Paranaensische Küche

Veröffentlicht am 24. Oktober 2009

In Curitiba – einer Stadt, die von europäischen Emigranten, wie Polen, Deutschen, Italienern, Franzosen, Engländern und Holländern geradezu überschwemmt wurde – hat der europäische Besucher von heute natürlich keinerlei Schwierigkeiten, unter den zahlreichen Restaurants eines oder mehrere ihm genehme herauszufinden. Japaner, Syrier und Libanesen geben Curitibas Küche darüber hinaus noch einen besonderen orientalischen Touch.

Die italienischen Cantinas des Stadtteils Santa Felicidade sind weit über Curitibas Grenzen hinaus berühmt! Die Tortellini des Bologna sind ein Gedicht für Kenner italienischer Küche, die hier in Curitiba noch viel italienischer ist als im Mutterland – so hat die Mamma im Italien der Jahrhundertwende gekocht!

Im historischen Stadtteil Largo da Ordem gibt es mehrere sehr gemütliche Restaurants der mittleren Preiskategorie. Man kann hier geruhsam umhergehen, Menus vergleichen, und sich dann entscheiden – die Speisenkarten hängen in der Regel am Eingang aus.

Natürlich sollten Sie auch einmal den schon erwähnten Barreado des paranaensischen Interiors probieren: Ochsenfleisch und Räucherspeck werden in einem Tontopf, der mit einem Mehlteig ausgestrichen ist, wechselweise übereinander geschichtet und dann mit Zwiebeln, Tomaten, Knoblauch, Suppengrün und Kümmel – in Essig und Öl – auf schwachem Feuer gegart.

In Foz do Iguaçú – mit seiner privilegierten Position an der Dreiländer-Grenze – werden Sie natürlich auch auf gastronomischem Gebiet Köstlichkeiten aller drei Küchen vorfinden, in denen – Sie ahnen es schon – Rindfleisch in weltweit unerreichter Qualität und in den unglaublichsten Variationen im Mittelpunkt des tafelfreudigen Interesses steht.

Aber unter den über 700 Restaurants dieser Stadt! – fast halb so viel wie in der Riesenstadt São Paulo – wird der Besucher auch die internationale Küche in allen Güteklassen vertreten finden: Von den köstlichen japanischen Sushis und Sashimis über die chinesische, arabische, französische, italienische und portugiesische Küche bis zur deutschen Schweinshaxe, den spanischen Paellas, jugoslawischen und – wer hätte das gedacht – sogar tschechischen Spezialitäten.

Aber es gibt auch eine typische Iguaçu-Spezialität – nämlich frisch gefangener Süsswasserfisch, zum Beispiel Dourado oder Surubim aus dem Rio Paraná oder dem Rio Iguaçú. Und die delikateste Form der Zubereitung dieser viele Kilogramm schweren Fische ist „ao forno“ – im Backofen. Eine willkommene Abwechslung nach dem vielen Fleisch.

Getrunken wird in dieser Gegend ebenfalls reichlich und gut – wie überall in Brasilien – man gibt in Iguaçú allerdings dem geschmuggelten Scotch Whisky und dem ebenso illegalen spanischen Cognac vor dem einheimischen Cachaça den Vorzug. Die Touristen empfinden dagegen die Soft Drinks aus den tropischen Früchten viel extravaganter – und vor allem südamerikanischer!