Nettes kleines Land

Veröffentlicht am 21. Oktober 2009

Wenn es Sommer ist, fühle ich mich als richtiger „Sergipano“, schwärmt unser Freund und Autor Klaus, der den kleinen Bundesstaat Sergipe für das BrasilienPortal entdeckte. Der Duft des Caju, der Manga Espada, der Mangaba und der Graviola bringt die Erinnerung an die guten Dinge meiner Kindheit zurück. Der salzige Geruch vom Meer, vom Strand in „Atalaia“ – so nah am Stadtzentrum – man kann sich heute kaum noch vorstellen, das der Strand einmal ein Ferienausflugsziel gewesen ist – damals. Heute ist er ein wunderschöner Ort zum wohnen. Dort wohnen und die Wellen anbranden hören und die Brise auf der Haut spüren. Früh aufstehen und durch den lockeren Sand am Strand laufen, ins Meer tauchen und dann den Tag fröhlich beginnen!

Fangen Sie ihre Reise in Aracaju an, der Hauptstadt von Sergipe und dem Eingangstor zu einem kleinen Bundesstaat mit vielen touristischen Sehenswürdigkeiten, und einer Anzahl bester Hotels und Pousadas – die meisten in Atalaia. Kommen Sie mit ein bisschen Zeit, und dann absorbieren Sie einmal ein bisschen vom Spirit des „Aracajuano“, setzen Sie die Füsse in den Sand, laufen Sie ein Stück am Meer entlang, und seien Sie uns ganz besonders herzlich willkommen!

Sergipe wird vom Wasser des „Rio Real“ im Süden und vom „Rio São Francisco“ im Norden begrenzt. Weitere drei hydrografische Systeme bereichern den Bundesstaat. An der nördlichen Küste mündet der „Rio Japaratuba“ in den Atlantischen Ozean und bewässert „Pirambu“. In Aracaju begrenzen die Flüsse „Rio Sergipe“ und „Rio Vaza-Barris“ die Stadt und bieten eine schöne landschaftliche Szenerie mit ihren Mangrove-Wäldern, denen das ökologische Gleichgewicht der Mündung zu verdanken ist.

Fische, Krebse, Shrimps und Muscheln, die sowohl im Mündungsgebiet als auch in der lokalen Gastronomie vorkommen, sind eine Extra-Attraktion für den Besucher. Denn in der Kultur kommt, unter anderem, auch ein Tisch mit einem Brett, einem Holzhämmerchen und vielen in Salzwasser gekochten „Carangueijos“ (Krebsen) vor – und die „Sergipano“ legen besonderen Wert darauf, ihren Gästen beizubringen, wie man mit diesen Dingen umgeht – eine köstliche und oft auch recht lustige Art, sich ein wenig näher zu kommen.

Reisen in Sergipe bedeutet entdecken:
Menschen, Landschaften, Fauna und Flora, Geräusche, Gerüche und Geschmäcker. Beim Spaziergang in „Atalaia“ und beim Bad im süssen Wasser einer Quelle, beim Spiel in den Dünen und Lagunen von „Pirambu„, bei der Beobachtung der Schildkröten des Projekts „TAMAR“ und beim lockeren Gespräch mit Freunden am Strand von „Abaís“ und „Caueira“. Entdeckungen auf den Pfaden der „Serra de Itabaiana“ und beim erfrischenden Bad im „Poço das Moças“ (Jungmädchenbrunnen) oder beim Tauchen in den grünen Wassern des São-Francisco-Canyons, mitten im „Sertão“. Und nicht zu vergessen die „Gruta do Angico“, der traurige Ort, an dem „Lampião“ und seine Spiessgesellen erschossen wurden.

Reisen in Sergipe kann man auch an Bord eines Katamarans, um die Vögel zu beobachten, die in den Mangrovewäldern nisten. Man kann einen Blick zurück in die brasilianische Geschichte tun – im „Museu de Arte Sacra“, dem Museum Sakraler Kunst, in „São Cristóvão„, der ersten Hauptstadt des Bundesstaates und viertältester Stadt Brasiliens. Man kann sogar bis zu den Wurzeln der „Sergipanos“ vordringen, im „Museu Afro-Brasileiro“, in der netten Stadt „Laranjeiras“ – entzückende, handgemachte Spitze in „Tobias Barreto“ und in „Nossa Senhora da Glória“ die Miniaturen aus Holz des Künstlers „Veio“ entdecken.

Reisen in Sergipe bringt unzählige Überraschungen!
Zum Beispiel beim Karneval, bei den „Festas Juninas“ oder sonstigen Festlichkeiten in der Hauptstadt wie im Interior, beim Kosten des selbst gebrannten „Cachaça“ des alten „Antônio“ am Strand von „Atalaia Nova“, beim Probieren des Muschelgerichts von „Senhor Pascásio“ in „Terra Caída“, beim Langusten-Schmaus am Ufer des „Rio Piauí“ in „Estância“ oder dem „Rio São Francisco“ in „Canindé“. Haben Sie schon mal das Fruchtwasser einer grünen Kokosnuss, direkt von der Palme, gekostet? Oder gekochte Erdnüsse probiert? Oder frischen Quark vom Grill? Dann tun Sie das, sowie Sie nach Sergipe kommen!

Ich werde Sie dann gerne ein bisschen herumführen – zum Beispiel zu unserem „Pio“ und seinem wunderbaren „Macaxeira do Forno“ (Maniok aus dem Ofen) – wir werden zusammen Caju-Früchte lutschen, so viel Sie nur wollen, und Eis aus „Mangaba“. Und anschliessend schlendern wir über die offenen Märkte von Aracaju und erleben die Geschichten unserer Stadt.

Wir können ins „Oceanário“ gehen, einem Aquarium mit Meeresfauna, oder irgendwo „Forró“ tanzen – besonders wenn Sie im Juni kommen sollten. Und gegen Abend überqueren wir den „Rio Sergipe“ an Bord unseres „Tototó“, steigen in „Barra dos Coqueiros“ aus, um von dort den Sonnenuntergang zu beobachten, der die Skyline meiner Stadt ganz in pures Gold taucht. Sie werden überrascht sein, wie bei uns das Leben so ist – und wie wir Sergipanos es angehen, vor allem: ohne Hetze!