Natal

Veröffentlicht am 20. Oktober 2009

Natal – die Stadt der Dünen – ist die Hauptstadt des Bundesstaates Rio Grande do Norte. Sie liegt auf einer Halbinsel, die im Norden vom Rio Potengi und im Süden vom Atlantischen Ozean begrenzt wird.

Gründung: 1599
Lage: 30 Meter über Meer
Bevölkerungszahl: 803.739 (Stand 11/2010)
Grösse/km2: 167 km2
Bevölkerungsdichte/km2: 4.808,20 Einw./km2
Regenzeit: März bis August

Die Region ist, wie die Gegend um Fortaleza, ein touristisches Traumziel: Dünen, Süsswasser-Lagunen, versteckte einsame Strände und Sonnengarantie, an fast 300 Tagen im Jahr! Mit einem Buggy unterwegs, sind das wahrhaft reizvolle Urlaubstage! „Nach Natal der Sonne wegen“ – ein Slogan, der das ganze Jahr über Gültigkeit hat.

Die Stadt ist unterteilt in sieben Areale:
das südliche Litoral, das nördliche Litoral (Küste), die Stadtstrände, die Stadtteile „Petrópolis, Cidade Alta, Ribeira“ und „Tirol“. In der „Cidade Alta“ (Oberstadt) konzentrieren sich die Geschäfte, das Bankenzentrum und die Fussgängerzone, mit einigen traditionellen Cafés.

Aus historischer Vergangenheit sind folgende Gebäude sehenswert:
Das Forte dos Reis Magos
Konstruiert 1598 auf einem Riff an der Mündung des „Rio Potengi“ – ist eins der ältesten Forts Brasiliens und das Gründungssymbol der Stadt Natal. Ursprünglich aus Holz und Lehm gebaut, hatte es einen Umfang von 240 Metern – eine fünfzackige Sternform in italienischem Stil. Erst nachträglich wurde es mit Steinen, Kalk und Walfischtran verkleidet. Im Innenhof befindet sich eine Kapelle und auf dem Boden des oberen Stockwerks, die Waffenkammer. Es wurde während der holländischen Besetzung in „Schloss Keulen“ umbenannt. Heute unter Denkmalschutz, beherbergt es auch ein kleines Museum mit Kanonen und anderen Utensilien der Kolonialzeit.

Der Palácio Potengi
Wird auch „Palácio da Cultura“ genannt, gegenwärtig ist hier die staatliche Pinakothek untergebracht. Konstruiert im Jahr 1865, im neoklassischen Stil, diente es der Provinz-Versammlung und wurde später Gouverneurs-Palast. Steht unter Denkmalschutz.

Das Teatro Alberto Maranhão
Von 1904, in neoklassischem Stil, hatte früher den Namen „Teatro Carlos Gomes“. Es hat die Form eines Chalets mit drei Türen, die Böden sind mit belgischen Keramikplatten ausgelegt. Steht ebenfalls unter Denkmalschutz.

Farol de Mãe Luíza
Hier handelt es sich um den 1951 konstruierten Leuchtturm von Natal (man findet ihn auch unter „Farol de Natal“). Er besteht aus einem 37 m hohen Beton-Turm, einer inneren Treppe mit 151 Stufen, sein elektrischer Scheinwerfer auf der Turmspitze erreicht eine Entfernung von 44 Kilometern und braucht für eine Umdrehung genau 12 Sekunden. Er wird auch als Aussichtsturm benutzt und ermöglicht dem Besucher eine Panoramasicht auf die Strände „Genipabu“ und „Ponta Negra“. Besuch nur an Sonntagen zwischen 14h00 und 17h00.

Capitania dos Portos
Dieses antike Gebäude von 1875, in neoklassischem Stil von aussen und moderner Innenarchitektur, war einst Amtsitz der regierenden Herren in der kolonialen Vergangenheit. Heute wird das Gebäude auch „Capitania das Artes“ genannt, den in seinen Räumen hat man Kunsthandwerks-Läden untergebracht.

Antiga Casa de Detenção
Hier handelt es sich um das alte Stadtgefängnis von 1912. Es befindet sich auf einem Hügel, von dem man eine herrliche Aussicht auf die Stadt Natal hat – dort ist heute das Tourismus-Zentrum (Centro de Turismo) untergebracht.

Die Rua Chile
Im Stadtteil „Ribeira“, ist eine sehenswerte Strasse im historischen Teil der Stadt, in dem man ganze Zeilen von jahrhundertealten Gebäuden und Villen antrifft. Unter ihnen auch der Gouverneurspalast und das Haus, in dem der bei uns sehr bekannte Historiker und Schriftsteller „Luis Camara Cascudo“ gewohnt hat.

Die Kirche Nossa Senhora do Rosário
Wurde 1714 von den Sklaven errichtet. Sie liegt auf einem Plateau, von dem aus man die gesamte Mündung des „Rio Potengi“ einsehen kann – am „Largo do Rosário.

Die Kirche Santo Antônio
Oder auch „Igreja do Galo“ (Hahnenkirche) genannt, nach dem Hahn aus Metall auf dem Kirchturm, Sie ist aus dem Jahr 1766, in barockem Stil gebaut, und enthält Kostbarkeiten sakraler Kunst. Im Stadtteil „Cidade Alta“, in der „Rua Santo Antônio“.

Die Kirche Nossa Senhora da Apresentação
Ist ein historisches Juwel aus dem Jahr 1694 – sie war die antike Kathedrale von Natal – der erste religiöse Tempel der Hauptstadt. In ihr hat man Gemälde aus dem 17. Jahrhundert entdeckt, die mit 18 Farbschichten überdeckt waren und teilweise chinesische Motive darstellen. In der „Cidade Alta“, am „Praça André de Albuquerque.

Barreira do Inferno
Die Raketen-Abschussbasis ist einen Besuch wert: Sie kann am letzten Mittwoch eines jeden Monats, zwischen 13.00 und 15.00 Uhr besichtigt werden. Die Führung schliesst einen 30-minütigen Vortrag mit Dias und Filmen ein.

nach obenDIE STADTSTRÄNDE

„Praia do Forte, do Meio, dos Artistas, da Barreira d’Água, de Ponta Negra“
Diese Strände erstrecken sich über eine Länge von 14 km – von der Festung an der Spitze der Halbinsel, über den Leuchtturm hinaus – immer an der Strandstrasse „Via Costeira“ entlang in Richtung Süden. Es sind „urbanisierte Strände“, mit guter Infrastruktur, den besten Hotels und Ressorts, mit Bars, Nachtleben und meistens schwacher Brandung.

Praia do Forte
Hier handelt es sich um den Strand vor dem „Forte dos Reis Magos“. Er ist sehr zu empfehlen, mit ruhigem Wasser, Natur-Pools bei Ebbe, umgeben von Dünen, schön zum Baden, oder auch zum Windsurfen.

Praia do Meio
Ebenfalls ein kleiner Stadtstrand mit vorgelagerten Riffen und dunklem Sand. Bei Ebbe formen sich Natur-Pools – bei Flut gibt es Abschnitte, die zum Schwimmen nicht zu empfehlen sind. Anfahrt über die „Via Costeira“, 3 km vom Stadtzentrum.

Praia dos Artistas
Stadtstrand mit vorgelagerten Riffs und festem Sand – der Strand ist stark frequentiert von Natalensern und Touristen, wegen seiner Konzentration von Bars, Restaurants und Hotels. Hier findet auch ein sehr bewegtes Nachtleben statt. Bei Flut entstehen hohe Wellen, die sich gut zum Surfen eignen. Anfahrt über die „Via Costeira“, 3 km vom Stadtzentrum.

Praia da Barreira d’Água
Ein schnurgerader Strand mit breiter, lockerer Sandfläche für einen ruhigen Aufenthalt. Grenzt an den naturgeschützten Bereich vom „Parque das Dunas“ im Hintergrund an. Erreichbar auf der „Via Costeira“, 8 km vom Stadtzentrum.

Praia da Ponta Negra
Ist der meistbesuchte Stadtstrand. Sein südlicher Teil liegt in einer Bucht, deren Wasser sehr ruhig ist, denn hier gibt es vorgelagerte Riffe, feinen lockeren Sand, und sie ist auch zum Tauchen sehr gut geeignet. Der nördliche Strandausläufer liegt zum offenen Meer hin und hat starke Wellen. Treffpunkt der Surfer.

Die schwarzen Felsformationen zwischen dem feinkörnigen weissen Sand haben dem schönen Strand den Namen gegeben. Aber sein Markenzeichen ist die riesige Düne mit dem Namen „Caréca“ (Glatzkopf) – sie ist 120 Meter hoch und ein beliebtes Postkartenmotiv der Stadt. Eine Menge Kioske, an denen man Fisch vom Grill bestellen kann, Shrimps oder Austern, und es gibt Hotels, Pousadas, Restaurants und Bars in diesem Bereich – selbst nachts ist hier etwas los. Die Stadt hat für Spaziergänger eine befestigte Uferpromenade angelegt, an der Kunsthandwerker aus allen Teilen Brasiliens ihre Schöpfungen anbieten, und die Natalenser zusammen mit den Touristen entlang flanieren. Die Küstenstrasse „Via Costeira“ bringt Sie hin – 14 km vom Zentrum der Stadt.

nach obenPARQUE ESTADUAL DAS DUNAS

Dies ist ein Park, der auf seinen 1.172 Hektar Fläche die letzte Reserve Atlantischen Regenwalds in Rio Grande do Norte beschützt. Er ist der zweitgrösste Stadtpark Brasiliens – nach dem „Floresta da Tijuca“ in Rio de Janeiro – mit der „Praia de Mãe Luísa“ als Nordgrenze, der „Ponta Negra“, im Süden und mit 9 km Ausdehnung in seiner Länge. Der Dünengürtel erstreckt sich von Südosten nach Nordwesten infolge der Winde, die vorherrschend aus Südosten wehen. Die Dünen sind befestigt durch eine Kriechvegetation, sie bestehen aus Quarzsand feinster Granulation und von geringer Fruchtbarkeit.

Hinsichtlich floristischer Aspekte ist der Park einerseits von „Mata Costeira“ (Küstenbuschwald) und andererseits von „Floresta Atlântica“ (Atlantischer Regenwald) bedeckt. Die wichtigsten Flora-Spezies sind: „Pau-Brasil“ (Caesalpinia echinata), „Maçaranduba“ (Mimusops Huberi), „Pau-d’arco-roxo“ (Tecoma heptaphylla), „Peroba“ (Aspidosperma polyneuron), „Sucupira“ (Bowdichia virgilioides), „Bromeliaceas“ (Bromeliaceae), „Aráceas“ (Spatiflorae), „Pau-Ferro“ (Acacia Catehu, Wild.). Klimatisch repräsentiert dieses Gebiet den feuchtesten Teil des ganzen Bundesstaates, mit Niederschlagsmengen, die zwischen 800 mm und mehr als 1.500 mm pro Jahr liegen – die zum Interior gradativ abnehmen. Die Luftfeuchtigkeit, relativ konstant, hält sich bei um die 80%.

Der Park bietet drei Wanderwege, die man vorzugsweise mit qualifizierten Guides begehen sollte, um sich von ihnen Fauna, Flora und ökologische Zusammenhänge informativ erklären zu lassen. Die besagten Wege durchschneiden das Gelände in Querrichtung.

Der kürzeste, den man „Trilha da Perobinha“ nennt, hat eine Länge von nur 500 Metern und wird in der Regel von Kindern und älteren Leuten benutzt, weil man auf ihm ohne Anstrengung spazieren kann.

Der zweite Weg ist auch der meistbenutzte – er heisst „Trilha da Peroba“ (nach dieser Baumart) und hat eine Länge von (hin und zurück) 2.800 Metern – dafür ist eine Zeit von 1h 50 min. vorgesehen. Während dieser Wanderung kann man verschiedene physiognomische Aspekte des Parks kennen lernen. Der Weg endet am Aussichtspunkt von „Barreira Roxa“ mit einer Sicht auf die „Via Costeira“ und den Atlantik.

Der dritte Wanderweg im Park – Ubáia-Doce“ – hat eine Länge von (hin und zurück) 4.174 Metern – dafür ist eine Zeit von 2h 50 min. vorgesehen – er endet ebenfalls an der „Barreira Rocha“. Auf diesem „Weg“ begehen die Teilnehmer auch die Dünen, und er ist dementsprechend auch ein bisschen anstrengender – wird vorzugsweise von Wissenschaftlern oder Einzelpersonen benutzt, die ein spezielles Interesse an der Natur haben.