Caeté

Veröffentlicht am 22. Oktober 2009

Die engen, ruhigen Gassen dieses kleinen Städtchens mit seinen alten Kirchen und kolonialen Palästen haben schon ganz andere Zeiten gesehen: Am Anfang des 18. Jahrhunderts führte ein Streit zwischen den Bürgern der Stadt und Zugewanderten zum „Aufstand gegen die Eingeplackten“ (Emboabas, 1708) – es ging, wie immer, ums Gold, das sich die von den Bandeirantes (Pionieren) aus São Paulo abstammenden Bürger, nicht durch angelockte Gelegenheits-Schürfer streitig machen lassen wollten. Der Konflikt breitete sich fast über ganz Minas aus und kostete viel Blut.  

Heute erinnert noch vieles an die Vergangenheit: Sehenswerte Kirchen, zum Beispiel die „Nossa Senhora do Bom Sucesso“ (1775), eine der ersten Kirchen Brasiliens im Rokoko-Stil, mit Stücken von „Aleijadinho“ und Gemälden von „Ataíde“, ein Museum der sakralen Kunst und ein Cachaça-Museum Darüber hinaus haben viele koloniale Gebäude dem Zahn der Zeit getrotzt.

Und wer Caeté besucht – 50 Kilometer von Belo Horizonte, auf 945 m Höhe gelegen – der sollte nicht versäumen, bei der kleine Kapelle auf 1.746 Metern Höhe vorbeizuschauen, mit der viele Sagen und Legenden der Gegend verbunden sind.

Gemeint ist die Kapelle in der „Serra da Piedade“, Ziel unzähliger Pilger und Trost suchender gläubiger Menschen aus ganz Brasilien, die zwischen August und September zu der kleinen Kapelle (1767) der Schutzpatronin von Minas Gerais hinaufklettern, wenn man ihr zu Ehren das grösste Fest der Gegend veranstaltet. Aber wenn man den Aufstieg nur als Naturliebhaber angeht, wird man ebenfalls begeistert sein von der Landschaft und den Ausblicken, die man von hier oben geniesst. Das Sternenobservatorium, neben der Kapelle, erbaut von Deutschen, ist an jedem ersten Samstag im Monat, zwischen 16:00 und 22:00 für den Besuch geöffnet.