Aus der Wirtschaft des Bundesstaates Tocantins

Veröffentlicht am 16. Oktober 2009

Die wichtigsten wirtschaftlichen Impulse kommen bisher aus der Landwirtschaft, die sich mit Produkten wie Reis, Mais, Soja, Maniok und Zuckerrohr durchgesetzt hat. Auch die Tierzucht ist im Kommen – mit 5,54 Millionen Rindern, 737.000 Schweinen, 180.000 Pferden und 30.000 Wasserbüffeln. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Nahrungsmittelindustrie, das Baugewerbe, Möbel- und Holzindustrie. Das Land besitzt ausserdem noch Fundstätten für Stanium, Kalk, Dolomit, Gips und sogar Gold.

Der Bundesstat Tocantins hat erst ganze 12 Jahre nach seiner Gründung hinter sich, aber nimmt bereits eine Sonderstellung in der wirtschaftlichen Entwicklung der Nordstaaten ein. Zwischen 1988 und 1989 nahm das Wirtschaftswachstum der Region um 60% zu, gegenüber der Zeit vor der Staatsgründung.

Um das Wirtschaftswachstum zu fördern und zu diversifizieren, entwickelt der Staat verschiedene Spezialprogramme, welche das Ansteigen der Produktion vereinfachen und die Zulieferung von Rohstoffen an die Industrien garantieren sollen.

Wer im Bundesstaat Tocantins investieren möchte, dem stehen ungeheure Flächen zu niedrigsten Preisen zur Verfügung – ausserdem steuerliche Vergünstigungen aller Art, so dass man hier beste Konditionen für seine Projekte vorfindet.

Ausser den üblichen bundesstaatlichen Investment-Banken, wie „Fundo Constitucional do Norte“(FNO), „Fundo de Investimento da Amazônia“ (FINAM) und anderen, die durch die „Banco Nacional de Desenvolvimento“ (BNDES) gesteuert werden, hat die Regierung von Tocantins eigene Investitionshilfen geschaffen, wie zum Beispiel das „Programa de Incentivos ao Desenvolvimento Econômico ao Estado de Tocantins“ (PROSPERAR). Dieses Programm gibt technische und finanzielle Hilfestellung für wirtschaftliche Aktivitäten, welche die Entwicklung der Landwirtschaft, der Industrie, des Handels und des Tourismus vorantreiben – durch Finanzierungen. Die Mittel dazu kommen aus Steuereinnahmen und stehen demjenigen zur Verfügung, der beabsichtigt, in Tocantins ein Geschäft oder ein Unternehmen aufzubauen oder dorthin zu expandieren.  

Die private Initiative bekommt dazu noch Hilfestellung zum Aufbau ihrer Unternehmen in den Industriegebieten von 12 grösseren Städten des Staates, durch eine Steuerbefreiung während der darauf folgenden 10 Jahre, und die für das Unternehmen nötigen Grundstücke werden für einen „symbolischen Preis“ buchstäblich verschenkt.

In Araguaina, im Norden des Bundesstaates, wird die „Zona de Processamento de Exportação“ (ZPE) gerade strukturiert – Zone zur Bearbeitung des Exports. Sie bietet dem Investor eine Infrastruktur und besondere Finanzkonditionen. Die Produktion der ZPE erreicht die internationalen Verbrauchermärkte per Eisenbahn „Norte-Sul“ zu den Häfen Itaqui – im Bundesstaat Maranhão, und Barcarema – im Bundesstaat Goiania.

Das Wasserkraftwerk von „Lajeado“ ist sozusagen fertig gestellt. Die riesige Staumauer erhebt sich zwischen Miracema und Lajeado, wenn  der See gefüllt ist, wird er eine Länge von 180 km haben. Von dort wird Strom für die meisten Städte in Tocantins geliefert.

In Palmas steht das „Projeto Orla“ an, ein Projekt zur Gestaltung von 18 km Stadtstrand, am Ufer des Tocantins. Dieses Projekt soll allen sozialen Klassen der Stadt gerecht werden und Palmas in eine Art „Flussstrandbad“ verwandeln. Mit Strandabschnitten, die mit steinernen Brücken verbunden werden, Bootsanlegeplätze, ein Hafen, Grünanlagen, künstliche Korallenriffe, ein Themen-Park und Inseln. Ein bestimmtes Areal bleibt für schmucke Residenzen und dazwischen die kommerziellen Objekte, Hotels, Bars und Läden, reserviert.

Das Projekt zählt auf nationale und internationale Investoren. Ein Teil der hereinkommenden Gelder sollen für ein grosses soziales Wohnungsbauprojekt Verwendung finden. Millionen von Arbeitsplätzen verspricht diese Anlage während ihrer Konstruktion. Die Ausführung liegt beim Staat, in Zusammenarbeit mit privaten Initiativen und – so verspricht man – innerhalb der Umweltschutznormen.