Óbidos

Veröffentlicht am 15. Oktober 2009

Diese kleine Stadt aus der portugiesischen Kolonisation ist schon 302 Jahre alt. Liegt ebenfalls am linken Ufer des Amazonas-Stroms, dort, wo der Fluss seine engste Stelle aufweist – nur 1.890 Meter breit – aber mit einer Tiefe von 93 Metern! Man nennt diese Stelle die „Garganta do Amazonas“ (Gurgel des Amazonas).

Die kleine Stadt birgt das expressivste historische Erbe des inneren Amazoniens in ihren Mauern. Wie zum Beispiel das Fort „Gurjão“ – errichtet auf dem Kamm der „Serra da Escama“, oder das Fort „Pauxis“ – von hier aus hat man eine Panorama-Sicht auf den Amazonas (beide aus dem 17. Jahrhundert). Allerdings berichten die Historiker, dass von beiden Forts nicht ein einziger Kanonenschuss je auf irgendwelche Invasoren abgefeuert worden ist – es kamen keine hierher! Die wirtschaftliche Basis bilden Jute-Faser, Para-Nuss und die Fischerei. Die Stadt hat einen Hafen, der es auch grösseren Überseeschiffen erlaubt, hier anzulegen und die lokale Produktion an Bord zu nehmen.

Die Stadt feiert im Monat Juli ihre Schutzheilige, die „Santa Ana“, bei dieser Gelegenheit werden unzählige folkloristische Shows präsentiert. Die Regenwaldumgebung mit kristallklaren „Igarapés“, wie zum Beispiel der „Curuçambá“, oder der „Rio Mamauru“ als Attraktion für Sportangler, sind andere interessante Erlebnisse in diesem Teil Amazoniens.

Wenn man durch die von antiken Villen gesäumten engen Gassen der historischen Altstadt schlendert, kann man leicht vergessen, in welchem Jahrhundert man sich befindet – ein Spaziergang zurück in die Vergangenheit. Postkartenmotiv der Stadt ist das „Quartel da Cidade“ (Kaserne der Stadt), eingeweiht 1909.