Piauí

Veröffentlicht am 20. Oktober 2009

Der Bundesstaat Piauí liegt im Nordosten Brasiliens. Er hat Grenzen zum Atlantischen Ozean, im Norden, zum Bundesstaat Ceará im Osten, zum Bundesstaat Pernambuco im Südosten, zum Bundesstaat Bahia im Süden, zum Bundesstaat Tocantins im Südwesten und zum Bundesstaat Maranhão im Westen.

piauiKürzel: PI
Hauptstadt: Teresina
Telefonieren: Wichtige Nummern
Bevölkerungszahl: 3.184.165 (Stand 07/2013)
Distrikte: 15
Städte: 222
Grösse/km2: 251.576 km2
Strassen/km: 51.933
Bevölkerungsdichte/km2: 12,4 Einw./km2
Kunsthandwerk/Souvenirs: Hängematten, Teppiche, Keramik
Wirtschaft: Lederwaren, Baumwolle, Möbel
Lokale Bezeichnung für Einwohner: „PIAUIENSE“

Die wichtigsten Flüsse
Rio Parnaíba (1.485 km) – Grenzfluss zwischen Piauí und Maranhão, der Rio Poty, der in Ceará entspringt und dann in den „Parnaíba“ mündet, der Rio Gurguéia, der das südliche Zentrum des Bundesstaates bewässert und ein fruchtbares Tal mitten im „Sertão“ bildet.
In der Küstenregion sind die wichtigsten Flüsse: der Rio Igaraçu, ein Arm des „Parnaíba“, der bei „Luis Correia“ ins Meer mündet, der Rio Camurupim, der in der „Serra dos Macacos“ entspringt und ins Meer bei „Barra Grande“ mündet und der Rio São Miguel, der in „Bom Princípio“ entspringt und westlich von „Barra Grande“ ins Meer mündet.

Jahres-Temperaturen
Minimum 18º C – mittlere Jahrestemperatur um 28º C – Maximum 40º C.

Klima
Tropisch, mit Regenfällen während des Sommers (November – Februar) und halbtrocken im Interior, dem „Sertão“. Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 60% und 84%. An der Küste und um den „Rio Parnaíba“ herum liegen die jährlichen Niederschläge bei 1.000 bis 1.600 mm. Die Niederschlagsmenge geht zurück, je weiter man in Richtung Südwesten vorstösst, Niederschlagsmengen unter 800 mm/Jahr werden in 35% des Bundesstaates registriert.

Strassenverbindungen
Die BR-222/343 verbindet die Hauptstadt Teresina mit Fortaleza/Ceará im Osten. Die BR-316/407 verbinden Teresina mit dem Bundesstaat Pernambuco. Die BR-343/324/135 (Sequenz heisst „Transpiauí“) verbinden Teresina mit dem Nachbarstaat Bahia im Süden und mit der Stadt Parnaíba an der Küste, im Norden. Die BR-020 verbindet Picos/Piauí mit Fortaleza/Ceará. Darüber hinaus ein Netz von Landstrassen (PI), das aber nur etwa zu 30% asphaltiert ist.

Eisenbahnlinien
Die einzige Linie der „Companhia Ferroviária do Nordeste“ durchquert den Bundesstaat von Ost nach West – von „Crateus“ im Nachbarstaat Ceará, über Teresina nach „São Luis“ im Bundesstaat Maranhão (nur für Frachtverkehr).

Geografische Fläche
252.378 km² – etwas grösser als Grossbritannien. Der drittgrösste Bundesstaat des Nordostens, nach Bahia und Maranhão und der zehntgrösste Brasiliens. Das Gebiet wird vom „Rio Parnaíba“ beherrscht, der die natürliche Grenze zum Nachbarstaat Maranhão bildet und die gesamte ausgedehnte sedimentäre Hochebene bewässert. Ihre paleozonen Terrains fallen, von den peripheren Gebirgsformationen – „Tabatinga, Gurgueia, Piauí, Grande“ und „Ibiapaba“ – her, sanft zum Flusstal hin ab. Höchste Erhebung liegt in der „Chapada das Mangabeiras“, im extremen Süden des Bundesstaates, mit 860 m.

Die flachen Ebenen befinden sich im Norden und breiten sich bis zum Atlantischen Ozean aus. Die Küstenlinie beträgt 66 Kilometer und wird zum Teil vom Delta des „Rio Parnaíba“ eingenommen, welches einen Komplex von zirka 90 Inseln umfasst.

Bevölkerung
Demografische Dichte: 11,75 EW/km² – das entspricht der geringsten demografischen Dichte im Nordosten. Stadtbewohner: 61% . Analphabeten 35%.

Vegetation
Seiner geografischen Lage entsprechend präsentiert sich der Bundesstaat Piauí als eine Übergangszone, in der man einerseits die Aspekte des halbtrockenen Nordostens, andererseits Regionen des Vor-Amazonas und auch solche des brasilianischen Zentral-Plateaus findet. Je nach den jeweiligen Niederschlagsmengen, hat sich die Vegetation in den genannten Zonen entwickelt: der Südosten wird von der „Busch- oder Baum-Caatinga“ beherrscht – am mittleren und unteren „Rio Parnaíba“ finden sich Waldregionen – der „Cerrado“ breitet sich über den zentralen Westen und Südwesten aus und die Küstenregion ist von Mangroven und der „Restinga„-Vegetation bedeckt.

In der vegetationsbedeckten Landschaft kommt den unterschiedlichen Palmenformationen eine grosse wirtschaftliche Bedeutung zu: die Palmen der Gattung „Babaçu“ (Orbignia martiana), „Carnaúba“ (Copernicia cerifera), „Burití“ (Mauritia vinifera) und „Tucum“ (Astrocaryum tucuma), die man in der Regel in den feuchteren Uferwald-Regionen findet, tragen durch ihre vielseitige Verwendbarkeit wesentlich zum Unterhalt der Bevölkerung bei.

Schutzgebiete
In Piauí befinden sich die historisch ältesten archäologischen Fundstätten Brasiliens und beider Amerikas und sie gehören zu den wichtigsten historischen Fundstätten der Welt. Im Distrikt von „Raimundo Nonato“, im Südosten des Bundesstaates, befindet sich der „Parque Nacional da Serra da Capivara„, 130.000 Hektar innerhalb der halbtrockenen Region des „Sertão“, mit 535 prähistorischen Fundstätten und mehr als 30.000 Felsmalereien – alle in gutem Konservierungszustand.

Der „Parque Nacional Serra das Confusões“ ist einer der jüngsten Nationalparks – gegründet 1998 zum Schutz einer signifikanten Fläche des „Caatinga-Ökosystems“. Seine Ausdehnung beträgt 502.411 Hektar – er liegt 620 km von Teresina, im extremen Südosten des Bundesstaates.

In den Distrikten „Piripiri“ und „Piracuruca“, im Norden des Bundesstaates, befindet sich der Nationalpark „Sete Cidades„, eine Region mit reicher Fauna und Flora, in dem man Ruinen besichtigen kann, die scheinbar von ehemaligen Zivilisationen herrühren. Kritische Stimmen behaupten allerdings, dass es sich bei den „Ruinen“ lediglich um von Wind und Wetter grotesk verformte Felsen handelt.

Weitere unter Naturschutz stehende Gebiete:
Estação Ecológica Uruçuí-Una“ in „Ribeiro Gonçalves“ und „Uruçuí“.

Naturschutzgebiet „Serra das Mangabeiras“ im extremen Süden des Bundesstaates.

Naturschutzgebiet Delta do Parnaíba in „Parnaíba“. Naturschutzgebiet „Cachoeira do Urubu“ in den Distrikten „Esperantina“ und „Batalha“.

Wirtschaft
Die Viehzucht
War die erste wirtschaftliche Komponente zur Entwicklung des Bundesstaates und ist noch heute seine stabilste Basis. Die Folklore und die regionalen Sitten und Gebräuche basieren ebenfalls auf einer Existenz als Viehhirte. Unter den Herden sind Ziegen, Rinder, Schweine, Schafe und Esel die häufigsten und wirtschaftlich relevantesten. Die Ziegenhaltung geht auf eine Regierungsinitiative zurück und hat zu einer Verbesserung der Existenz unter der bedürftigen Bevölkerung in der Region „Campo Maior, „Alto Piauí“ und „Canindé“ geführt.

Die Landwirtschaft
Hat sich zwar parallel zur Viehzucht entwickelt, jedoch nie über den Rahmen einer Tätigkeit für den Eigenbedarf hinaus. In neuerer Zeit wächst das Interesse an einer kommerzielleren Landwirtschaft, aber die Entwicklung geht nur sehr langsam voran und kann noch nicht einmal den Bedarf im eigenen Bundesstaat decken. Unter den traditionellen periodisch angepflanzten Produkten sind: Mais, Bohnen, Reis, Maniok, Zuckerrohr und Soja. Unter den permanenten Kulturen sind: Mango, Orangen, Cashew und Baumwolle.
Pflanzliche Extrakte und Rohstoffe bieten die feuchten Flusstäler, zum Beispiel um den „Rio Parnaíba“, mit ihren „Babaçu“- und „Carnaúba“-Wäldern (ihre Verwendung wurde in unserem Text „Maranhão“ bereits erklärt). Die Cashew-Frucht und –nuss gewinnt man inzwischen aus in grossem Rahmen angepflanzten Beständen.

Die Mineralien-Förderung
Ist noch relativ unbedeutend – Studien haben aber bewiesen, dass der Bundesstaat über viel versprechende Reserven verschiedener Genres verfügt. Deren interessanteste sind: Marmor, Asbest, Halbedelsteine, Schiefer, Nickel und Talkum. Man sollte noch anfügen, dass Piauí über grosse unterirdische Wasserreserven verfügt und die zweitgrösste Nickelförderung Brasiliens, im Distrikt von „São João do Piauí“ besitzt.

nach obenALLE DISTRIKTE UND STÄDTE

Distrikt: Alto Médio Canindé
Städte: Acauã, Bela Vista do Piauí, Belém do Piauí, Betânia do Piauí, Caldeirão Grande do Piauí, Campinas do Piauí, Campo Alegre do Fidalgo, Campo Grande do Piauí, Capitão Gervásio de Oliveira, Caridade do Piauí, Conceição do Canindé, Curral Novo do Piauí, Floresta do Piauí, Francisco Macedo, Fronteiras, Isaías Coelho, Itainópolis, Jacobina do Piauí, Jaicós, João Costa, Lagoa do Barro do Piauí, Marcolândia, Massâpe do Piauí, Nova Santa Rita, Padre Marcos, Paes Landim, Patos do Piauí, Paulistana, Pedro Laurentino, Queimada Nova, Ribeira do Piauí, Santo Inácio do Piauí, São Francisco de Assis do Piauí, São João do Piauí, Simões, Simplício Mendes, Socorro do Piauí, Vera Mendes, Vila Nova do Piauí

Distrikt: Alto Médio Gurguéia
Städte: Alvorada do Gurguéia, Barreiras do Piauí, Bom Jesus, Cristino Castro, Currais, Gilbués, Monte Alegre do Piauí, Palmeira do Piauí, Redenção do Gurguéia, Santa Luz, São Gonçalo do Gurguéia

Distrikt: Alto Parnaíba Piauiense
Städte: Baixa Grande do Ribeiro, Ribeiro Gonçalves, Santa Filomena, Uruçuí

Distrikt: Baixo Parnaíba Piauiense
Städte: Barras, Batalha, Boa Hora, Brasileira, Cabeceiras do Piauí, Campo Largo do Piauí, Esperantina, Joaquim Pires, Joca Marques, Luzilândia, Madeiro, Matias Olímpio, Miguel Alves, Morro do Chapéu do Piauí, Nossa Senhora dos Remédios, Piripiri, Porto, São João do Arraial

Distrikt: Bertolínia
Städte: Bertolínia, Antônio Almeida, Colônia do Gurguéia, Eliseu Martins, Landri Sales, Manoel Emídio, Marcos Parente, Porto Alegre do Piauí, Sebastião Leal

Distrikt: Campo Maior
Städte: Campo Maior, Alto Longá, Assunção do Piauí, Boqueirão do Piauí, Buriti dos Montes, Capitão de Campos, Castelo do Piauí, Cocal de Telha, Domingos Mourão, Jatobá do Piauí, Juazeiro do Piauí, Lagoa de São Francisco, Milton Brandão, Nossa Senhora de Nazaré, Novo Santo Antônio, Pedro II, São João da Serra, São Miguel do Tapuio, Sigefredo Pacheco

Distrikt: Chapadas do Extremo Sul Piauiense
Städte: Avelino Lopes, Corrente, Cristalândia do Piauí, Curimatá, Júlio Borges, Morro Cabeça no Tempo, Parnaguá, Riacho Frio, Sebastião Barros

Distrikt: Floriano
Städte: Floriano, Canavieira, Flores do Piauí, Guadalupe, Itaueira, Jerumenha, Nazaré do Piauí, Pavussu, Rio Grande do Piauí, São Francisco do Piauí, São José do Peixe, São Miguel do Fidalgo
Litoral Piauiense, Bom Princípio do Piauí, Buriti dos Lopes, Cajueiro da Praia, Caraúbas do Piauí, Caxingó, Cocal, Cocal dos Alves, Ilha Grande, Luís Correia, Murici dos Portelas, Parnaíba, Piracuruca, São João da Fronteira, São José do Divino

Distrikt: Médio Parnaíba Piauiense
Städte: Agricolândia, Água Branca, Amarante, Angical do Piauí, Arraial, Barro Duro, Francisco Ayres, Hugo Napoleão, Jardim do Mulato, Lagoinha do Piauí, Olho D’Água do Piauí, Palmeirais, Passagem Franca do Piauí, Regeneração, Santo Antônio dos Milagres, São Gonçalo do Piauí, São Pedro do Piauí

Distrikt: Picos
Städte: Picos, Bocaina, Cajazeiras do Piauí, Colônia do Piauí, Dom Expedito Lopes, Geminiano, Ipiranga do Piauí, Oeiras, Paquetá, Santa Cruz do Piauí, Santa Rosa do Piauí, Santana do Piauí, São João da Canabrava, São João da Varjota, São José do Piauí, São Luis do Piauí, Sussuapara, Tanque do Piauí, Wall Ferraz

Distrikt: Pio IX
Städte: Pio IX, Alagoinha do Piauí, Alegrete do Piauí, Francisco Santos, Monsenhor Hipólito, Santo Antônio de Lisboa, São Julião

Distrikt: São Raimundo Nonato
Städte: São Raimundo Nonato, Anísio de Abreu, Bonfim do Piauí, Brejo do Piauí, Canto do Buriti, Caracol, Coronel José Dias, Dirceu Arcoverde, Dom Inocêncio, Fartura do Piauí, Guaribas, Jurema, Pajeú do Piauí, São Braz do Piauí, São Lourenço do Piauí, Tamboril do Piauí, Várzea Branca

Distrikt: Teresina
Städte: Teresina, Altos, Beneditinos, Coivaras, Curralinhos, Demerval Lobão, José de Freitas, Lagoa Alegre, Lagoa do Piauí, Miguel Leão, Monsenhor Gil, União

Distrikt: Valença do Piauí
Städte: Valença do Piauí, Aroazes, Barra D’Alcântara, Elesbão Veloso, Francinópolis, Inhuma, Lagoa do Sítio, Novo Oriente do Piauí, Pimenteiras, Prata do Piauí, Santa Cruz dos Milagres, São Félix do Piauí, São Miguel da Baixa Grande, Várzea Grande.