Maranhensische Küche

Veröffentlicht am 19. Oktober 2009

Wie immer beenden wir unsere Stippvisite in einem brasilianischen Bundesstaates, auch bei Maranhão, mit einem neugierigen Blick in die lokalen Kochtöpfe und können Sie gleich beruhigen: auch Maranhão hat einige Köstlichkeiten zu bieten, die sich nicht hinter internationalen Feinschmecker-Menus verstecken müssen und die Ihnen, vor allem, nicht auf den Magen schlagen werden!

Die Hauptstadt „São Luís“ ist mit guten Restaurants reichlich bestückt. Das Essen wird in üppigen Portionen serviert, und ist im Allgemeinen leicht, bis sehr individuell, gewürzt. In den Rezepturen macht sich, wie in vielen anderen Teilen Brasiliens auch, der Einfluss von indianischen, afrikanischen und portugiesischen Kochkünstlern bemerkbar. Die dazu verwendeten Ingredienzien kommen vorzugsweise aus dem Meer: Fische aller Arten und Grössen, Langusten, Krebse, Krabben, Austern und Muscheln findet man hier zu Menus von seltener Attraktivität und ganz persönlichem Gusto verarbeitet. Als „Peixada Maranhense“, zum Beispiel, als „Caldeirada de Camarão“ oder als „Torta de Sirí“, Delikatessen, nach denen Sie sich in Ihrer Heimat noch lange die Finger lecken werden.

Arroz de Cuxá“ ist eine sehr exotische Art Reis zuzubereiten. Müssen Sie unbedingt probieren! In diesem Fall hat die afrikanische Küche Pate gestanden. Wichtiger Bestandteil sind ein paar spezielle Blätter von säuerlichem Geschmack, die dem Reis seinen besonderen „Drive“ geben. Den gibt’s übrigens nur in Maranhão!

Die so genannten „Casas de Caldos“ – Suppen- oder Saucen-Stände und Restaurants – sind in Maranhão an jeder Strassenecke anzutreffen und besonders nachts gut besucht. In der Regel sind diese „Caldos“, aus Bohnen, Gemüsen, Austern, Fleisch, Fisch, Shrimps und Langusten –glühend heiss in Gläsern oder Tassen serviert – für die Einheimischen eine Art „Entrée“ für einen Schoppen eiskaltes Bier hinterher. Eine etwas haarsträubende Zusammenstellung, aber der maranhensische Magen scheint das zu verkraften. Eine andere Bestimmung für die vorzüglichen „Caldos“ ist die, mit ihnen die Wirkung des Alkohols zu mindern oder gar aufzuheben und so sieht man die Herren, auch in aller Herrgottsfrühe, wie sie sich an einem Stand den glühheissen „Caldo“ einflössen, um den Kater zu kurieren, nach er durchzechten Nacht.

Auch an internationalen und lokal-exotischen Getränken werden Sie in Maranhão keinen Mangel leiden. Aus „Açaí, Bacuri, Cupuaçu, Sapoti, Graviola, Jenipapo“ und „Murici“ stellt man hier Fruchtsäfte, „Batidas“ und Fruchtliköre her, die es wert sind probiert zu werden. Apropos: Probieren Sie auch mal das exotische Erfrischungsgetränk „Guaraná Jesus“ – mit einem Beigeschmack nach Zimt – das 1920 von einem „Maranhense“ kreiert worden ist! Und das Getränk „Sonho-Cor-de-Rosa“ (der rosarote Traum) verkauft sich wie Wasser und hat soviel Erfolg, wie die Show-Stars „Zeca Baleiro, Rita Ribeiro, Tribo de Jah“ und andere Künstler aus Maranhão!

Nun? Schon ein bisschen Appetit bekommen auf Maranhão?
Der Bundesstaat ist im internationalen Tourismus bisher eher unbekannt – das ist eine Tatsache. Aber das hat in erster Linie luftverkehrstechnische Gründe: São Luís liegt, in der Regel, nicht auf der üblichen „international-touristischen Rundreise-Route“, sondern muss „auf Wunsch“ extra angeflogen werden. Das hat für Sie den Vorteil, den unverfälschten Charme seiner Bewohner und die Unberührtheit seiner Landschaften jetzt kennen lernen zu können, ohne wieder die „Müllers“ oder „Meiers“, von nebenan, an ihrem Pousada-Frühstückstisch zu treffen.