Paraíba

Veröffentlicht am 19. Oktober 2009

Der Bundesstaat Paraíba liegt im Nordosten Brasiliens. Er hat Grenzen zum Atlantischen Ozean, im Osten, zum Bundesstaat Pernambuco im Süden, zum Bundesstaat Ceará im Westen und zum Bundesstaat Rio Grande do Norte im Norden.

paraibaKürzel: PB
Hauptstadt: João Pessoa
Telefonieren: Wichtige Nummern
Bevölkerungszahl: 3.914.418 (Stand 07/2013)
Distrikte: 23
Städte: 223
Grösse/km2: 56.469 km2
Strassen/km: 33.165
Bevölkerungsdichte/km2: 66,7 Einw./km2
Kunsthandwerk/Souvenirs: Lederwaren, Textilien, Sisalartikel
Wirtschaft: Baumwolle, Zuckerrohr, Ananas, Tourismus
Lokale Bezeichnung der Einwohner: „PARAIBANO“

Die wichtigsten Flüsse
Im grossen Hydrografischen Becken des Bundesstaates: Rio Paraíba, Rio Mamamguape und Rio Piranhas. Im Küstenbecken: Rio Camaratuba, Rio Miriri und Rio Gramame. Im Becken der „Serra da Borborema“: Rio Curimataú.

Klima
Das Klima in Paraíba weist 3 unterschiedliche Zonen auf: Tropisch feuchtheiss, tropisch halbtrocken und warm halbfeucht und die hängen mit der jeweiligen geografischen Region zusammen: je näher an der Küste, umso feuchter das Klima. Und umgekehrt: je weiter weg von der Küste, umso trockener. Die maximale Niederschlagsmenge pro Jahr liegt bei 1.900 mm an der Küste. Es gibt aber im Interior Regionen, die unter 300 mm fallen können („Cabaceiras“ trockenster Ort Brasiliens).

Die Trockenheit ist immer noch der Erzfeind der „Paraibanos“, jedoch ist die Regierung seit 1996 daran, 25 projektierte Staudämme in die Realität umzusetzen – 12 sind bereits im Bau. Der wichtigste ist der Staudamm von „Acauã“, mit einer Kapazität von 250 Millionen Kubikmeter. Darüber hinaus werden zwei Kanal-Systeme konstruiert, das von „Cariri“ mit 160 km Länge und das von „Congo“ mit 260 km. Und der Kanal von „Coremas“ schafft bereits für einen Teil der Bevölkerung des Innern Abhilfe.

Jahres-Temperaturen
Im Küstengebiet durchschnittlich 25º C, in Mittelgebirgsregionen (500 – 600 m) Minimum 15º C und Maximum 22º C.

Geografische Fläche
56.439 km² ein bisschen grösser als Dänemark. Im tropisch-feuchten Küstengebiet dominiert die „Baixada Litorânea“, eine Ebene, die Strände, niedrig bewachsene Sandareale und Mündungsgebiete aneinanderreiht. Hinter dem Strandstreifen, auf dem Küsten-Tiefland, den man hier „Tabuleiro“ nennt, finden sich, von der maritimen Erosion ausgewaschene Steilufer und die Flusstäler oder „Várzeas“.

Vom „Tabuleiro“ bis zum „Sertão“ dominieren kristalline Felsformationen – mit Ausnahme des Einzugsgebiets um den „Rio do Peixe“. Im variationsreichen Relief von Paraíba finden sich sublitorane Depressionen, die Depressionen von „Curimataú“, die Depressionen des „Rio Parnaíba“. Dazwischen die massiven kristallinen Blöcke der „Chapada da Borborema“, mit abgeflachten Oberflächen, „Serras“ und Inselbergen. Höchste Erhebung ist der „Pico do Jabre, mit 1.200 m. Die „Pediplanos Sertanejos“, zahlreiche zusammengepresste Flächen zwischen den Gipfeln der „Serras“, verteilt entlang der hydrografischen Becken des „Rio Piranhas“ und des „Rio Espinharas“. Und schliesslich das Becken des „Rio do Peixe“, das ein flaches Relief mit einigen Hügeln präsentiert, begrenzt von „Serras“ und isolierten Gipfeln.

Von der Steilküste im Süden fallen kontinuierlich riesige vertikale Blöcke der maritimen Erosion zum Opfer. Eine stetig sich verändernde Küstenlinie, wie zum Beispiel bei: „Ponta do Cabo Branco, Jacumã, Gramame, Tabatinga und anderen.

Während an der Nordküste die „toten Klippen“ überwiegen, die schon vor langer Zeit von der maritimen Erosion geformt wurden, als die Meeresoberfläche noch höher lag. Diese „toten Klippen“ finden sich zum Beispiel im Komplex „João Agripino“, auf dem Sockel des „Rio Jaguaribe“, in der Hauptstadt „João Pessoa“.

Vegetation
Im Küstengebiet von Paraíba trifft man auf die typische Strandvegetation: „Pinheirinho de praia, Salsa de praia“, Kokospalmenhaine und andere. In „Cabedelo“ ist die „Mata de Restinga“ vorherrschend, mit Bäumen mittlerer Höhe, Stämme mit geringem Durchmesser, breite und unregelmässige Kronen. Vorwiegende Arten sind: „Cajueiro (Anacardium occidentalis), Maçaranduba (Lucuma procera Mart.)“ und „Aroeira de praia (Schinus molle Lin.).“

An den Mündungen der Flüsse – bis zu den vom Meer beeinflussten Stellen – existieren lehmige, saline Böden, instabil durch den hohen Gehalt an organischer Materie in Dekomposition. Eine fantastische Mangrove-Vegetation, mit ihren atmenden Stützwurzeln, begleitet alle Flussläufe und bildet ausgedehnte Dschungel in den Feuchtgebieten. Ihre bekanntesten Arten sind: „Mangue Vermelho“ (Rizophora mangle Lin.), „Mangue de Botão“ (Knopf-Mangrove), „Mangue Branco“ (Weisse Mangrove), „Siriuba“ (Aviccennia nitida Jacq.), „Samambaia-assu“ (Tillandsia usneoides Lin.) und „Guaxuma“.

In den feuchten Übergangsgebieten zwischen Küste und Interior, sowie in den feuchten Tälern, welche die niederen Ebenen durchqueren, findet sich ein sand-lehm gemischter Boden und der fruchtbare Boden der „Várzea“. Hier dominierte einmal der Atlantische Regenwald, welcher leider heute in Paraíba auf 5% seines ursprünglichen Bestandes dezimiert worden ist. Es gibt noch einige „Reliquien“ dieses Regenwaldes unter anderem in „Buraquinho“ und in „Mata de Pacatuba“. In diesen Waldgebieten sind hohe Bäume die Regel, mit weiten Kronen, Stämmen mit grossem Durchmesser, immergrünen Blättern, vielen Lianen, Orchideen und Bromelien.

Im Interior und in der „Chapada da Borborema“ gehören zu den charakteristischen Bäumen der „Umbuzeiro“ (Phytolacea dioica), „Catingueira“ (Tecoma catinga), „Aroeira“ (Schinus molle Lin.) und der „Facheiro“ (Cactaceae). In den Übergangsgebieten (den „Brejos“) zwischen Hochebene und Gebirge, breitet sich in der Regel ein Waldgebiet aus, welches einige grössere Bäume aufweist: „Pau-Santo“ (Zollernia ilicifolia), Pau-D’Arco“ (Tecoma heptaphylla) u.a. Schliesslich im Gebiet des „Sertão“ (halbtrockenes Inland) haben sich jene Arten ausgebreitet, die mit den unregelmässigen Regenfällen besser zurechtkommen als die Menschen: hier ist die Domäne der „Caatinga“ (Tecoma catinga), des „Xique-xique“ (Cactaceae), der „Baraúna“ (Melanoxylon barauna, Schott.), des „Pereiro“ (Pera glabrata Beill), der „Jurema Preta“ (Pithecolobium tortum Mart.), der „Macambira“ (Bromelia laciniosa Mart.) und vieler anderer, die dieser Halbwüste einen landschaftlich bemerkenswerten Reiz verleihen.

Wirtschaft
Unter den landwirtschaftlichen Produkten stehen an erster Stelle: Baumwolle, Zuckerrohr, Maniok und Ananas (grösster Produzent Brasiliens). Andere Produkte sind: Erdnüsse, Reis, Kartoffeln und Süsskartoffeln, Kokosnüsse, Bohnen, Orangen und Mais.

Unter den Nordoststaaten steht Paraíba an fünfter Stelle in der Export-Werteskala. 2008 exportierte der Bundesstaat – nach Statistik des IDEME (Instituto de Desenvolvimento Municipal e Estadual da Paraíba) – über 55.000 Produkte, deren wichtigste sind: Sisal-Faser, Ethyl-Alkohol, Textilien, Ananas, Teppiche, Melonen, Ananassaft, Lederschuhe, Leder, Fruchtsäfte, Thunfisch, Gummisandalen, Maniok, Kristallzucker, und andere.

Paraíba hat ein quasi traditionelles Industrie-Profil, das auf die Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte und Mineralien abgestimmt ist. Die wichtigsten Industriezweige sind: Textil – eingerichtet für die Verarbeitung von Baumwolle und Sisal, die Nährmittelindustrie – mit Gewicht auf die Zuckerherstellung und die Verarbeitung von nicht metallischen Mineralien, vornehmlich die Zement-Industrie.

Die beiden Industrie-Zentren sind „João Pessoa“ und „Campina Grande“ – 125 km westlich der Hauptstadt. Exporthafen ist „Cabedelo“, unweit der Hauptstadt.

nach obenALLE DISTRIKTE UND STÄDTE

Distrikt: Brejo Paraibano
Städte: Alagoa Grande, Alagoa Nova, Areia, Bananeiras, Borborema, Matinhas, Pilões, Serraria

Distrikt: Cajazeiras
Städte: Cajazeiras, Bernardino Batista, Bom Jesus, Bonito de Santa Fé, Cachoeira dos Índios, Carrapateira, Monte Horebe, Poço Dantas, Poço de José de Moura, Santa Helena, Santarém, São João do Rio do Peixe, São José de Piranhas, Triunfo, Uiraúna

Distrikt: Campina Grande
Städte: Campina Grande, Boa Vista, Fagundes, Lagoa Seca, Massaranduba, Puxinanã, Queimadas, Serra Redonda

Distrikt: Cariri Ocidental
Städte: Amparo, Assunção, Camalaú, Congo, Coxixola, Livramento, Monteiro, Ouro Velho, Parari, Prata, São João do Tigre, São José dos Cordeiros, São Sebastião do Umbuzeiro, Serra Branca, Sumé, Taperoá, Zabelê

Distrikt: Cariri Oriental
Städte: Alcantil, Barra de Santana, Barra de São Miguel, Boqueirão, Cabaceiras, Caraúbas, Caturité, Gurjão, Riacho de Santo Antônio, Santo André, São Domingos do Cariri, São João do Cariri

Distrikt: Catolé do Rocha
Städte: Catolé do Rocha, Belém do Brejo do Cruz, Bom Sucesso, Brejo do Cruz, Brejo dos Santos, Jericó, Lagoa, Mato Grosso, Riacho dos Cavalos, São Bento, São José do Brejo do Cruz

Distrikt: Curimataú Ocidental
Städte: Algodão de Jandaíra, Arara, Barra de Santa Rosa, Cuité, Damião, Nova Floresta, Olivedos, Pocinhos, Remígio, Soledade, Sossêgo

Distrikt: Curimataú Oriental
Städte: Araruna, Cacimba de Dentro, Casserengue, Dona Inês, Riachão, Solânea, Tacima (Campo de Santana)

Distrikt: Esperança
Städte: Esperança, Areial, Montadas, São Sebastião de Lagoa de Roça

Distrikt: Guarabira
Städte: Guarabira, Alagoinha, Araçagi, Belém, Caiçara, Cuitegi, Duas Estradas, Lagoa de Dentro, Logradouro, Mulungu, Pilõezinhos, Pirpirituba, Serra da Raiz, Sertãozinho

Distrikt: Itabaiana
Städte: Itabaiana, Caldas Brandão, Gurinhém, Ingá, Itatuba, Juarez Távora, Mogeiro, Riachão do Bacamarte, Salgado de São Félix

Distrikt: Itaporanga
Städte: Itaporanga, Boa Ventura, Conceição, Curral Velho, Diamante, Ibiara, Pedra Branca, Santa Inês, Santana de Mangueira, São José de Caiana, Serra Grande

Distrikt: João Pessoa
Städte: João Pessoa, Bayeux, Cabedelo, Conde, Lucena, Santa Rita

Distrikt: Litoral Norte
Städte: Baía da Traição, Capim, Cuité de Mamanguape, Curral de Cima, Itapororoca, Jacaraú, Mamanguape, Marcação, Mataraca, Pedro Régio, Rio Tinto

Distrikt: Litoral Sul
Städte: Alhandra, Caaporã, Pedras de Fogo, Pitimbu

Distrikt: Patos
Städte: Patos, Areia de Baraúnas, Cacimba de Areia, Mãe d’Água, Passagem, Quixabá, Santa Teresinha, São José de Espinharas, São José do Bonfim

Distrikt: Piancó
Städte: Piancó, Aguiar, Catingueira, Coremas, Emas, Igaracy, Nova Olinda, Olho d’Água, Santana dos Garrotes

Distrikt: Sapé
Städte: Sapé, Cruz do Espírito Santo, Juripiranga, Mari, Pilar, Riachão do Poço, São José dos Ramos, São Miguel de Taipu, Sobrado

Distrikt: Seridó Ocidental Paraibano
Städte: Junco do Seridó, Salgadinho, Santa Luzia, São José do Sabugi, São Mamede, Várzea

Distrikt: Seridó Oriental Paraibano
Städte: Baraúna, Cubati, Frei Martinho, Juazeirinho, Nova Palmeira, Pedra Lavrada, Picuí, Seridó, Tenório

Distrikt: Serra do Teixeira
Städte: Água Branca, Cacimbas, Desterro, Imaculada, Juru, Manaíra, Maturéia, Princesa Isabel, São José de Princesa, Tavares, Teixeira

Distrikt: Sousa
Städte: Sousa, Aparecida, Cajazeirinhas, Condado, Lastro, Malta, Marizópolis, Nazarezinho, Paulista, Pombal, Santa Cruz, São Bento de Pombal, São Domingos de Pombal, São Francisco, São José da Lagoa Tapada, Vieirópolis, Vista Serrana

Distrikt: Umbuzeiro
Städte: Umbuzeiro, Aroeiras, Gado Bravo, Natuba, Santa Cecília