Boa Vista

Veröffentlicht am 16. Oktober 2009

Boa Vista die Hauptstadt des Bundesstaates Roraima entstand im 19. Jahrhundert und entwickelte sich aus einer der verschiedenen „Fazendas“ (Plantagen und Farmen) am Ufer des Rio Branco.

Gründung: 1943
Lage: 45 Meter über Meer
Bevölkerungszahl: 284.313 (Stand 11/2010)
Grösse/km2:
5.687 km2
Bevölkerungsdichte/km2: 49,99 Einw./km2
Regenzeit: November bis April

Einer dieser grösseren bevölkerten Flecken erhielt zuerst den Namen „Freguesia Nossa Senhora do Carmo“ und später „Boa Vista do Rio Branco“, was man mit „Guter Aussicht auf den Weissen Fluss“ übersetzen kann. Während der imperialistischen portugiesischen Oberherrschaft – um 1830 – hatte die Gegend regen Zulauf und der definitive Name des Ortes wurde dann einfach in „Schöne Aussicht“ abgeändert – „Boa Vista“.

100 Jahre später, 1930, nahm der damalige Gouverneur, Ene Garcez, den Architekten Darcy Derenussons unter Vertrag – er sollte die Stadt neu projektieren. Was bisher eher als ein grösseres Dorf bezeichnet werden konnte, bekam jetzt die Form einer modernen Stadt, deren markantes „Layout“ sich bis auf den heutigen Tag erhalten und bewährt hat: breite, mit Bäumen gesäumte Alleen, die alle zu ihrem Mittelpunkt, dem Stadtzentrum, hinstreben – wie die breiten Strahlen einer Sonne.

Die grösste Einwanderung von Neusiedlern erlebte die Gegend in den modernen 80er Jahren, als Gold in Roraima gefunden wurde und die entsprechenden Gold-Claims (Garimpos) dort aus dem noch jungfräulichen Boden zu schiessen begannen – Brasilianer aus allen Teilen des Landes stiegen in Boa Vista aus Flugzeugen, Bussen und Pferdewagen und begannen – wieder einmal – die Suche nach dem neuen „Eldorado“.

Erst ein totales Schürfverbot, im Jahre 1989, unterbrach diesen Rausch ein wenig. Trotzdem wuchs die Bevölkerung der Stadt immer noch rapid. 1980 waren es noch rund 50.000 Einwohner. 2000 war die Zahl der Bürger von Boa Vista auf 167.000 angestiegen und damit zur grössten Bevölkerungsdichte dieses Bundeslandes geworden.