Acreanische Küche

Veröffentlicht am 10. Oktober 2009

Ist eine Mischung aus indianischen, nord- und nordostbrasilianischen Einflüssen, die sich sowohl lokal-regionaler als auch „importierter“ Ingredienzien bedient. Die exotischen Menus, von leicht pikantem Geschmack, erfreuen das Auge und den Gaumen gleichermassen. Besonders begehrt sind auch die wundervollen natürlichen Fruchtsäfte und die unvergleichlichen Desserts aus Früchten der Region.

TACACÁ
Ist eine heisse Brühe aus „Tucupi“ (einem Saft, der aus der Maniok-Wurzel gepresst wird und aus der indianischen Küche stammt), mit getrockneten Shrimps und Blättern des „Jambu“ (eines Alkoholoids dessen aktive Substanz ein gewisses „Zungenzittern“ hervorruft). Die „Tacacá“ trinkt man aus einer Kalebasse, man findet dieses Labsal an allen Kiosken der öffentlichen Plätze und Strassenecken und in allen Städten. Die Einheimischen trinken die glühend heisse Brühe selbst im wärmsten Sommer und unter hoch stehender Sonne!

PATO OU RABADA NO TUCUPI
Ente oder Ochsenschwanz im gleichen Sud des „Tacacá“ zubereitet. Dazu wird Reis und „Farinha d’Agua“ (Maniokmehl) gereicht. Die Ente wird gebraten, tranchiert, und anschliessend werden die Stücke in den Tacacá-Sud getaucht. Man findet heutzutage auch Brathuhn auf die gleiche Weise zubereitet.

Die vielen Fischsorten der Acre-Region sind bemerkenswerte Leckerbissen: zum Beispiel der „Tucunaré“, der „Pirarucu“, der „Mandi“ und der „Tambaqui“. Fische, die auf verschiedene Art und Weise zubereitet werden: gegrillt auf dem Rost, als Eintopf oder gebacken in Maniokmehl, zum Beispiel. Unter den bekanntesten Menus sind:

PIRARUCU DE CASACA„, der Pirarucu-Fisch im Schlafrock (die Sosse wird mit Brasilnuss-Milch verfeinert). „TAMBAQUI NA BRASA“, der Tambaqui-Fisch auf der Glut und die „CALDERADA DE MANDI„, ein Fisch-Eintopf aus dem „Mandi“. Wahrhaftige gastronomische Köstlichkeiten, nicht nur für Kautschuk-Sammler!

Die Leute vom Acre rühmen sich, aus der Maniok-Wurzel unvergleichlich viele Varianten von Maniokmehl zu produzieren oder, wie sie sagen: „Wassermehl“ (Farinha D’Agua), dessen Herstellung traditionellen Überlieferungen lokaler Ethnien zugrunde liegt. Und da gibt es doch tatsächlich so bemerkenswerte Unterschiede, dass man die „Farinha d’Agua“ aus Cruzeiro do Sul, im extremen Westen des Bundesstaates, zur wohlschmeckendsten gekürt hat! Sehr beliebt sind auch die traditionellen „BEIJUS“ (Fladen aus Maniokmehl) und die „TAPIOCAS“ (kleine weisse Pfannküchlein aus Maniok-Stärke).

Die Desserts sind in der Regel aus exotischen Früchten der Region. „Cupuaçu“ (man benutzt das Fruchtfleisch für Süssspeisen und Säfte). „Pupunha“ (die Früchte der Palme, gleichen Namens, isst man gekocht, mit Salz und aus ihnen gewinnt man auch ein Öl für den Haushalt. Ausserdem gewinnt man aus dem Palm-Stamm den so genannten „Palmito“ (Palmmark). „Açaí“ (der Saft ergibt ein erfrischendes, stark Vitamin-C haltiges Getränk – gegoren auch als Palmwein). „Cajá“ (eine süss-säuerliche kirschgrosse Frucht, die man sehr häufig findet. Als Saft gepresst sehr erfrischend), „Biribá“ (Tannenzapfen ähnliche Frucht mit sehr aromatischem Fruchtfleisch) und, nicht zu vergessen: die „Castanha do Brasil“ (Pará-Nuss oder Brasil-Nuss), die ursprünglich aus dem Acre stammt, von unvergleichlichem Geschmack ist und in alle Länder der Welt exportiert wird.