Nationalpark Chapada de Diamantina

Veröffentlicht am 18. Oktober 2009

Gründung Lençois: 1857
Lage: 394 Meter über Meer
Bevölkerungszahl: 9.617 (11/2007)
Grösse/km2: 1.240 km2
Bevölkerungsdichte/km2: 7,75 Einw./km2
Regenzeit: April bis Juni

Der Nationalpark Chapada de Diamantina – 152.000 Hektar gross – ist eine Reise wert. 400 Kilometer westlich von Salvador liegt er in dem Gebirge gleichen Namens (800 bis 1.200 m Höhe). Mit Wasserfällen (der höchste Fall Brasiliens ist mit 422 Metern der „Cachoeira Glass“, nach seinem Entdecker, dem nordamerikanischen Flieger George Glass benannt), grossen Höhlen (deren kristallklare innere Lagunen die Höhlentaucher aus aller Welt anziehen) und klaren Flüssen, mit natürlichen Pools zum Schwimmen. Für Naturliebhaber eine erlebenswerte Gegend, die viele, in Brasilien einmalige Eindrücke, birgt.

Chapada_Diamantina-EmbraturWie bereits der Name sagt, hat man in dieser Gebirgsgegend 1844 plötzlich Diamanten entdeckt, aber das Diamantenfieber währte nur kurz, denn eben zu dieser Zeit überschwemmte Südafrika den Weltmarkt mit seinen viel ergiebigeren Funden.

Die kleine Kolonialstadt „Lençois“ ist ein historisches Kleinod in dieser bewaldeten Bergregion, mit sehenswerten Gebäuden aus der Blüte der Diamantenfunde, die immer noch die Wohlhabenheit der damaligen Aristokratie widerspiegeln. Die schmalen Gassen und Plätze sind mit Steinen aus der Region selbst gepflastert. Um sich eine Vorstellung vom Diamantenhandel der damaligen Zeit zu machen, genügt ein Blick auf das doppelstöckige Gebäude, in dem das Französische Konsulat untergebracht war. In Wirklichkeit ein Handelsposten, in dem man die kostbaren Funde direkt mit Europa verhandelte.

Die Residenz der Familie Sá, in der heute die Präfektur untergebracht ist, ist ebenfalls ein Prachtbau, der die ungeheure Verschwendungssucht der damaligen traditionellen Familien unter Beweis stellt. Der Arzt und Schriftsteller Afrânio Peixoto erblickte das Licht der Welt im Gebäude, in dem heute das ihm zu Ehren eingerichtete Museum funktioniert. Dort bewahrt man verschiedene persönliche Dinge des Schriftstellers auf, auch Originale seiner Romane und seinen Schal der „Brasilianischen Akademie der Schriftsteller“.

Dem Verwaltungszentrum des „Nationalparks Lençois“, steht ein Amerikaner, „Roy Funch“, vor. Man findet hier viele Ausländer, die von der Schönheit dieser Bergwelt, inmitten eines lebensfeindlichen „Sertão“, angezogen, gleich dageblieben sind. Sie bildeten im Wesentlichen das Rückgrat einer ökologischen Bewegung gegen die Verwüstung und Ausbeutung der Gegend durch die Diamantenschürfer. Ihrem Einsatz ist die Gründung des Naturschutzgebietes (1985) zu verdanken.


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