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Congonhas do Campo

Veröffentlicht am 22. Oktober 2009

Gründung: 1938
Lage: 871 Meter über Meer
Bevölkerungszahl: 48.519 (Stand 11/2010)
Grösse/km2: 304 km2
Bevölkerungsdichte/km2: 159,57 Einw./km2
Regenzeit: November bis Januar

Die kleine historische Stadt liegt 85 km südlich von Belo Horizonte in einem weiten Tal. Sie wuchs durch die Goldfunde des Rio Maranhão, der in der Nähe vorbeifliesst. Heute gründet ihre Wirtschaft vornehmlich auf der Eisengewinnung und der Kohle.

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Der Portugiese „Feliciano Mendes“ hatte einen einzigen Sohn, der schwer krank geworden war. Wie in der damaligen Zeit üblich, suchte er zuerst Hilfe in der Kirche und anschliessend beim Arzt – der schüttelte den Kopf, sein Junge würde sterben. Der verzweifelte Vater warf sich dem „Bom Jesus de Matozinhos“ zu Füssen und versprach vor der heiligen Figur, wenn er seinen Sohn rette, ihm zum Dank eine Kirche zu bauen.

Als der Sohn gesund wurde begann das Elend des Vaters erst richtig: jahrelang zog er sammelnd und bettelnd durchs Land, um das Geld für den Kirchenbau zusammenzubekommen.

Im Jahr 1758 war es dann soweit, der Bau auf dem Maranhão-Hügel, oberhalb von Congonhas, konnte in Angriff genommen werden. Drei Jahre später konnte man den Bau beenden, an dem verschiedene regionale Künstler der damaligen Zeit mitgewirkt hatten – die meisten für einen Gotteslohn.

Das hübsche Stadtbild wird von der Pilgerkirche „Bom Jesus de Matozinhos“ auf dem Hügel „Alto Maranhão“ überragt, in deren Vorgarten die Skulpturen des Aleijadinho die Hauptattraktion sind:
lebensgross, aus Seifenstein geschnitten, stehen die zwölf Apostel am Rande einer Terrasse, von der man weit ins Land blicken kann. Sie halten je eine Schriftrolle in ihren Händen – sechs gute und sechs schlechte Botschaften – in Latein verfasst. Diese zwölf grossen, mit scheinbar dramatischer Bewegung ausgestatteten Figuren, verkörpern eines der feinsten Kunstwerke der damaligen Epoche und gehören zu den weltbesten Kunstwerken überhaupt. Ausser Aleijadinhos Skulpturen, präsentiert das Interieur der Kirche auch Gemälde von Ataíde, einem ebenso berühmten zeitgenössischen Maler.

Unterhalb derselben Kirche – umgeben von gepflegten Gärten – Sechs kleine Kapellen, mit aus Zedernholz geschnitzten Szenen der Passionsgeschichte: „Das letzte Abendmahl“, „Golgatha“, „die Einkerkerung“, „Geisselung und Krönung“, „der Kreuzweg“ und „die Kreuzigung“ – alle von Aleijadinho und seinen Schülern. Diese fast lebendig wirkenden Szenen zeigen ihn auch als Meister der Karikatur:

die Folterknechte und Peiniger des Jesus sind klein von Wuchs und haben krumme lange Nasen und dumme, einfältige Gesichter.
Hier ist sein Barock frei von Lieblichkeit oder Verspieltheit. Hier sucht er die Gesamtaussage – meisterhaft ist das Antlitz des Christus gelungen, der sein Kreuz trägt – sein Blick mit den weit auseinander stehenden Augen ist schwer von Leid und erfasst die Dinge um ihn herum nicht mehr. Aleijadinhos Freund, Manoel Ataíde, geht ihm zur Hand und hebt mit seinen Farben den besonderen Ausdruck der Personen hervor – zum Beispiel die Distanz zwischen dem vergeistigten Christus und den bäuerlichen, derben Soldaten.

Aleijadinho (das Krüppelchen)
Dessen Name heute mit fast allen kolonialen Städtchen in Minas Gerais in Verbindung gebracht wird, weil sich in ihnen Exponate seiner Arbeiten befinden – war der bedeutendste Künstler seiner Zeit (1730 – 1814). Dieser Michelangelo Brasiliens verlor die Kraft seiner Arme und Beine bereits im Alter von 37 Jahren durch Lepra – eine unheilbare Krankheit zu dieser Zeit, die auch seine Gesichtszüge dermassen entstellte, dass er sich nur mit einem Sack über dem Kopf auf die Strasse traute. Der vom Schicksal geschlagene geniale Künstler fand Trost und Bestimmung in seinem kreativen Schaffen: Mit Hammer und Meissel, die an seinen Armstümpfen festgebunden waren, schuf er seine bedeutendsten Werke erst im fortgeschrittenen Stadium seiner Krankheit – unterstützt wurde er dabei durch eine Gruppe seiner Schüler. Wenn man seine Werke aufmerksam betrachtet, dann entdeckt man in ihnen die Qual und das Leid ihres Schöpfers, aber auch eine fast sprechende Beseeltheit jeder einzelnen Figur. Reminiszenz eines Meisters, dessen entstellende Krankheit ihm die Menschheit erst nach seinem Tod vergeben hat.

Unter den anderen Kirchen des Ortes sind sehenswert:
Die „Igreja do Rosário“ – von Sklaven im 17. Jahrhundert erbaut, die „Matriz de Nossa Senhora“ und die „Igreja de São José„.

Das Klima in Congonhas liegt bei maximal 24º C und minimal 15º C. Es regnet zwischen September bis April – intensiver in den Monaten Oktober und Januar.