Strände im Süden

Veröffentlicht am 19. Oktober 2009

Von Recife aus in südlicher Richtung ist die pernambukanische Strandszenerie wesentlich attraktiver. Hier finden sich einige der schönsten Strände Brasiliens mit besonders hervorragender Wasserqualität und sie sind durch vorgelagerte Korallenriffe geschützt. Das Wasser ist ruhig und kristallklar, die Buchten von Kokospalmen und weissen Sanddünen gesäumt. Strände, bei deren Namen man schon die Luft etwas erregter ausstösst und an die wunderschönen Naturidyllen zurückdenkt, die man leider nur kurz gestreift hat, für diese Beurteilung. Aber Sie werden es am Text erkennen, wenn Sie einen besonders empfehlenswerten Strand vor sich haben. Hier unsere Serie der beeindruckenden Strände in südlicher Richtung:

Praia de Boa Viagem
Der Stadtstrand von Recife ist durchaus zum Schwimmen und Baden geeignet: Wie an der Copacabana in Rio, konzentrieren sich hier die besten 5-Sterne-Hotels und wandern die Touristen tropenselig an der breiten Avenida entlang. Aber die Wasserqualität ist hier besser als in Rio. Über seine 7 Kilometer Ausdehnung finden sich Restaurants der obersten Kategorie und zwischen Palmen auch kleine Kioske, die Getränke und Sandwichs verkaufen. Es gibt eingerichtete Sportplätze, eine Piste für Laufsportler und eine andere für Radler, und Duschen, um das Salzwasser und den Sand abzuspülen. Nachts wird der Strand hell beleuchtet und an den Wochenenden ist er gerammelt voll – so hat’s der Brasilianer am liebsten. Einer der schönsten Stadtstrände Brasiliens.
Achtung: Das Baden und Schwimmen in diesem Wasser ist allerdings nicht ganz ohne Risiko und deshalb nur erlaubt bis zu den vorgelagerten Riffen. Hinter dieser Grenze besteht Gefahr, von Haien angegriffen zu werden – es kam hier schon mehrfach zu Unfällen dieser Art!

nach obenCABO DE SANTO AGOSTINHO (32 km von Recife, BR-101)

Das Kap (Cabo) mit steilen Felswänden und spitzen Felsklippen, galt schon in historischen Zeiten als Orientierungspunkt für europäische Seefahrer, die zum ersten Mal Brasilien ansteuerten. Das hier angelegte Fort war Mittelpunkt des Widerstandes gegen die holländischen Invasoren im 17. Jahrhundert.

Gaibu
Ist der am meisten besuchte Strand des Distrikts. „Calhetas“ und „Pedra do Xaréu“ haben Bars und Kiosks auf ihrem Gelände und sind die allerschönsten.

Praia do Paiva
Schöner Strand für Surf-Fans, hat hohe Wellen. Kleiner Sandstreifen mit vielen Kokospalmen-Hainen, verteilt über die gesamte Landschaft.

Praia de Itapuama
Der Strand liegt rund um eine ruhige Bucht, hat groben, hellen Sand und ruhiges Wasser – gerahmt von Kokospalmen.

Praia Pedra do Xaréu
Ein kleiner Sandstreifen mit Steinen dazwischen, ein paar Kioske – bei Ebbe formen sich Natur-Pools. Ein Strand, dem wir das Prädikat „sehr schön“ geben möchten in einer Klassifizierung von „passabel“ – „schön“, „sehr schön“ und „unverzichtbar“. Die „passablen Strände“ führen wir gar nicht erst auf, und die „unverzichtbaren“ sind zu selten, als dass wir nur sie allein empfehlen könnten. Also arbeiten wir mit den „schönen“ und den „sehr schönen“ Stränden.

Praia de Gaibú
Ist einer der „in-sten Strände“ von Pernambuco, also sehr gut besucht, um nicht zu sagen: zeitweise überlaufen! Er ist sehr breit und hat eine Länge von 3 Kilometern, mit Grünschimmerndem Wasser mit starken Wellen. Dazu feinen hellen Sand und viele Palmen – und auch einige Strandhäuser und ein Ortskern mit Supermarkt.

Praia Calhetas
Ist eine kleine, 200 Meter lange Bucht, versteckt zwischen hohen Felsklippen, mit grobem, hellen Sandstrand und tiefblauem Wasser. Sehr gut geeignet für den Tauchsport. Eine kleine Fischersiedlung und üppige tropische Vegetation machen die Idylle perfekt. Dies ist ebenfalls ein Strand, dem wir das Prädikat „sehr schön“ geben möchten.

Cabo de Santo Agostinho
Hier gibt es einmal keinen Sandstrand, sondern nur Felsen. Steile Klippen, von denen man den Hafen von „Suape“ zur einen, und die Grosstadt Recife zur andern Seite sehen kann. Die Ruinen des Forts „Castelo do Mar“, von 1632, ein alter Leuchtturm, von 1883, die Kirche „Nossa Senhora de Nazaré, von 1679 und das Karmeliter-Kloster, von 1731, mit dem Friedhof, von 1873, sind es wert, besichtigt zu werden.

nach obenPORTO DE GALINHAS (70 km von Recife)

Sein 4 Kilometer langer Strand gehört zu den bekanntesten von Pernambuco. Im vergangenen Jahrhundert – nach der offiziellen Abschaffung des Sklavenhandels (1888) – wurde der so genannte „Hühnerhafen“ als heimlicher Landungsort für die nunmehr illegalen Sklaventransporte beibehalten: Wenn die reichen Herren in Recife erfuhren, dass wieder „Hühner aus Angola“ auf dem Markt zu haben seien, dann wussten sie, dass eine neue Schiffsladung mit Sklaven angekommen war.

Die vorgelagerten Riffe formen kristallklare Meerwasser-Pools, das Wasser ist mit 26 – 28 Grad angenehm warm und von einer türkisblauen Farbe. Der Strand, mit weissem feinem Sand, wird eingerahmt von idyllischen Kokospalmenhainen. Der ideale Platz um im Meer zu schwimmen, denn hier gibt es kaum Brandungswellen.

Ein Ausflug im offenen Strandbuggy – von der „Praia da Gamboa“ bis zum „Pontal de Maracaípe“ ist sehr zu empfehlen – Dauer 2 Stunden. Es gibt auch Ausflüge per Jangada zu den Natur-Pools – die starten am Strand von „Porto de Galinhas“. Die Insel „Ilha de Santo Aleixo“, die man per Boot anfahren kann, hat zwei idyllische kleine und völlig einsame Strände zu bieten!!!

Die kleine Stadt mit ihren schmalen Gassen hat ein recht bewegtes Nachtleben zu bieten – im Zentrum und in den Hotels. Sie zieht Pernambukaner wie Ausländer gleichermassen an – unter den letzteren meistens Portugiesen und Italiener und ist an den Wochenenden rettungslos verstopft.

Mietbuggys sind die empfehlenswertesten Fahrzeuge in dieser Region. Die erstklassigen Ressorts befinden sich am Strand von „Muro Alto“. Nahegelegene Orte, wie „Serrambi“ und „Maracaípe“ stehen im touristischen Aufwärtstrend.

Praia da Gamboa
Der Strand hat viele Natur-Pools und Mangrove-Vegetation zu bieten. Darüber hinaus einen schönen Blick auf den Hafen von „Suape“ und die Mündung des „Rio Ipojuca“. Anfahrt per Buggy oder auch als Fusswanderung vom Strand „Muro Alto“ aus.

Praia do Muro Alto
Wie schon erwähnt, befinden sich hier eine Reihe der nobelsten Hotel-Ressorts, die alle diesen Strand als einen der schönsten ausgesucht haben – wir übrigens auch!
Und wenn Ihnen der zeitweise Hotelgäste-Trubel nichts ausmacht, dann wird ihnen der Strand, dem wir ebenfalls das Prädikat „sehr schön“ verleihen möchten, sicher genauso gut gefallen wie uns. Und wenn nicht – die nächsten drei Strände bekommen unser Prädikat „sehr schön“ ebenfalls. Sie können also gerne weiterwandern!

Praia do Cupe
Strand mit starkem Wellengang. Hier bilden sich in den Stand-Vertiefungen Natur-Pools durch die einströmende Flut. Heller Sandstrand mit festem Sand, viele Kokospalmen. Das Baden und Schwimmen in von Riffen ungeschützten Abschnitten ist gefährlich! Wegen seiner Naturidylle bekommt der Strand das Prädikat „sehr schön“!

Praia do Porto de Galinhas
4 km langer Strand in einer schön geschwungenen Bucht gelegen, von Kokospalmen und Cashew-Bäumen gesäumt, grösstenteils durch ein vorgelagertes Riff geschützt. Der ungeschützte Teil bietet Wellen für Surfer. Das Wasser ist warm und so klar, dass man die um die Füsse spielenden bunten Fische sehen kann. Das Korallenriff formt die beliebten Natur-Pools zum Schwimmen. Jangadas bringen die Interessierten Badegäste dorthin. Prädikat „sehr schön“.

Praia de Maracaípe
Hat starke Wellen, gut zum Surfen. Weisser Sand und eine Felsformation, auf der man bei Ebbe bis zu 5 Kilometer ins Meer hinauslaufen kann, sind einige Reize dieses Strandabschnitts mit Prädikat „sehr schön“. Zum Baden aber nur für sehr gute Schwimmer zu empfehlen!
Praia da Enseadinha
An diesem Strand gibt es Riffs, besonders schwache Wellen und Mangroven-Vegetation.

Praia de Serrambi
Strand mit feinem Sand, schwachen Wellen und schöner Landschaft. Allerdings erschwert ein Luxus-Strandhaus-Komplex den Zugang.

Praia das Cacimbas
Besondere Attraktion: eine Felsenformation am Strand von 50 Metern Breite, darin gibt es einen natürlichen Pool und verschiedene kleine Grotten.

Praia do Toquinho
Strand mit sehr starken, hohen Wellen zum Surfen. Der Sand ist von feinster Qualität, festgetreten. Vorgelagerte Riffs an den Seiten, die aber die herandonnernden Wellen kaum behindern.

nach obenTAMANDARÉ ( 92 km von Recife)

Die einsamsten Strände der Südküste Pernambuco liegen rund um diesen Ort herum. Von der Höhe des „Convento de São Francisco“, aus dem Jahr 1630, auf einem Hügel, kann man weit ins Land hineinblicken. Gemütlicher kleiner Ort mit einer bescheidenen Infrastruktur.

Praia do Guaiamum
Strand, der mit dem nächsten zusammen eine Bucht umkränzt. Hier gibt es eine Fischerkolonie, schwache Wellen, einige Kioske, heller Sand.

Praia do Gamela
Zusammen mit der „Praia do Guaiamum“ bekränzt der Strand eine Bucht mit schwachem Wellengang, einige Kioske, heller Sandstreifen.

Praia Guadalupe
Dieser ist einer der schönsten Strände der Gegend, wird aber von Grundstücksbesitzern nicht freigegeben (eine nach brasilianischem Recht ungesetzliche Verhaltensweise!) Hier gibt es Kokospalmen, Steilufer und einen Rest Atlantischen Regenwaldes – und der Strand ist – auch aus geschilderten Gründen – völlig einsam.

Praia dos Carneiros
Ein besonders eindrucksvoller Strand: seine eine Hälfte ist dem Meer zugekehrt, die andere der Mündung des Flusses „Rio Formoso“, umgeben von Mangroven-Vegetation. Der Teil am Meer verläuft in gerader Linie. Mit einer Fischerkolonie, Kokospalmen, schwachem Wellengang und feistem hellen Sand. Der Zugang ist einfacher über den Fluss als durch ein Privatgrundstück. Zweifellos gehört auch diesem Strand das Prädikat „sehr schön“.

Praia Tamandaré
Dieser Strand, mit dem Prädikat „sehr schön“, wird von zwei Buchten begrenzt, mit schwachem Wellengang, Kokospalmen, fester feiner Sand. Der Nordabschnitt, den man auch „Praia das Campas“ nennt, präsentiert vorgelagerte Riffe. Gefragt für Wassersport.

nach obenSÃO JOSÉ DA COROA GRANDE

Der Name des kleinen Fleckens, an der Grenze zum Nachbarstaat Alagoas, rührt von einer kronenartigen Felsenformation her (Coroa), welche die gesamte Bucht einrahmt und schützt. Eines der besten Gebiete des Nordostens für den Tauchsport.

Praia do Porto
Ein hufeisenförmiger Strand mit vielen Kokospalmen, sehr ruhigem Wasser und feinstem, festen Sand. Die Mangroven in dieser Region sind praktisch unangetastet, rings um einen der Mündungsarme des „Rio Una“. Hier kommt man am besten zu Fuss her – vom Nachbarstrand „Várzea do Una“. Ein Kuriosum ist die einzelne Kokospalme, welche von den Einheimischen „Coqueiro solitário“ genannt wird. Sie hat sich fast ganz in die Horizontale geneigt und streckt ihren Stamm, quer über den Strand, dem Meer entgegen.

Praia da Várzea do Una
Bucht mit starkem Wellengang, einem breiten Strandstreifen mit feinem, festen Sand. Die Zufahrt führt über eine Sandpiste, gesäumt von Kokospalmen, die in einer Fischerkolonie endet. Hier kann man ein Boot nehmen, um den „Rio Una“ zu überqueren und zur „Praia do Porto“ zu gelangen.

Praia de Gravatá
Unsere letzte Empfehlung ist ein Strand mit schwachen Wellen und Kokospalmen und sehr reizvoller Landschaft. Was den Genuss jedoch schmälert, sind die vielen Moskitos (Maruins), die aus den nahen Mangroven zum Strand kommen. Zugang über eine Sandpiste (7 km von „Coroa Grande“).

Wussten Sie eigentlich, dass die Mangroven, deren immergrüne, dschungelartige Formationen die tropischen Küstengewässer säumen, sozusagen die „Kinderstube“ für eine verschiedenartige Meeresfauna sind?

Und dass diese Pflanzen, anhand ihrer so genannten Luftwurzeln, als einzige in der Lage ist, im salinen Meerwasser zu existieren. Dass sie bis zu 70% aller Wasserverschmutzung in ihrer Umgebung absorbieren – Sie werden dies an dem kristallklaren Wasser zwischen den Mangroven selbst feststellen können – und dass sie deshalb unbedingt geschützt werden müssen. Dies und viele andere der wunderbaren Zusammenhänge innerhalb des Biotops „Mangroven“ werden Ihnen unsere Guides erklären, wenn Sie einen entsprechenden Ausflug buchen.