Kulturelles

Veröffentlicht am 16. Oktober 2009

Im 19. Jahrhundert hatte Dom Bosco, ein italienischer Heiliger, einen prophetischen Traum, der die Entstehung einer neuen Zivilisation zwischen den Parallelen 15 und 20 voraussagte – dort, wo sich heute Brasília befindet.

Diese Prophezeiung hat scheinbar alle Mystiker dieser Welt auf Brasília aufmerksam werden lassen – neue Prophezeiungen, Legenden und Gefühlsduseleien haben die Stadt und ihre Peripherie in ein religiöses und spirituelles Zentrum von Tempeln, Kirchen und Sektenterritorien verwandelt. Wenn man ihren Anhängern glauben will, dann ist Brasília ein begnadeter Ort, der „starken kosmischen Energien ausgesetzt ist“ – deshalb strömen sie hier aus aller Herren Länder zusammen. Zum Beispiel im „Vale do Amanhecer“, unweit der Stadt, oder in der „Cidade eclética“ – 62 km vom Stadtzentrum entfernt. Es gibt mehr als 18 Tempel im Stadtbereich, unter ihnen die „Catedral Metropolitana“, evangelische Kirchen, orthodoxe und budistische Tempel, die Gebetshäuser der „Terra Pura“, des „Seicho-No-Lê“ und die der „Legião da Boa Vontade“.

Aber auch zehn ökologische Institutionen haben ihren Sitz oder eine Filiale in der Hauptstadt. Und die Ufologen sehen in Brasília den perfekten Landeplatz für Ausserirdische und für die erste Kontaktaufnahme.

Die kulturelle Diversifikation von Brasília ist kaum zu überbieten, und deshalb findet man hier auch sämtliche Melodien der Landessprache, sämtliche Sitten und Gebräuche und sämtliche landestypischen Gerichte.

Allen „Candangos“ gemeinsam ist allerdings die Gastfreundschaft und ihr überaus herzlicher Empfang der Freunde. Zu gemeinsamen Abendessen, Mittagessen, Imbissen oder den berühmten „Churrascos“ wird man eingeladen – entweder am Rand eines Pools, in einer Residenz des „Lago Sul“ oder des „Lago Norte“, in grandiosen Villen, Landsitzen oder Fazendas. Ausserdem frequentieren die Bürger Brasílias wie besessen ihre Clubs am Ufer des Sees.

Die Geschichte der Stadt und die nationale Erinnerung sind in 24 Museen bestens aufgehoben – die empfehlenswertesten sind: das „JK-Memorial“, das „Catetinho“, das Museum der „Banco Central“, das „Museu Vivo da Memória Cadanga“ und das Museum der „Kunst und Tradition des Nordostens“ (Arte e Tradição do Nordeste). Insgesamt gibt es in der Hauptstadt 33 Museen, 24 Kulturzentren, 42 Hochschulen und Universitäten, 17 Theater, 35 Bibliotheken und rund 20 Kunst-Galerien.