João Pessoa

Veröffentlicht am 19. Oktober 2009

João Pessoa – die Trockene – liegt am Ufer des Rio Sanhauá und wurde 1585 unter dem Namen „Paraíba“ gegründet. João Pessoa die drittälteste Stadt Brasiliens, mit einer Geschichte von mehr als 400 Jahren.

Gründung: 05. August 1585
Lage: 47 Meter über Meer
Bevölkerungszahl: 723.515 (Stand 11/2010)
Grösse/km2: 211 km2
Bevölkerungsdichte/km2: 3.421,30 Einw./km2
Regenzeit: In dieser Region regnet es praktisch nie

Wer vom Flughafen in die Stadt fährt – egal zu welcher Jahreszeit – ist erst einmal überrascht von dem vielen Grün zwischen und vor den Gebäuden und hat damit schon die erste Besonderheit dieser Stadt entdeckt: denn die Hauptstadt von Paraíba belegt, hinsichtlich ihrer Grünanlagen, den zweiten Platz auf einer Weltrangliste der UNO (nach Paris) und den ersten Platz unter den Städten Brasiliens.

Dafür sind, in erster Linie, die zwei grossen Reserven Atlantischen Regenwaldes inmitten der Stadt verantwortlich: der „Mata do Buraquinho“ – mit mehr als 400 Hektar und der „Parque Arruda Câmara“ – ein Park, den man besser unter seinem volkstümlichen Namen „Bica“ kennt, mit 45 Hektar. Letzterer ist eine Mischung aus Zoologischem Garten und Waldgebiet. Die „Bica“ präsentiert seltene Exemplare der brasilianischen Fauna und Flora, sowie exotische Tiere aus anderen Kontinenten. Die Lieblichkeit seiner Landschaft macht die „Bica“ zum beliebten Treffpunkt für Einheimische wie für Touristen.

Der „Mata do Buraquinho“, kürzlich in einen „Botanischen Garten“ verwandelt, bietet original Atlantischen Regenwald, der als „grüne Lunge“ der Stadt fungiert. Er ist durchzogen von Bächen und natürlichen Quellen, und hier befindet sich auch eines der grössten Trinkwasser-Reservatorien zur Versorgung der Stadt. Der Wald ist vollkommen geschützt und deshalb eingezäunt, um seine wertvolle Originalstruktur zu erhalten, die der Stadt eine bessere Luft und angenehme Temperaturen, auch im Hochsommer, garantiert.

Wenn man nur einmal die Grünanlagen der öffentlichen Plätze und Avenidas in Betracht zieht, so präsentieren diese bereits 18,5 m² Grünfläche pro Einwohner – dieser Wert liegt schon über den internationalen Richtlinien. Und er erhöht sich bedeutend, wenn man die oben präsentierten öffentlichen Erholungsgebiete der Stadt dazurechnet – nämlich auf 54,7 m² pro Einwohner – ein einmaliges Ergebnis in Brasilien.

João Pessoa liegt am Ufer des Rio Sanhauá und wurde am 5. August 1585 unter dem Namen „Paraíba“ gegründet – die drittälteste Stadt Brasiliens, mit einer Geschichte von mehr als 400 Jahren. Nach dem Mord an João Pessoa, der beim paraibanischen Volk ein schmerzliches Echo ausgelöst hatte, entschloss man sich, die Stadt in „João Pessoa“ umzubenennen. Die Delegierten aus Paraíba brachten das Projekt in die Senatsversammlung ein, wo es unter „Gesetz nº 700, vom 04. September 1930“ angenommen wurde.

Während man in anderen Küstenstädten die Wohn- und Geschäftszentren vertikalisiert, gigantische Wolkenkratzer aus Stahlbeton und Glas auf die alte natürliche Landschaft setzt, versuchen die Stadtplaner von João Pessoa andere Massstäbe anzulegen: hier existiert ein Gesetz, welches die Konstruktion von Gebäuden über drei Stockwerke hinaus verbietet. Und das beweist ebenfalls, dass man sich hier Gedanken über den Schutz und die Erhaltung der Umwelt macht.

Die Stadt hat ein feucht-heisses tropisches Klima – von durchschnittlich 26,6º C, die Temperaturen schwanken zwischen 22º und 30º C. In dieser Stadt liegt übrigens Südamerikas östlichster Punkt – genannt „Ponta do Seixas“. João Pessoa ist damit auch die Stadt, in der die Sonne zuerst aufgeht – zwischen 4h50 und 5h10! Der „Winter“ fängt hier im März an und zieht sich bis zum Monat August hin.

João Pessoa besitzt ein reiches architektonisches Erbe aus seiner 400-jährigen Existenz, besonders an barocken Gebäuden. Die Präsenz religiöser Orden und der schnelle Reichtum der Zucker- und Baumwoll-Barone haben die Stadt mit impressionanten Monumenten bereichert, die heute noch Besucher wie Bewohner der Stadt mit Respekt und Stolz erfüllen.

Besonders die Religiosität der Kolonisatoren hat die Hauptstadt mit Tempeln von erlesener architektonischer und dekorativer Eleganz bestückt, unter denen sich besonders abheben:

Der Komplex von „São Francisco“, der „Mosteiro de São Bento“, die „Igreja da Guia“ und die „Capela da Ordem Terceira do Carmo“.

Der architektonische Komplex von „São Francisco“ setzt sich aus dem „Convento de São Antônio“ und aus der „Igreja de São Francisco“ zusammen. Er befindet sich auf dem höchstgelegenen Teil der Stadt, wurde im Jahr 1770 vollendet und ist der Stadt wertvollstes historisches Erbe. Das Gesamtwerk, mit goldüberzogenen Holzschnitten und üppig dekorierten Erkern und Säulenkapitellen, mit portugiesischen und orientalischen Motiven – letztere beeinflusst durch die portugiesische Kolonisation in China – empfängt Besucher aus allen Teilen des Landes und, hie und da, auch mal einige Ausländer.

Der Komplex ist heute in ein Kulturzentrum verwandelt worden, mit Raum für Workshops und Ausstellungen aller Art, neben den kircheneigenen barocken Exponaten.

Er ist geöffnet von Mittwoch bis Samstag, zwischen 8 und 17 Uhr und Sonntagnachmittags. Das Kulturzentrum „São Francisco“ entwickelt ein breites Programm für Kunst und Kultur.

Das ist João Pessoa, eine Stadt, die ihre Vergangenheit mit ihrer Zukunft vereint und stolz ist auf ihre besondere Art der Gastfreundschaft.