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Pomerode

Veröffentlicht am 25. Oktober 2009

Ist die deutscheste der deutschen Städte in Südbrasilien. Der kleine Ort (27.759 Einwohner, Stand 11/2010) liegt 32 km von Blumenau entfernt und wurde von Emigranten aus Pommern gegründet. Die Einwohner pflegen alle die deutsche Kultur – 95% der Bürger „sprechen fliessend Deutsch“ (das behaupten sie), aber wenn Sie sich mal mit ihnen unterhalten, werden sie erst einmal kein Wort verstehen.

Das kommt daher, dass diese Nachfahren aus Pommern als „Deutsch“ ihren alt-pommeranischen Dialekt bezeichnen, der auch noch im Laufe der Generationswechsel ziemlich viele Federn lassen musste – viele Worte und Begriffe gingen einfach verloren und werden nun, in einer solchen Notsituation, wie einem Gespräch mit einem deutschsprechenden Touristen, einfach durch brasilianische ersetzt! Besonders kurios wird dann dieses „fliessende Deutsch“, wenn Ihr pommeroder Gegenüber das von ihm ersatzweise eingesetzte brasilianische Wort mit einer aus der deutschen Grammatik stammenden Endung versieht – wollen wir wetten, dass Sie sein „fliessendes Deutsch“ nicht verstehen? Würde man aber mit einem Helikopter direkt zwischen den gepflegten Fachwerkhäuschen von Pomerode landen, käme wahrscheinlich keiner der Besucher auf die Idee, sich in Brasilien zu befinden.

Die Strassen des Itajaí-Tals führen den Besucher zu anderen interessanten Orten, wie Timbó, Indaial, Rio do Sul oder Nova Trento, wo sich der religiöse Tourismus um das Heiligtum der Madre Paulina entwickelt hat. Und immer wieder ist es die üppige Natur, die auch hier den Tourismus ganz besonders begünstigt – das Gebiet des Alto Rio dos Cedros ist so ein Beispiel, mit seinen wunderschönen Seen inmitten des Gebirges, die Höhle von Botuverá oder Ibirama, ein perfektes Szenario für so genannte „radikale Sportarten“.