Amazonensische Küche

Veröffentlicht am 10. Oktober 2009

Auch die „Urwaldküche“ wird Ihnen Spass machen und besonders gut munden! Einige der typischen Rezepte dieser Region sind geradezu etwas für den Gourmet. Die bewährtesten sind die auf der Basis von frischem Fisch aus den unzähligen Flüssen und Seen. Die Art und Weise ihrer Zubereitung stammt meistens von den Indianern. Wenige Einflüsse kommen von Europa und Afrika, mitgebracht durch Einwanderer aus Pará, Maranhão und Ceará während der „Gummi-Zeit“.

Von den mehr als 1.500 Arten von Fischen, die im Nationalen Wissenschaftlichen Institut von Amazonien (INPA) katalogisiert worden sind, hat sich der „Amazonenser“ nur einen bescheidenen kleinen Teil für den Konsum ausgesucht.

Davon sind die begehrtesten: der „Piraricu“, ein Schuppenfisch, der bis zu 2,50 m lang und 200 kg schwer wird, der „Tucunaré“, ein Raubfisch (Barsch), der bis zu 70 cm lang werden kann und das wohlschmeckendste Fleisch besitzt und der „Tambaqui“, den man sowohl im Ofen gebacken als auch gekocht (Fischeintopf) geniesst. Der „Jaraqui“ ist eine weitere begehrte Fischspezies. Ein amazonensisches geflügltes Wort behauptet: „Quem come Jaraqui, não sai mais daqui!“ – Wer bei uns den Jaraqui probiert, will nie mehr weg von hier! – in einer Referenz auf die vielen Einwanderer der Stadt, die geblieben sind.

Fisch wird in Amazonien auf vielerlei Art zubereitet: „a escabeche“ (gekocht mit viel Zwiebel, Knoblauch und Paprika), als „filé à Milanesa“ (fritierte Filés im Maniokmehl-Mantel), „moqueado“ (in Stücken gekocht) mit oder ohne Füllung. Dazu reicht man weissen Reis, „Molho de Tucupi“ (Sauce aus den Blättern der Maniok), „Pimenta do Cheiro“ (roten Pfeffer), gelbes Maniokmehl und einen „Pirão“ (das ist mit Maniok-Stärke angedickter Fischsud).

Wenn Sie während eines Aufenthaltes im Amazonas Gelegenheit haben, die gefürchteten Piranhas an die Angel zu bekommen – was auch für Anfänger kein Problem darstellt, denn diese Burschen werden nur zu schnell Opfer ihrer bekannten Gefrässigkeit – dann sollten Sie sich diesen Fang einmal als „Piranha-Suppe“ oder „Piranha-Purée“ zubereiten lassen – zum Beispiel vom Koch einer Lodge. In dieser Form vermeidet man die vielen Gräten, wird aber feststellen, dass ihr Fleisch sehr lecker schmeckt und der ausgekochte Kopf mit dem fürchterlichen Gebiss ist ein beliebtes Souvenir für daheim.

Das muss nun nicht heissen, dass es hier für Fischverächter keinen Ersatz gäbe: Ein saftiges Steak oder Fleischbarbecue kann man in Amazonien ebenfalls jederzeit bekommen.

Die exotischen Früchte Amazoniens muss man probieren. Die meisten unter ihnen werden dem Europäer anregend unbekannt sein, und im Probieren dieser so verschiedenen und überraschend wohlschmeckenden Früchte liegt ein besonderer Reiz für jeden Besucher. „Jenipapo, Graviola, Cupuaçú, Beribá, Pampulha, Burití, Tucunã und Açaí“ sind nur wenige der unzähligen Köstlichkeiten. Zögern Sie nicht, herauszufinden, was sich hinter diesen fremd klingenden Namen verbirgt!

Probieren Sie die Säfte – die „Batidas“ (Fruchtsaft mit Cachaça-Rum und Eis geschlagen) – und besonders die verschiedenen Eiscremes aus diesen Früchten. Aus der „Açai-Palmfrucht“ wird sogar ein wohlschmeckender regionaler Wein hergestellt. Sie werden ganz neue Gaumenfreuden erleben!

Manaus hat einige vorzügliche Restaurants, auch mit internationaler Küche. Bei den ausgesuchten Lodges handelt es sich ausschliesslich um Unternehmen, die im Vergleich zu den extremen Umständen, eine besonders gute Verpflegung bieten – auch auf den Schiffs-Touren haben wir auf diesen Punkt besonderen Wert gelegt. „Gut“ heisst für uns: Abwechslungsreich, wohlschmeckend, gesund und reichlich, aber damit werden Sie im Amazonas schon aus traditionellen Gründen nie Probleme haben, denn hier gehört eine überquellende Tafel zur Gastfreundschaft und wenn nichts übrig bleibt sind Koch und Gastgeber blamiert.