada Gaúcha“ bekommen – dem nächstgelegenen Ort zum Park.

Bisherige Infrastruktur: Der Park besitzt in seinem Areal lediglich ein Gebäude, in dem Angestellte einer Institution wohnen, die den Park kontrolliert. Alle anderen Gebäude gehören privaten Personen, die auf eine Abfindung warten. Innerhalb des Parks sind 160 km Wege angelegt. Zwei Jeeps und 1 Telefax vervollständigen die Ausrüstung. Mitarbeiter: 2 Beamte der IBAMA und 12 Angestellte für Kontroll- und Instandhaltungsarbeiten.

Anfahrt
Der einfachste Weg führt ab Brasília zum Park – auf der BR-020 Richtung Salvador, bis zum Kilometer 202, wo man nach „Formoso“ abbiegt – noch 65 km Erdstrasse. Will man von Belo Horizonte anfahren, hat man eine lange und beschwerliche Reise von 751 km vor sich: auf der Bundesstrasse BR-040, weiter auf der BR-135, über „Paraopeba“ und „Montes Claros“, bis nach „São Francisco“ am gleichnamigen Fluss. Nach dem Übersetzen per Fähre geht es weiter auf einer Erdstrasse nach dem Flecken „Vila dos Gaúchos“ – von dort sind es noch 5 km bis zum Parkeingang.