Santarém

Veröffentlicht am 15. Oktober 2009

Santarém – rund 50 Boots-Stunden von Belém, den Amazonas aufwärts (Sie können natürlich auch per Flugzeug sehr viel schneller hinkommen!)

Die Stadt Santarém liegt zwischen zwei grossen Flüssen, dem Amazonas und dem Rio Tapajós. Letzterer mündet hier in den Vater aller Ströme – und ähnlich wie an der Mündung des Rio Negro (unterhalb von Manaus), fliessen die lehmtrüben Fluten des Amazonas und die smaragdgrünen des Tapajós einige Kilometer weit nebeneinander her, ohne sich zu vermischen.

710 km weit weg von Belém, bietet das historische Santarém dem Besucher eine ganze Reihe interessanter Sehens- und Erlebenswürdigkeiten. Auch eine recht gute touristische Infrastruktur, mit Hotels, Restaurants und Bars, mit Geschäften und Reiseagenturen, mit denen man Ausflüge zu allen interessanten Zielen der Region organisieren kann, wird man in Santarém finden.

OLYMPUS DIGITAL CAMERADer Rio Tapajós hat seinen Namen von den „Tapajós-Indianern“, die an seinen Ufern einst gelebt haben. Besonders schöne weissandige Flussstrände laden zum Baden ein. An seinem Ufer verstreute „Fazendas“, auf deren Weiden Büffel grasen und vor allem, viel immergrüner Regenwald macht die Gegend zu einem Erlebnis-Paradies. Während des „Sommers“ – von August bis Dezember – sinkt der smaragdgrüne Wasserspiegel des Flusses ab – die Flussstrände, mit feinstem weissen Sand, werden langsam sichtbar.

Zum Beispiel der Traumstrand von „Alter do Chão“ einem kleinen Fischerort am smaragdgrünen, klaren Rio Tapajós – oberhalb seiner Mündung, 32 km von Santarém, der beliebteste Badeort der Bürger von Santarém. Sehenswert, der „Lago Verde“ (Grüner See), dessen Farbspiel des Wassers während des Tages von einem tiefen Blau in ein Smaragd-Grün wechselt. Jedes Jahr, im September, feiern die Einwohner hier das „Cairé-Fest“ mit folkloristischen Darbietungen, die bis zu 8 Tage dauern. Musik und Tänze mit sehr exquisiten Namen werden dargeboten wie zum Beispiel: „Camelu, Desfeiteira, Lundu, Valsa de Ponta do Lenço, Marambiré, Quadrilha, Cruzador Tupi, Macucauá, Cecuiara“ und viele andere.

Monte Alegre, Alenquer und Óbidos sind Orte am linken Ufer des Amazonas-Stroms – unweit von Santarém – die auch historisch einiges zu bieten haben. Das Gebiet um Santarém ist eines der ältesten, von den Portugiesen besetzten Gebiete Amazoniens, und hat deshalb auch ein reiches geschichtliches Erbe.

Der Anblick des Anflugs der Reiher, während des Sonnenuntergangs, in Monte Alegre, ist ein ergreifendes Naturschauspiel. Der kleine Ort ist Ausgangspunkt einer Wanderung durch den Nationalpark gleichen Namens, in dessen „Serra do Ererê“ man wichtige archäologische Funde gemacht hat, mit Felsmalereien, die Sonne, Mond und andere kosmische Elemente darstellen.

Die besterhaltensten Fundstätten liegen in der „Serra do Paituna“, mit mehreren Höhlen und Grotten, die unzählige Felsmalereien enthalten. In der „Pedra Pintada“ (bemalter Stein) benannten Höhle fanden Archäologen eindeutige Indizien für eine organisierte menschliche Gruppe – die Amazonien vor 12.000 Jahren bewohnte! Diese Gruppierung wäre dann älter als die der Inkas und Mayas.