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Obwohl es zu den durch europäische Einwanderer zuerst kolonisierten Regionen Amerikas gehört, hat das schwierige Gelände von Lagamar einen Versuch nach dem andern vereitelt, sich hier niederzulassen. Der Grund sind seine, mit Mangrove-Dschungel bestandene, veränderlichen Ufer, der schwierige Zugang zu seinem bergigen Interior, die exzessiven Regenfälle während des ganzen Jahres und der für die Landwirtschaft ungeeignete, weil zu schwache Boden. Heute ist dieses Gebiet das am geringsten entwickelte in Paraná und auch in São Paulo. Die Region ist begrenzt durch eine grosse Meeresbucht im Süden (Baía de Paranaguá) und durch ein Flussdelta-System im Norden, in dem vier Inseln eine massgebende Rolle einnehmen: "Peças, Superagüi, Cardoso und Comprida" – Hunderte von kleineren Inseln liegen noch dazwischen. Die Vegetation besteht aus Mangroven – besonders an unbewegten Gewässern und Lagunen. Am Meeresufer überzieht ein verflochtenes Gewirr von Bromelien, Orchideen und Kakteen den sandigen Boden – ab und an unterbrochen durch verschiedene krüppelwüchsige Baum- und Palmenarten. An den Berghängen schliesst sich dann die üppige Vegetation des Atlantischen Urwalds an: mit haushohen Edelholzbäumen, an die sich Epiphyten und Bromelienarten anklammern, und von denen dicke Lianen herabhängen – Riesenfarne – Palmen der verschiedensten Typen – und unzählige, noch unbekannte Pflanzenspezies. Aus der Tierwelt kann man hier beobachten: Kapuzineraffen, Wasserschweine, Wildschweine, Hirsche und viele kleinere Säugetiere. Auf der Insel Superagüí hat man kürzlich eine neue Primatenart, den "Mico-leão-de-cara-preta" entdeckt, ein schwarzgesichtiges Äffchen, welches nur in diesem Gebiet vorkommt, und somit höchst gefährdet ist. Aus der Vogelwelt findet man, ebenfalls nur hier, den endemischen Papagaio-chauá – eine rostrot-gestirnte Papageienart. Darüber hinaus sind die anderen Papageien- und Sitticharten, Fasanen, Wildhühner, die unzähligen Wasservogelarten, wie Reiher, Störche, Möwen, Kormorane und Fregattvögel, ein Erlebnis. Im Winter benutzen viele wandernde Vogelarten das Lagamar-Gebiet als Zwischenaufenthalt. Der grosse Nahrungsvorrat an organischen Stoffen, der mit den Flüssen aus den Bergregionen herangetragen wird, bildet die Lebensgrundlage für eine aussergewöhnlich reiche atlantische Meeresfauna, und die Mangrovebegrenzten Lagunen sind eine ideale "Kinderstube". Diese Fotos stammen aus der Flickr Foto-Community und werden gemäß der Flickr-RSS API abgebildet.
Der Parque Nacional de Superagüi umfasst die Inseln: Ilha do Superagüi, Ilha das Peças, Ilha do Pinheiro und Ilha do Pinheirinho – insgesamt eine Fläche von 39.000 Hektar. Die Inseln liegen im Distrikt von Guaraqueçaba und sind Teil des Projekts Lagamar. Die Fischerkolonie der Hauptinsel, Superagüi, in dem kleinen Ort gleichen Namens, hat sich an Besucher gewöhnt und wenn die zehn Pousadas und ein Campingplatz nicht reichen, stellen die gastfreundlichen Menschen auch mal ihre einfachen Häuser für eine Übernachtung zur Verfügung - es gibt sogar ein paar bescheidene Restaurants am Strand, in denen man sehr guten Fisch oder verschiedene Meeresfrüchte, über dem Holzfeuer zubereitet, bekommt! Der Ort, mit seinem vollen Namen Barra do Superagüi, ist Ausgangspunkt für den Strand Praia Deserta (Wüsten-Strand), der seinen Namen von der absoluten Einsamkeit herleitet, die der Besucher hier geniesst: der Strand erstreckt sich über 37 Kilometer entlang der Insel – man kann sich also entweder ein schönes Plätzchen an diesem Strand suchen oder auch eine ausgedehnte Wanderung am Meer entlang unternehmen – es gibt eine solche geführte Wanderung über 35 km bis ans Ende des Strandes, im kleinen Flecken Ararapira. Besonders zwischen März und April ist dieser Strand dicht bevölkert von Seeschwalben und vielen anderen Zugvögeln, die vor der Kälte in der nördlichen Hemisphäre geflohen sind. Man kann in Barra do Superagüi aber auch ein Boot mieten und die Strände der Ilha das Peças neben dran anfahren – oder am späteren Nachmittag die Ilha do Pinheiro, um die Schwärme von Papagaios-chauá zu beobachten, die am späten Nachmittag in grossen Verbänden zu ihren Nisthöhlen zurückkehren. Die Vegetation auf den Inseln präsentiert, unter anderem, auch Orchideen, Bromelien und viele Farne. Das Reservat hat ebenfalls einige Indianerdörfer, die hier zurückgezogen leben, Pfade führen dorthin. Wenn man vorhat, die Inseln mit allen ihren vielfältigen Details kennen zu lernen, so ist ein lokaler Guide unerlässlich. Man erreicht den Park ab dem Ort Guaraqueçaba per Boot – eine Stunde und 30 Minuten – oder ab Paranaguá per Boot – 3 Stunden Fahrt. Man darf anlegen in den Siedlungen von Superagüi oder von der Ilha das Peças, ausserdem auch direkt am Strand von Praia Deserta. Es ist nicht erlaubt, an den Inselchen Ilha do Pinheiro und Ilha do Pinheirinho auszusteigen! Wanderungen auf den Pfaden des Nationalparks nur unter Begleitung eines Guides und mit Genehmigung der IBAMA (brasilianische Naturschutzbehörde). Beste Jahreszeit: vermeiden Sie die Monate September und Oktober, weil es dann fast durchgehend regnet!
Erreicht man am besten auf dem Wasserweg (der Landweg führt über 80 km prekärster Erdpiste, für die man mindestens 3 Stunden braucht) – von Paranaguá aus fährt täglich um 10:00 ein reguläres Schiff ab – man kann aber auch Boote dort mieten. Der kleine verschlafene Ort, fast am Ende der Welt und umgeben von einem Naturparadies, hat zwei bescheidene Pousadas und einige sehenswerte Gebäude aus historischer Vergangenheit. Diverse Inseln sind Teile des Distrikts, unter ihnen die Ilha das Peças, Ilha Rasa, Ilha das Laranjeiras, Ilha do Rebelo, Ilha Povoca und die schon beschriebene Ilha do Superagüi. |
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