Küste von Piauí

Veröffentlicht am 20. Oktober 2009

„Litoral“ nennt man in Brasilien den Teil eines Bundesstaates, der vom Meer umspült wird. Das „Litoral Piauiense“ ist demnach der Teil des Bundesstaates, welcher vom Atlantischen Ozean umspült wird. Leider ist Piauí auch der Bundesstaat Brasiliens mit der geringsten litoralen Fläche – nur 66 Kilometer. Der Grund dafür liegt bei der Art und Weise, wie der Staat kolonisiert wurde – nämlich anders als alle andern, von West nach Ost, bzw. vom Interior zum Litoral hin – anstatt umgekehrt. Und so kam es, dass erst einmal überhaupt kein Streifen Litoral mehr übrig war – die beiden Nachbarstaaten Maranhão und Ceará hatten die Küste nämlich schon unter sich aufgeteilt.

Lange Zeit war Piauí also ein Staat ohne Litoral. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts (1880) gelang ein Tausch mit dem Nachbarstaat Ceará, der von Piauí die Distrikte „Principe Imperial“ (heute „Crateus“) und „Independência“ bekam – letzterer behielt auch unter der Regierung von Ceará den gleichen Namen. Dafür wurde der Küstendistrikt „Amarração“ von Piauí annektiert, mit denselben Grenzen, wie schon unter Ceará.

Dieses Stückchen Litoral ist kaum eingeschnitten und präsentiert eine flache, sandige Küste, auf der man häufig Dünen antrifft, Resultat der starken Windeinwirkung auf den losen Sand der Strände. Das 66 km Litoral ist aufgeteilt in zwei unterschiedliche Abschnitte: 30 km liegen auf der „Ilha Grande de Santa Isabel“ und 36 km liegen auf dem Kontinent.

Das Litoral beginnt an der „Barra das Canarias“, an der Grenze zu Maranhão, verläuft dann entlang der „Ilha Grande de Santa Isabel“ – am Leuchtturm und dem Strand von „Pedra do Sal“ vorbei – und endet an der „Barra da Timonha“, an der Mündung des „Rio São João da Praia“, an der Grenze zu Ceará.

Die wesentlichste Unterbrechung des Litorals ist das Delta des „Rio Parnaíba“, was nur zu einem Teil zu Piauí gehört – der nordwestliche Teil gehört zu Maranhão.

BARRA DAS CANÁRIAS
Heisst einer der das Delta formenden Flussarme des Parnaíba, der die eigentliche grenze zwischen Piauí und Maranhão an dieser Stelle bildet.

BARRA DO IGUARAÇÚ
Heisst ein anderer Arm des Parnaíba im Delta, der zu Piauí gehört.

BARRA DA TIMONHA
Unterbrechung des Litoral von Piauí an der Grenze zu Ceará, wo sich die wichtige Insel „Ilha do Cajueiro“ befindet, die noch zu Piauí gehört. An der „Barra da Timonha“ münden die Flüsse „São João da Prata“ und der „Timonha“ selbst – hier endet das Litoral.

Alle Inseln im Delta des Parnaíba gehören zur Stadt Parnaíba/Piauí – das sind rund 90 Inseln und Inselchen. Die grösste und wichtigste ist die „Ilha de Santa Isabel“, sie liegt zwischen der „Barra das Canárias“ und der „Barra do Iguaraçu“. Auf ihr befindet sich der nördlichste Punkt des Bundesstaates. Andere Inseln von Gewicht sind: „Batatas, Trindade, Estévão“ und Morros“.

STRÄNDE
„Pedra do Sal“ auf der „Ilha Grande de Santa Isabel“, im Distrikt Parnaíba. „Atalaia“, der meistbesuchte Strand, schon urbanisiert und mit Asphaltpiste, wo man einen Leuchtturm und einige Hotels findet – im Distrikt Luis Correia. „Praia do Coqueiro“ mit einer herrlichen Landschaft, die von Kokospalmen beherrscht wird – ebenfalls im Distrikt von Luis Correia.

LAGUNEN
Im Distrikt von Luis Correia befinden sich 4 litorane Lagunen: „Sobradinho, Santana, São Bento“ und „Alagadiço“. Davon sind die ersten beiden von Bedeutung für die Wirtschaft, durch das Salz, das sie ansammeln.

HAFEN
Der einzige maritime Hafen von Piauí ist der von Luis Correia – ehemals „Amarração“, gegründet im Jahr 1820, an der Mündung des Parnaíba-Arms „Iguaraçu“, durch die Regierung von Ceará.

Das KLIMA des Litoral von Piauí ist heiss und feucht – mit Regenfällen auch im Sommer und mittleren Jahrestemperaturen von um die 26º C. Die gesamte Niederschlagsmenge liegt bei 1.200 mm.

Die VEGETATION setzt sich aus Mangroven – um die Flussufer herum – Kriechvegetation der Dünen, „Restinga“ und Kokospalmen, zusammen. In den tiefer gelegenen feuchten Ebenen breiten sich Carnaúba- und Burití-Palmen aus.