Naturparks in Minas Gerais

Veröffentlicht am 22. Oktober 2009

Man sollte sie über all der historischen Architektur und Kultur nicht vergessen, zumal sie alles andere ist, als ein unscheinbarer Nebeneffekt. Minas Gerais ist auch landschaftlich einer der attraktivsten Bundesstaaten Brasiliens, nur wissen das bisher erst wenige Besucher. Eine von Kennern programmierte Route durch Minas Gerais bringt für die unterschiedlichen Interessen einer Gruppe wesentlich mehr als irgendein Küstenstaat. Wenn Sie also, ausser faul am Strand zu liegen, auch ein paar aktive Interessen mit Ihren Urlaubsvorstellungen verbinden, dann fahren Sie mal durch Minas Gerais. Den Strand können Sie dann vorher oder nachher einplanen – oder wie würden Ihnen ein paar Tage in den Thermalquellen von Minas Gerais gefallen?

PARQUE ESTADUAL DO IBITIPOCA

Dieser erlebenswerte Naturpark befindet sich im Distrikt von „Lima Duarte“ – 79 km von „Juiz de Fora“ entfernt und 250 km südlich von Belo Horizonte. Wenn man allerdings von Rio de Janeiro nach Belo Horizonte fährt, liegt er auf dem Weg dorthin – 235 km nördlich von Rio de Janeiro (auf der BR-040 bis 18 km hinter „Juiz de Fora“ – abbiegen auf die BR-267 bis „Lima Duarte“ – dann 30 km Erdpiste in Richtung „Conceição do Ibitipoca“).

Der Park liegt in einem Ausläufer der „Serra da Mantiqueira“, auf einer Höhe zwischen 1.050 m und 1.748 m, wurde 1973 gegründet und hat eine Fläche von 1.488 Hektar, die einige der schönsten Landschaften von Minas Gerais präsentieren. Als Wasserscheide des Prata- und des Paraíba-Beckens, wird das Parkgelände von einem dichten hydrografischen Netz gespeist. Der Rio do Salto, Rio Vermelho und der Córrego do Monjolinho bilden an verschiedenen Stellen wunderschöne Wasserfälle, Natur-Pools und Flussstrände, unter denen „Janela do Céu“ (20m), „Catarata da Fada“ (15m), „Cachoeirinha“ (35m) und der „Lago dos Espelhos“ empfehlenswerte Erlebnisse sind.
Im selben Gebiet befinden sich zahlreiche Höhlen aus Quarzit, unter ihnen die „Gruta dos Fugitivos“, 186 m Ausdehnung, Salons bis 12 m hoch, die „Gruta dos Três Arcos“, das Tageslicht fällt durch Felsspalten hinein und die „Gruta das Bromélias“, diese letztere ist, mit 2.500 Metern Ausdehnung, eine der grössten Quarzit-Höhlen der Welt. Höchste Erhebungen sind: der „Pico do Pião“ (1.721m) und der „Pico da Lombada“ (1.784m).

Der Name des Parks stammt aus der Tupi-Sprache der Indianer, welche die Region einstmals bewohnten, und bedeutet „Gebirge des Windes„. Man findet hier eine aussergewöhnliche Flora, die beherrscht wird von hochgelegenen Campos und Galeriewäldern an den Wasserläufen – mit vielen Orchideen, Epiphyten und Bromelien. Ein Teppich aus Liquen (einer symbiotischen Pflanzen-Spezies aus Alge und Pilz) in weiss und rot, bedeckt den Boden an vielen Stellen.

Im Park leben einige Fauna-Spezies, die auf der gefährdeten Liste stehen, wie zum Beispiel: der „Barbado“ (Alouatta caraya), der „Lobo Guará“ (Chrysocyon brachyurus), der „Mono-Carvoeiro“ (Brachyteles arachnoides), der Coati (nasua nasua), der „Onça Parda (Puma concolor) und die „Cuíca-Verdadeira“ (Chironectes palmatus). Darüber hinaus sind 210 verschiedene Vogelarten im Park registriert worden.

Der Ort „Conceição do Ibitipoca“ liegt 3 km vor dem Parkeingang. Hier gibt es einige barocke Remineszensen aus dem 18. Jahrhundert zu besichtigen. Die besten Jahreszeiten zum Besuch des Parks sind Sommer (zwischen November bis Februar) mit Temperaturen um 24º C – dann kann man in den vielen Natur-Pools wunderbar baden – oder im Winter (zwischen Mai bis September) mit Temperaturen um 12º C. In den erwähnten Monaten ist besonders die Sicht sehr gut.