Mariana

Veröffentlicht am 22. Oktober 2009

Gründung: 1696
Lage: 712 Meter über Meer
Bevölkerungszahl: 54.219 (Stand 11/2010)
Grösse/km2: 1.194 km2
Bevölkerungsdichte/km2: 45,40 Einw./km2
Regenzeit: November bis Januar

Im Juli 1696 kampierten „Bandeirantes“ unter dem Kommando des „Coronel Salvador Fernandes Furtado“ am Ufer des Bächleins „Riberão do Carmo“. Als sie im Flussbett Gold entdeckten, errichteten sie an der Stelle ein paar Unterstände und nannten sie „Arraial Riberão do Carmo“. Die Stelle war ergiebiger als sie gedacht hatten und das Camp erweiterte sich zu einer richtigen Siedlung. 1711 wurde „Vila do Riberão do Carmo“ Provinzhauptstadt – und 1745 umbenannt zu Ehren der Gemahlin von Dom João V., Maria-Ana von Österreich. 1945 wurde die kleine Stadt unter Denkmalschutz gestellt.

[flickr tags=“Minas Gerais+Mariana“]Eine der ältesten Goldgräberstadt Brasiliens, auf 697 m Höhe, mit einem ganz persönlichen Charakter trotz ihrer unmittelbaren Nachbarschaft zu Ouro Preto – (12 km östlich). Sie wurde im Jahr 1696 gegründet, war die erste Hauptstadt von Minas Gerais und hat sich eine relativ ruhige und vom Touristentrubel ungestörte Atmosphäre erhalten, die sehr anziehend wirkt. Eine Kleinstadt, in der man sich einmal so richtig ausruhen möchte. Heute ist nicht mehr das Gold die wirtschaftliche Grundlage, sondern die Förderung von Eisenerz in seiner Umgebung.

Wer Ouro Preto kennen gelernt hat, der sollte sich in einen Bus setzen und ins benachbarte Mariana hinüberfahren – am besten am frühen Morgen, wenn in Ouro Preto noch die Nebelschwaden die Sicht beeinträchtigen – im tiefer gelegenen Mariana ist dann die Sonne bereits durchgebrochen. Hier sind viel weniger Touristen, und die Atmosphäre ist genauso 18. Jahrhundert, wie in Ouro Preto.
Zum Einstimmen setzen Sie sich am besten eine Weile auf den „Praça Gomes Freire“, dem zentralen Platz in der Stadt. Einfach nur so, um den Menschen ein bisschen zuzuschauen und sich einzufühlen, in diese ebenfalls unter Denkmalschutz stehende Stadt.

Sie hat sehr viel Sehenswertes zu bieten, diese kleine Stadt:
Kirchen aus dem 18.Jahrhundert – die bekannteste unter ihnen ist die „Catedral da Sé“ (1709/1760) – mit einer der schönsten Orgeln Brasiliens, eine deutsche Handarbeit von 1701, mit 1039 Pfeifen. Einen Kristallleuchter aus Böhmen und Malereien von Ataíde, der ein Sohn der Stadt Mariana war – ausserdem 12 Altäre, die unglaublich reich verziert sind.

Oder die „Igreja São Francisco de Assis„, die künstlerisch wertvollste Kirche (1763/1795), mit verschiedenen Details von Aleijadinho und Paneelen von Ataíde an der Decke des Kirchenschiffs und in der Sakristei. Unter dem Fussboden des Gotteshauses sind 95 Menschen beigesetzt worden, einer von ihnen ist der Maler Ataíde, der 1837 starb.

Bequem zu Fuss zu erreichen ist auch das „Museu Arquidiocesano de Arte“ – das Museum für Sakrale Kunst der Erzdiözese – ein wahrer Augenschmaus für den Kunstliebhaber. Besonders die Werke von Aleijadinho und Ataíde und die vielen Silber-Arbeiten aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Ausser diesen sehenswerten Kirchen und Museen sollte man sich das 1703 erbaute Rathaus und ehemalige Gefängnis anschauen, mit interessanten Treppen aus Seifenstein. Ausserdem das Haus des „Barão de Pontal“ – die alte historische Villa hat wunderschöne Balkongeländer-Durchbrüche, ebenfalls aus Seifenstein geschnitten. Während eines Gangs durch die Altstadt kann man naive Maler und Bildhauer durch die Fenster ihrer Ateliers bei der Arbeit beobachten.

Mina da Passagem„, die alte Goldmine von 1719 befindet sich zwischen den Städten Mariana und Ouro Preto. Eine Besichtigung ist ein lohnendes Erlebnis: Das ausgedehnte Stollensystem geht zunächst senkrecht in die Tiefe – mit einer altertümlichen, dampfbetriebenen Seilbahn fährt der Besucher mehr als 315 Meter hinunter – wodurch er einen guten Eindruck von der Gefährlichkeit des damaligen Bergbaus bekommt.

Unten breitet sich das Stollensystem dann horizontal aus – interessant ist auch der unterirdische See, der sich während des Abbaus gebildet hat – insgesamt ist nur ein kleiner Teil des Stollensystems für die Besucher zugänglich, aber das reicht den meisten auch.
Damals arbeiteten hier Sklaven in den gefährlichen Stollen, und viele von ihnen starben, aber nicht während der Seilbahnfahrt – wie man meinen könnte, nachdem man sie hinter sich gebracht hat – sondern bei den gefährlichen Sprengungen des Felsgesteins. Der Rundgang mit Führern, die selbst als ehemalige Bergleute in dieser Mine gearbeitet haben, ist sehr interessant und informativ.

Mariana ist eine interessante Alternative für denjenigen, der Ouro Preto zu „touristisch“ findet – in bestimmten Monaten im Jahr ist Mariana wesentlich ruhiger weil unbekannter.

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Mariana

MARIANA: DIE ERSTE HAUPTSTADT DER REGION

Gründung: 1696

Lage: 712 Meter über Meer

Bevölkerungszahl: 51.693 (Stand 11/2007)

Grösse/km2: 1.193 km2

Bevölkerungsdichte/km2: 43,33 Einw./km2

Regenzeit: November bis Januar

Im Juli 1696 kampierten „Bandeirantes“ unter dem Kommando des „Coronel Salvador Fernandes Furtado“ am Ufer des Bächleins „Riberão do Carmo“. Als sie im Flussbett Gold entdeckten, errichteten sie an der Stelle ein paar Unterstände und nannten sie „Arraial Riberão do Carmo“. Die Stelle war ergiebiger als sie gedacht hatten und das Camp erweiterte sich zu einer richtigen Siedlung. 1711 wurde „Vila do Riberão do Carmo“ Provinzhauptstadt – und 1745 umbenannt zu Ehren der Gemahlin von Dom João V., Maria-Ana von Österreich. 1945 wurde die kleine Stadt unter Denkmalschutz gestellt.

Eine der ältesten Goldgräberstadt Brasiliens, auf 697 m Höhe, mit einem ganz persönlichen Charakter trotz ihrer unmittelbaren Nachbarschaft zu Ouro Preto – (12 km östlich). Sie wurde im Jahr 1696 gegründet, war die erste Hauptstadt von Minas Gerais und hat sich eine relativ ruhige und vom Touristentrubel ungestörte Atmosphäre erhalten, die sehr anziehend wirkt. Eine Kleinstadt, in der man sich einmal so richtig ausruhen möchte. Heute ist nicht mehr das Gold die wirtschaftliche Grundlage, sondern die Förderung von Eisenerz in seiner Umgebung.

Wer Ouro Preto kennen gelernt hat, der sollte sich in einen Bus setzen und ins benachbarte Mariana hinüberfahren – am besten am frühen Morgen, wenn in Ouro Preto noch die Nebelschwaden die Sicht beeinträchtigen – im tiefer gelegenen Mariana ist dann die Sonne bereits durchgebrochen. Hier sind viel weniger Touristen, und die Atmosphäre ist genauso 18. Jahrhundert, wie in Ouro Preto.

Zum Einstimmen setzen Sie sich am besten eine Weile auf den „Praça Gomes Freire“, dem zentralen Platz in der Stadt. Einfach nur so, um den Menschen ein bisschen zuzuschauen und sich einzufühlen, in diese ebenfalls unter Denkmalschutz stehende Stadt.

Sie hat sehr viel Sehenswertes zu bieten, diese kleine Stadt: Kirchen aus dem 18.Jahrhundert – die bekannteste unter ihnen ist die „Catedral da Sé“ (1709/1760) – mit einer der schönsten Orgeln Brasiliens, eine deutsche Handarbeit von 1701, mit 1039 Pfeifen. Einen Kristallleuchter aus Böhmen und Malereien von Ataíde, der ein Sohn der Stadt Mariana war – ausserdem 12 Altäre, die unglaublich reich verziert sind.

Oder die „Igreja São Francisco de Assis“, die künstlerisch wertvollste Kirche (1763/1795), mit verschiedenen Details von Aleijadinho und Paneelen von Ataíde an der Decke des Kirchenschiffs und in der Sakristei. Unter dem Fussboden des Gotteshauses sind 95 Menschen beigesetzt worden, einer von ihnen ist der Maler Ataíde, der 1837 starb.

Bequem zu Fuss zu erreichen ist auch das „Museu Arquidiocesano de Arte“ – das Museum für Sakrale Kunst der Erzdiözese – ein wahrer Augenschmaus für den Kunstliebhaber. Besonders die Werke von Aleijadinho und Ataíde und die vielen Silber-Arbeiten aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Ausser diesen sehenswerten Kirchen und Museen sollte man sich das 1703 erbaute Rathaus und ehemalige Gefängnis anschauen, mit interessanten Treppen aus Seifenstein. Ausserdem das Haus des „Barão de Pontal“ – die alte historische Villa hat wunderschöne Balkongeländer-Durchbrüche, ebenfalls aus Seifenstein geschnitten. Während eines Gangs durch die Altstadt kann man naive Maler und Bildhauer durch die Fenster ihrer Ateliers bei der Arbeit beobachten.

„Mina da Passagem“, die alte Goldmine von 1719 befindet sich zwischen den Städten Mariana und Ouro Preto. Eine Besichtigung ist ein lohnendes Erlebnis: Das ausgedehnte Stollensystem geht zunächst senkrecht in die Tiefe – mit einer altertümlichen, dampfbetriebenen Seilbahn fährt der Besucher mehr als 315 Meter hinunter – wodurch er einen guten Eindruck von der Gefährlichkeit des damaligen Bergbaus bekommt.

Unten breitet sich das Stollensystem dann horizontal aus – interessant ist auch der unterirdische See, der sich während des Abbaus gebildet hat – insgesamt ist nur ein kleiner Teil des Stollensystems für die Besucher zugänglich, aber das reicht den meisten auch.

Damals arbeiteten hier Sklaven in den gefährlichen Stollen, und viele von ihnen starben, aber nicht während der Seilbahnfahrt – wie man meinen könnte, nachdem man sie hinter sich gebracht hat – sondern bei den gefährlichen Sprengungen des Felsgesteins. Der Rundgang mit Führern, die selbst als ehemalige Bergleute in dieser Mine gearbeitet haben, ist sehr interessant und informativ.

Mariana ist eine interessante Alternative für denjenigen, der Ouro Preto zu „touristisch“ findet – in bestimmten Monaten im Jahr ist Mariana wesentlich ruhiger weil unbekannter.