Stadtteil Glória

Veröffentlicht am 21. Oktober 2009

Haben Sie schon einmal eine Schokoladen-Fabrik besichtigt?
Oder besser gefragt: Würden Sie gerne mal eine besichtigen? Wenn ja, dann sind sie hier in Vila Velha an Brasiliens erster Adresse, der Firma „Chocolates Garoto“. Dies soll keine Schleichwerbung sein, sondern nur ein Hinweis auf einen sehr vergnüglichen – und durchaus auch technisch interessanten – Besuch in Brasiliens grösster Schokoladenfabrik, gegründet 1929 von dem deutschen Emigranten „Heinrich Meyerfreund“. Er begann mit aus Deutschland importierten Maschinen und nahm sich vor „die beste Schokolade Brasiliens“ herzustellen, was ihm die Mehrheit der Brasilianer sicher bestätigen wird. Für uns Ausländer, die wir unser Herz an Schokoladen aus der Schweiz und Pralinees aus Frankreich oder Belgien gehängt haben, verbleiben da allerdings noch einige verbesserungswürdige Nuancen – besonders im Feinheitsgrad der Masse und in der Feinabstimmung des Geschmacks! Brasilianische Schokolade ist zuallererst einmal „quietschsüss“! Richtig: so süss, dass man quietscht – entweder, weil einem die Geschmacksnerven beim ersten Kontaktschock komplett durchgehen, oder – noch schlimmer – weil die schmelzende Süsse ein Loch im Zahn entdeckt hat – und einem die heimtückische Pein buchstäblich den Hemdzipfel „einzieht“!

„Chocolates Garoto“ haben viel zur Entwicklung ihrer Wahlheimat beigetragen. Die Fabrik bietet ein interessantes Besuchsprogramm, während dem man auch den Herstellungsprozess verfolgen kann. Darüber hinaus ein „Dokumentations-Zentrum und Museum“, in dem sich viel Interessantes, nicht nur aus der Schokoladen-Geschichte, findet. „Garoto“ ist heute eine der drei grössten Fabriken des Genres in Südamerika und exportiert in 40 Länder.
(Stadtteil „Glória“ in der „Rua Meyerfreund, 01“ – Besuche müssen vorher vereinbart werden – ein Verkaufsgeschäft ist täglich, zwischen Montag und Samstag, geöffnet).

nach obenParque Ecológico Espera Maré

Dieses Landschafts-Schutzgebiet umfasst ein Areal von 140 Hektar. Es setzt sich aus Mangrove-Wald und Restbeständen Atlantischen Regenwaldes, sowie in den teilweise überschwemmten Ebenen aus „Restinga-Vegetation“, zusammen – eine interessante landschaftliche Mischung. Man nennt das Gebiet auch „Parque Municipal Morro da Mantegueira“. Der höchste Hügel in dieser Landschaft ist der „Morro da Mantegueira“ (80 m), von seinem Plateau hat man eine spektakuläre Sicht auf die Bucht von Vitória und die Mündung des Rio Aribiri. Trotz seiner urbanen Lage beherbergt das Gebiet eine interessante, artenreiche Fauna!

Besuche im Park werden aufgezeichnet und bedürfen einer vorherigen Vereinbarung mit der Naturschutzbehörde. Im Park empfiehlt sich eine Wanderung entlang vorgegebener Wege, um die Verschiedenheit der Vegetation, der Ökosysteme und zwei Aussichtspunkte wahrnehmen zu können. Im Park gibt es ein Besucher-Zentrum. Sehr empfehlenswerter Ausflug!
(Im Stadtteil „Glória“, entlang der „Baía de Vitória“ – ganz in der Nähe der Schokoladenfabrik „Garoto“. Besuchszeiten: Montags bis Samstags von 9:00 bis 17:00).

nach obenPraia do Ribeiro

Die einzige Süsswasserquelle aus jener Zeit floss als Bächlein unter freiem Himmel und wurde von den portugiesischen Kolonisten „Ribeiro“ genannt, Deshalb bekam die Region den Namen „Sítio do Ribeiro“ (Landsitz des Bächleins) oder „Corrego de Água Doce“ (Süsswasser-Rinnsal). Am Meeresufer von riesigen Kastanienbäumen begrenzt – an denen die Fischer seit undenklichen Zeiten ihre Boote vertäuen – führt von hier aus ein steiler Pfad rund um den „Morro Moreno“, der einen der besten Ausblicke auf die Bucht von Vitória bietet. Die Legende erzählt, dass sich der Pater „José de Anchieta“ an diesem Strand von einer Krankheit erholte, und während dieser Zeit seines Aufenthalts ein Wunder vollbracht haben soll: der damalige Besitzer der Plantage wollte gerne einen grossen abgeflachten Stein als Tisch für die Mittagsmahlzeiten seiner Angestellten aufstellen, musste aber einsehen, dass der tonnenschwere Stein, selbst unter der Mithilfe aller, nicht von der Stelle bewegt werden konnte. Als der Pater schon gegangen, fand man den Stein, als Tisch aufgestellt, vor. (Gelegen an der Nordseite des „Morro do Moreno“).

nach obenMorro do Moreno

Historischer Felsen von 164 Metern Höhe, der die Südspitze der „Baía de Vitória“ einfasst. In seinem Bereich gibt es gute Angelplätze, eine Mineral-Quelle, eine Rampe für Drachenflieger, natürliche Aussichtspunkte, und der Felsen ist umgeben von Atlantischem Regenwald mit entsprechender Vegetation und Fauna. Von seinem Gipfel aus kann man den gesamten Strand von „Praia da Costa“ und die Vitória-Insel überblicken. Der Felsen ist eine historisch, landschaftlich und touristisch geschützte Einheit.

nach obenFarol de Santa Luzia

Zwischen dem „Morro do Moreno“ und dem Strand „Praia da Costa“ befindet sich dieser alte Leuchtturm von 1870, auf einem felsigen Terrain, das steil zum Meer abfällt. Der Scheinwerfer stammt aus England, der Turm wurde aus einzelnen Eisenplatten zusammengesetzt, die in Schottland hergestellt wurden. Der Turm hat eine Höhe von 12 Metern und eine Basis von 9 Quadratmetern – die erste Beleuchtung wurde mit Kerosin betrieben. Heute funktioniert sein Licht auf einer Basis von Alkohol, Gas und Elektrizität – ein automatische Illuminationssystem, das von „Barrier&Turene“ in Paris konzipiert worden ist. Der Scheinwerfer sendet ein kreisendes Dauerlicht aus, welches eine Reichweite bis zu 16 Seemeilen hat. Für Schiffe in Richtung auf die Häfen Vitória, Vila Velha und Tubarão.

nach obenUnd die drei integrierten Stadtstrände:

Praia da Costa
Dies ist der bevorzugte Strand der „Canelas-Verdes“, der Bürger von Vila Velha. Wie eine Kopie der Copacabana in Rio, ist er über seine gesamte Länge von Appartement-Hochhäusern, Hotels und Restaurants gesäumt und hat ein Flanier-Trottoir mit einem Radweg. Das Wasser ist an dieser Stelle klar und nicht sehr tief. Die linke Strandhälfte ist von Felsen gesäumt, der Sand ist locker und sauber und hat Abschnitte mit Sporteinrichtungen. Der Strand besitzt ein modernes nächtliches Beleuchtungs-System (Metalldampf), das erlaubt, die Nacht zum Tag zu machen – Baden, Sport und Sicherheit. In nördlicher Richtung erreicht man den beschriebenen Leuchtturm von „Santa Luzia“.

Praia de Itapoã
Ist die südliche Fortsetzung der „Praia da Costa“ – ebenfalls noch im Wohnbereich der Stadt, mit starken Wellen, klarem Wasser, lockerem Sandstrand, der allerdings ein bisschen angewinkelt zum Meer abfällt. Trotz seiner städtischen Struktur, halten sich hier noch ein paar Fischer in einer kleinen Kolonie.

Ihre Boote fahren jeden Morgen aufs Meer hinaus und an den Nachmittagen ist man öfter Zeuge des „Arrastão“ – wenn die grossen Netze auf den Sand gezogen werden. Städtische Infrastruktur mit allem Komfort – Sandfussball, Fuss-Volley und Strand-Volleyball sind die bevorzugten Sportarten der „Grünbeine“.

Praia de Itaparica
Setzt den Stadtstrand-Komplex nach Süden fort und schliesst an „Itapoã“ an. Eine lange Gerade mit klarem Wasser aber sehr starkem Wellengang. Dies ist der Strand mit der meisten „Animation“ in Vila Velha. Charakteristisch sind die vielen Kioske, an denen man die verschiedensten Leckereien der berühmten Capixaba-Küche probieren kann, wie „Moqueca, Torta Capixaba, Peroás fritos, Mariscos“ und andere. An den Wochenenden werden an der gesamten Strandlinie so genannte „Pagodes“ präsentiert – lokale Musikdarbietungen. Hier fällt der Grund ab der Wasserlinie relativ steil ab – schon nach fünf Metern vom Strand ist das Wasser mehr als drei Meter tief! Also Vorsicht! Übrigens gibt es an allen drei erwähnten Stränden die gleiche gute Nachtbeleuchtung!