Manaus

Veröffentlicht am 10. Oktober 2009

Manaus wurde nach den „Manaos-Indianern“ aus derselben Region benannt. Die Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas liegt am linken Ufer des Rio Negro. Manaus ist der Ausgangspunkt für Entdeckungen des Amazonas-Regenwaldes.

Gründung: 1833
Lage: 92 Meter über Meer
Bevölkerungszahl: 1.802.014 (Stand 11/2010)
Grösse/km2: 11.401km2
Bevölkerungsdichte/km2: 158,06 Einw./km2
Regenzeit: Dezember bis Mai

Manaus liegt am linken Ufer des Rio Negro, 17 km oberhalb seiner Mündung in den Rio Solimões, dessen lehmgelbe Wasser sich mit dem colabraunen Fluten des Negro zum Meeting of the Waters vereinen, einem einzigartigen Naturschauspiel, welches unzählige Touristen in seinen Bann schlägt: bedingt durch die unterschiedliche Beschaffenheit der beiden verschiedenen Flüsse – Wassertemperatur, Wasserdichte und –geschwindigkeit – fliessen die beiden Ströme über etwa 30 km buchstäblich „nebeneinander her“, ohne sich zu mischen. Ab ihrer Einmündung laufen sie dann unter dem inzwischen weltbekannten Namen „Amazonas“.

Der Regenwald vom Amazonas ist heute das „Grüne Paradies“ und seine Hauptstadt Manaus ein Paradies zum Einkaufen von Importwaren. Die Stadt hält drei Shopping-Center und ein „Zentrum des Kommerz“ für die anspruchsvollsten Konsumenten bereit. In den letzten Jahren hat die Grossstadt eine allgemeine Reform erfahren – ein Grossprojekt der Präfektur hat der Stadt insgesamt menschenfreundlicher Züge gegeben. Strassen und Avenidas wurden neu asphaltiert und erhielten eine Baumbepflanzung auf ihrem Mittelstreifen. Verkehrsreiche Kreuzungen wurden mit Viadukten überbrückt und der „Ponta Negra Strand“, viel fotografiertes Postkartenmotiv der Stadt, wurde vollkommen restauriert. Heute ist die „Ponta Negra“ Mittelpunkt der Jugend von Manaus, besitzt einen Radweg und Amphitheater, Bars und Kioske erstrecken sich über 3 km entlang des Rio-Negro-Ufers.

Das Amazonas-Theater, gebaut 1896, in der Zeit der Gummi-Barone, bietet dem Besucher heute ein sehr vielseitiges Programm. Seine architektonische und dekorative Schönheit ist ein Fall für sich. Das Gebäude bietet insgesamt Sitzplätze für 640 Personen. Im Saal und auf Rängen in drei Stockwerken. Sie können sich selbst ein Bild vom Programm machen, wenn Sie die Telefonnummer 622-2420 wählen oder die Besuchszeiten in Erfahrung bringen. Besuchen aber müssen Sie es! Und dann sehen Sie sich noch bei dieser Gelegenheit den Justizpalast (Palácio da Justiça), das Denkmal zur Eröffnung des Hafens und die „Kirche Sankt Sebastian“ (Igreja de São Sebastião) an – diese Drei gehören zum gleichen architektonischen Komplex wie das Theater.

Die Altstadt mit ihren antiken Gebäuden im Stil der „Art Noveau“, errichtet am Anfang des 20. Jahrhunderts aus Teilen, die per Schiff aus Europa kamen, kontrastiert mit den modernen Gebäuden der Neuzeit, die einen Reflex des neuen Industrie-Zyklus der Freihandelszone darstellen. Der Hafen von Manaus ist ein bestaunenswertes Werk englischer Ingenieurskunst. Die Docks schwimmen in ihrer Gesamtheit auf den schwarzen Wassern des Rio Negro und können so dem wechselnden Wasserstand des Flusses Rechnung tragen – dieser Unterschied kann mehr als 10 m betragen! So können auch grosse Überseeschiffe in Manaus das ganze Jahr über sicher anlegen.

In der Nähe des Hafens befindet sich das alte Zollgebäude – es wurde 1906 eingeweiht und ist zur einen Seite mit einem Leuchtturm gekoppelt. Das Gebäude wurde in seiner Gesamtheit in England vorfabriziert, um dann in einzelnen „tropenfesten“ Blöcken nach Manaus verschifft zu werden, wo man es unter Leitung eines englischen Ingenieurs wieder zusammensetzte. Diese Blöcke haben, getreu der englischen Qualitätsversicherungen, sogar ihre urprüngliche Farbe unverändert behalten. Nur wenige Meter vom Zollgebäude die schon beschriebenen Markthallen – eingeweiht 1882.

Wer Manaus nicht verlassen will, um im Urwald die Fauna und Flora zu erleben, der kann einen Eindruck auch im Zoo CIGS, dem „Militärischen Trainings-Zentrum zum Kampf im Urwald“ bekommen. Hier findet man viele einheimische Spezies, die aus privater Gefangenschaft befreit, unter vorübergehender Beobachtung, auf ihre Rückkehr in ihr angestammtes Habitat vorbereitet werden. Im sogenannten „Wissenschaftswald“ (Bosque da Ciência) kann man ebenfalls Tiere und Hunderte von Urwaldpflanzen besichtigen – eine besondere Seltenheit ist hier der „Peixe Boi (Seekuh) – und im „Parque do Mindu“ kann man die seltenen Kleinaffen „Sauim-de-coleira“ sowie Faultiere und viele Wasserfälle antreffen.