Früchte der Region

Veröffentlicht am 10. Oktober 2009

Die AÇAÍ
Man kann diese Frucht auch als typische Speise der gesamten Nordregion bezeichnen. Ihre Nutzung ist tatsächlich total und ihr Vorteil als gesunder Vitaminspender und erfrischende Labsal ebenfalls, auch wissenschaftlich, bewiesen. Die „Açaí-Palme“ (Euterpe olerácea) ist eine typische Tropenpflanze, die man als Wildwuchs innerhalb der Regenwälder des Festlandes, aber auch auf überschwemmten Flächen, antrifft. Ihre Früchte werden von den einheimischen Bewohnern unter anderem auch zur Herstellung eines beliebten „Palmweins“ geerntet, sowie für Speiseeis und Eis am Stiel.

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Die Frucht – aus dem Fruchtfleisch gewinnt man den traditionellen „Açaí-Wein“ – ein sehr beliebtes Getränk unter den Einheimischen, das allerdings keinen Alkohol enthält, sondern eher als Fruchtsaft in jedem lokalen Haushalt zu finden ist. Der Fruchtkern – seine Hülle und sein Inneres – ergeben nach der Kompostierung einen hervorragenden organischen Dünger für Gartenpflanzen.

Äste und Blattrippen – wenn sie ausgewachsen und gut trocken sind benutzt man sie als tragendes und stützendes Holzgeflecht im Innern von Lehmwänden für den regionalen Hausbau, aber auch für Zäune, Trennwände in Ställen und Dachabstützungen – auch als Feuerholz. Versuche der wissenschaftlichen IDESP im Bundesstaat Pará haben gezeigt, dass man sie auch zur Zellulose-Herstellung und als Isoliermaterial in der Energiewirtschaft nutzen kann.

Die Palmkrone – ihre Blattrispen eignen sich hervorragend zur Dachbedeckung und für provisorische Trennwände, wie sie von einheimischen Fischern und Jägern benutzt werden. Frisch und grün ergeben sie ein hervorragendes Viehfutter, fein gemahlen eine hervorragende Grundlage zur Papierherstellung (Zellulose). An der Basis findet sich ein Palmmark (Palmito) von vorzüglicher Qualität, welches man in der Nahrungsmittel-Industrie verwertet.

Die Pflanze (Palme) – ist von schönem schlankem Wuchs – innerhalb anderer Regenwald-Bäume wird sie recht hoch, während sie in der Isolation, zum Beispiel als kultivierte Pflanze, nur mittlere Höhe erreicht. Sehr dekorativer Baum für Gartenanlagen und Parks – besonders als Gruppe. Eine Spezies, die man auch zum Schutz des Bodens vor Erosion anpflanzen kann. Ihr konstanter Abwurf von Blättern gibt dem Boden stetig neue Nährstoffe. Die Açaí ist von unschätzbarem Wert für die gesamte Nordregion und ihre Bevölkerung das ganze Jahr über mit der Nutzung des einen oder anderen ihrer zahlreichen Produkte beschäftigt. In tiefgekühlten Barren wird ihr wohlschmeckendes Fruchtfleisch inzwischen in allen Teilen unseres Landes angeboten – als erfrischendes Getränk oder zu Speiseeis verarbeitet.

Die BACABA
Ebenfalls eine Palme, deren in riesigen Trauben wachsende Früchte, mit vielen Kernen, man zu einem wohlschmeckenden Fruchtsaft verarbeitet.

Die CUPUAÇU
Eine zylindrische Frucht von ungefähr 20 cm Länge und 13 cm Durchmesser – an ihren Extremitäten abgerundet, mit einer harten Schale von dunkelbrauner Farbe. Innen um die 50 grosse Kerne, die von einer dicken weissen Masse umgeben sind. Sehr wohlriechend und von einem delikaten säuerlich-süssen Aroma.

Die PUPUNHA
Frucht einer Palme gleichen Namens, die eine beachtliche Höhe erreicht. Ihr Stamm ist ringförmig von Stacheln umgeben, welche auch die Ernte der grossen Fruchtrispen erschwert. Die Farben der nussgrossen Früchte variieren von Palme zu Palme: rot, gelb, grünlich.

Die TUCUMÃ
Frucht einer anderen Palme gleichen Namens, die eine Höhe von etwa 10 m erreicht. Die Form der Früchte ist rund, mit einem zirka Durchmesser von 15 cm, an den Polen abgeflacht. Die Schale ist von gelber Farbe, ebenfalls das Fruchtfleisch, welches einen kleinen Kern umschliesst. Ihr Geschmack ist säuerlich-süss und das Aroma dermassen aussergewöhnlich, dass man es mit keiner anderen bekannten Fruchtart vergleichen kann!