Brasílensische Küche

Veröffentlicht am 16. Oktober 2009

In der Disziplin „Feine Küche“ hat sich die Hauptstadt entwickelt, wie keine andere Stadt Brasiliens. Zwar ist sie noch kein gastronomisches Mekka, aber einige Köstlichkeiten verdienen Lob und Weiterempfehlung und werden auch unseren Besuchern angenehm in Erinnerung bleiben.

Grundsätzlich muss bemerkt werden, dass man hier die Spezialitäten aus allen vier Himmelsrichtungen des Landes kosten kann – denn aus Nord, Ost, Süd und West sind die Menschen eingewandert, die heute Brasília bevölkern. Und sie haben ihre einheimische Kochkunst, ihre Rezepte und kleinen Zubereitungstricks mitgebracht. Wenn Sie also einen gebackenen „Tambaqui“ aus Amazonien probieren wollen, ein „Carne de Sol“ aus dem Nordosten, ein „Vatapá“ aus Bahia, eine „Feijoada Carioca“ aus Rio de Janeiro oder einen typischen „Churrasco Gaúcho“ aus Rio Grande do Sul, dann finden Sie das alles in Brasília – und in exzellenter Qualität.

Internationale Küche? Selbstverständlich! Sie finden in Brasília Deutsche, Arabische, Spanische, Italienische, Französische, Japanische und Portugiesische Küche – einige davon in mehr als einem Etablissement!

Und hier eine besondere Empfehlung
In Brasília gibt es eine der grössten „Adegas“ der Welt, der Besitzer, „Francisco Ansilliero“, vom Restaurant „Dom Francisco“, bietet seinen Gästen mehr als 750 unterschiedliche Etiketten von Weinen aus aller Herren Länder an. Ich muss zugeben, dass Wein eins meiner „Hobbys“ ist, wenn ich so sagen darf, und nirgendwo sonst habe ich vorher einen Weinkeller gesehen, der so viele Optionen auf Lager hatte – nicht in Chicago, Tokio oder New York, und erst recht nicht in Europa, wo das Angebot in der Regel aus Weinen der Umgegend besteht.

„Dom Francisco“ ist auch eines der besten Restaurants in der Hauptstadt. Spezialität sind Grillgerichte. Er hat zum Beispiel einen „Bacalhau Maturado“ auf dem Menu – entsalzen im kalten Wasserstrahl und dann gegrillt „au point“ – ein Gedicht, kann ich Ihnen sagen. Darüber hinaus europäisch geschnittenes und zubereitetes Fleisch von Herford-Rindern und manchmal auch Fleisch aus Neuseeland!?

Ein anderer gastronomischer Luxus in Brasília ist das Restaurant „La Torreta“, eine kuriose Mischung aus andalusischer und sefardimischer Küche. (Sefardim: in die Iberische Halbinsel eingewanderte osteuropäische Juden). Der Chef, Isaac Corcias, ein marokkanischer Jude, mit der Fähigkeit Geschmack mit Philosophie zu mischen, hält neben den traditionellen „Tapas Espanholas“ einige besondere Spezialitäten bereit: zum Beispiel sind seine Hammelmenus superb und für Meeresfrüchte hat er ebenfalls ein besonderes Händchen. Probieren Sie mal seinen „Arroz de Polvo“ (Reis mit Tintenfisch) – der ist, gelinde ausgedrückt, phantastisch – und steht hinter keinem der besten mediterranen Restaurants zurück!

Für schnelle Gerichte – die aber nicht unbedingt geschmacklos sein müssen – empfehlen wir die Bar „El Coyote“ – mexikanisch inspiriert. Hier gibt es „Tortillas, Nachos, Tacos“ und die ganze beliebte mexikanische Küche.

Genauso schnell und im gleichen Sinn, aber mit amerikanischer Inspiration, gibt es das „Universal Dinner“ und das „Enjoy“ als thematische Restaurant-Bars.

Und wer echt japanisch dinieren möchte, dem empfehlen wir – obwohl es in der Hauptstadt viele Japaner gibt – das „Sushi Brazil“. Der Chef „Gil“ offeriert einen interessanten Mix der japanischen Küche, den er aus Kalifornien mitgebracht hat.