Belém

Veröffentlicht am 15. Oktober 2009

Belém (zu Deutsch: Bethlehem) wurde 1616 vom portugiesischen Kapitän Francisco Caldeira de Castelo Branco gegründet. Damals hiess sie die Stadt noch: „Santa Maria de Belém do Grão Pará“. Das heisst, er errichtete hier erst einmal eine Festung, das Forte do Presépio, und nannte das von ihm eroberte Gebiet „Lusitânia Feliz“ (Glückliches Lusitanien). Belém liegt in einer Bucht des „Rio Guajará“.

Gründung: 12. Januar 1616
Lage: 10 Meter über Meer
Bevölkerungszahl: 1.393.399 (Stand 11/2010)
Grösse/km2: 1.059 km2
Bevölkerungsdichte/km2: 1.315,27 Einw./km2
Regenzeit: Dezember bis Mai

Belém ist ein Muss für den Reisenden in Nordbrasilien! Die „Stadt der Mango-Bäume“ präsentiert ein feuchtwarmes Klima während des ganzen Jahres, und der schon weit über die Region hinaus bekannte „Regen am Nachmittag“ verleiht der Stadt einen besonderen Charme. Wie jede Metropole, wächst Belém mit einer gewissen Hoffnung auf eine bessere Zukunft, aber ohne seine historischen Monumente zu verleugnen: auf der einen Seite hypermoderne Gebäude von gewagter Architektur – auf der anderen die Altstadt mit ihren charakteristischen, jahrhundertealten Villen, den schattigen öffentlichen Plätzen und ihren imponenten Kirchen und Kathedralen. Diese Altstadt birgt ein unglaublich reiches historisches Erbe. Ihre alten Gebäude sind mit bemalten Keramik-Platten verkleidet, die einmal aus Europa importiert wurden (während des „Gummi-Booms“) – wahre Reliquien. Die engen Gassen der Altstadt versetzen den Besucher in ein vergangenes Jahrhundert.

Andere Strassen in Belém gleichen grünen Tunneln, umgeben von dicht stehenden Mango-Bäumen, die, besonders während der heissen Mittagsstunden, angenehmen Schatten spenden. In Belém wird der Besucher überall erfrischende Früchte und Säfte bekommen, ein unglaublich wohlschmeckendes Eis aus regionalen Tropenfrüchten zum Nachtisch und eine Hängematte für die Siesta nach dem Mittagessen, ebenfalls. Eine leichte Brise, die den Duft des nahen Regenwaldes mitbringt, zirkuliert immer in dieser Stadt zwischen den grünen Lauben der Mango-Bäume. Hier gibt es die „Bar am Park“ (Bar do Parque) und das „Friedenstheater“ (Teátro da Paz) – und den „Círio de Nazaré“ (siehe Beschreibung). Das alles kann man in Belém entdecken und noch vieles mehr!

Zum Beispiel den „Ver-o-peso“ Markt, er findet täglich am „Boulevard Castilhos França“ statt, im Stadtteil „Bairro do Comércio“, und ist der am meisten frequentierte offene Markt der Stadt. Inzwischen weltweit berühmt durch seine interessanten und oft skurrilen Produkte und ihrer Verkäufer. Die Entstehung dieses Marktes geht auf das 17. Jahrhundert zurück.

Der Name „Ver-o-peso“ bezieht sich auf eine damalige gesetzliche Verpflichtung, die gesamte zum Verkauf angebotene Ware von einem Kontrollposten auf das angegebene Gewicht überprüfen lassen zu müssen – beim Posten „Haver-o-Peso“.
Direkt am Ufer des Rio Guajará gelegen, ist der „Ver-o-Peso“ Markt heute ein kulturelles Symbol der Stadt und touristischer Mittelpunkt geworden, der als beliebtes Postkartenmotiv des Staates Pará und sogar Amazoniens weltbekannt wurde. Und hier bekommt man tatsächlich einen umfassenden Eindruck von der Vielfalt des kulturellen Universums der Menschen aus dem Staat Pará:
Hier werden täglich die verschiedensten Arten von frischem Fisch angeboten, tropische Früchte aller Art, alle nur erdenklichen Arten von Gebrauchsartikeln, ornamentale Pflanzen und Blumen, Kunsthandwerk aus allen Teilen des Landes und eine Unmenge der verschiedensten Heilpflanzen und –kräutern, Tee-Extrakten und Salben – manche davon sollen sogar in Liebesbeziehungen hilfreich sein. Alles dargeboten in einer spektakulären Kombination von exotischen Farben, Gerüchen und Geräuschen. Die Verkäufer kommen per Boot und ihr Verkaufsgeschick mit den begleitenden Präsentationen und übertriebenen Gebärden sind bereits den Besuch des Marktes wert!

Der „Açaí-Markt“ ist einTeil des „Ver-o-peso“ – und neben dem Verkauf von „Açaí-Früchten“ und Extrakten, die von den benachbarten Inseln stammen, findet der Besucher hier auch Bars und Kioske, in denen er in aller Ruhe und von einer frischen Brise der Guajará-Bucht erfrischt, Getränke und die regional-typische Küche probieren kann.

Andere Teile des „Ver-o-peso“ sind: der „Platz der Uhren“ (Praça dos Relógios), des Fischers (Pescador), die Villa „Solar da Beira“ mit ihrem Kunsthandwerks-Markt im Innern, der „Mercado Municipal“ und der „Eiserne Markt“ (Mercado de Ferro). Letzterer, ganz aus englischem Eisen, wurde in Einzelteilen per Schiff herübergebracht und in Belém zusammengesetzt (Gummi-Boom).

Belém ist die grösste Stadt auf der Äquatorlinie. Sie liegt am Ufer der „Baía de Guajará“ und ist das wichtigste Eingangstor zu Amazonien. Die Stadt besitzt eine gute Infrastruktur vom Standard internationaler Metropolen. Mit einem sehr angenehmen Detail: der Freundlichkeit, dem Entgegenkommen und der Gastlichkeit ihrer Bürger. Belém gebührt die Ehre, sich unter den zehn meist besuchten und attraktivsten Städten Brasiliens behaupten zu können.

Nur wenige Stunden von Belém kann man sich am weissen Sandstrand von „Mosqueiro“ oder „Outeiro“ in der Sonne aalen und ein Bad im Süsswasser des Rio Tocantins (schon vereint mit dem Amazonas) nehmen. Etwas weiter finden sich paradiesische Strände umgeben vom Salzwasser des Atlantischen Ozeans. Der herrliche Strand von „Atalaia“, im kleinen Ort „Salinas“ – ein Strand, der unendlich scheint und sich in Himmel und Wasser verliert. Und die wilde, ursprüngliche Natur der Strände in „Algodoal“ und „Ajuruteua“ muss man gesehen haben .Kleine Fischerkolonien, die wahre Paradiese von unveränderten Landschaften bewahren.