Corumbá de Goiâs

Veröffentlicht am 16. Oktober 2009

Die Stadt liegt auf einer Höhe von 950 Metern, 110 km von Goiânia entfernt, in nordöstlicher Richtung. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 22º C. Anfahrt von Goiânia auf der Bundesstrasse BR-060 und ab „Anápolis“ die BR-414.

Eingebettet zwischen steil aufragenden Felswänden, von denen der „Rio Corumbá“ in Kaskaden herabdonnert, liegt das Städtchen – wie ein Postkartenmotiv. Seine Bewohner nennen es liebevoll „Cidade presépio“ (Stadt der Wiege) und gemeint ist zweifellos die Wiege der Kultur, die von etlichen berühmten Söhnen der Stadt in Prosa und Versen besungen worden ist.

In den Ausläufern der „Montes Pireneus“ gelegen, ist „Corumbá“ ebenfalls eine Gründung der Bandeirantes aus São Paulo, die in seiner Umgegend nach Gold suchten und die Stadt gründeten, als sie es gefunden (1729).

Mitte des 18. Jahrhunderts waren es insgesamt 107 Minen, die Gold für den lusitanischen Hof förderten. Aus dieser Zeit sind einige Häuser im Kolonialstil bis heute erhalten geblieben – und die Kirche „Nossa Senhora da Penha“, von 1751. Dieser majestätische Bau besitzt in seinem Innern Altäre, barocke Skulpturen und neoklassische Gemälde von seltener Schönheit. Auch aus der Zeit des „Imperiums“ und der „Alten Republik“ sind in Corumbá Zeitzeugen zu finden, in Form von Herrenhäusern und doppelstöckigen Villen in akzentuiertem portugiesischem Stil.

Ein liebenswertes Völkchen lebt in dieser alten Goldgräbersiedlung – aufgeschlossen und gastfreundlich, das die geerbten Traditionen der portugiesischen Gründer aufrecht erhält – und die offenbaren sich in zahlreichen religiösen Zeremonien, Prozessionen und Festen, denen eine reiche Folklore zusätzliche Akzente verleiht.

Corumbá besitzt auch Strände. Flussstrände – und idyllische Plätze zum Ausspannen. Die „Serrinha dos Leites“ und die höher gelegenen Ortsteile am linken Ufer des „Rio Corumbá“ und des „Rio Bagagem“ bieten herrliche Panorama-Ausblicke auf den historischen Ortskern und das ihn umgebende grüne Tal. Und wenn man ein bisschen den umliegenden Cerrado durchstreift, trifft man immer wieder auf kristallklare Wasserläufe, die sich zwischen dem Pflanzengewirr verstecken – eine Landschaft zum Wohlfühlen. Wasserfälle, klare Flüsschen, Strände, historische Landsitze, Felsentürme und Höhlen sind voller interessanter Entdeckungsmöglichkeiten für den Besucher – unter den Wasserfällen fällt besonders der „Salto de Corumbá“ auf, mit 80 m Höhe, in dessen unmittelbarer Umgebung grosse Natur-Pools zum Baden einladen, man steht staunend vor den riesigen Monolithen und erlebt die Kühle und fast sakrale Stille der uralten Felsenhöhlen – und alle diese Wunder in perfekter Harmonie mit dem Cerrado. Ein Gefühl von unendlichem Frieden erfasst den Besucher, wenn er, nach einem aktiven Tag, der hinter dem Gebirgskamm der „Montes Pireneus“ versinkenden Sonne zusieht.

Ende August bis Anfang September werden Gassen und Plätze von einem festlichen Chaos vereinnahmt – da findet das Fest der Schutzpatronin statt, der „Nossa Senhora da Penha“, mit den „Novenas“ (Gebeten, die neun Tage lang dauern), Prozessionen und festlichen Kirchenmessen – aber auch mit einem intensiven kommerziellen Effekt auf dem grossen freien Markt im Zentrum der Stadt, in dessen Bereich auch ein Vergnügungspark, Tanzpodien und die traditionelle „Barraquinha de Nossa Senhora da Penha“ aufgebaut sind.
Auf der anderen Seite des Flusses wird eine Wiese zum Schlachtfeld, der Jahrhunderte alten“Cavalhada“, zwischen Mauren und Christen – und zur Tribüne für die anfeuernden Zuschauer. Das Musikkorps „13 de Maio“ versieht die Szenerie mit der entsprechenden dramatischen Untermalung und Hunderte von kostümierten Spassmachern unterhalten die Zuschauer während der Kampfpausen.

Im Januar findet das Fest des „São Sebastião“ statt, dessen Besonderheit die vergnüglichen Tombolas und Versteigerungen von gespendeten Utensilien und hausgemachten Spezialitäten sind, die rund um die Kirche des Ortes stattfinden.

Im März bis April finden die Osterfeierlichkeiten statt, zelebriert mit feierlichen Prozessionen, während der antike religiöse Chorgesänge präsentiert werden – einige in lateinischer Sprache, und das Musikkorps „13 de Maio“ erfreut die Zuschauer mit ihren zackigen Märschen – marschiert und musiziert.

Im Mai bis Juni ist die Reihe am Fest des „Divino Espirito Santo“ (schon beschrieben im Text über „Goiás“) – hier in Corumbá erfährt das Fest ein paar Varianten, indem der „profane Teil“ oder volkstümliche Spass wesentlich ausgeprägter behandelt wird, und besonders der „Catira“ – ein regionaltypischer Volkstanz – bekommt hier reichlich Platz im abendlichen Festprogramm.