Brasilien – Ein Land wie ein Kontinent

Veröffentlicht am 7. März 2010

Brasilien ist ein Land im XXL-Format und in 5 Grossregionen aufgeteilt: den Norden, den Nordosten, den Mittelwesten, den Südosten und den Süden. Insgesamt gliedert sich die gigantische Nation in 26 Bundesstaaten und den Regierungs-Distrikt.

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Mit einer Fläche von 8.547.403,5 Quadratkilometern und rund 196 Millionen Einwohnern (Stand Dezember 2012) ist Brasilien das fünftgrösste Land unseres Planeten – grösser als die Gesamtfläche Europas. Als grösstes Land Südamerikas hat es Grenzen zu fast allen südamerikanischen Nachbarn – mit Ausnahme von Chile und Ecuador – insgesamt 23.086 Kilometer.

Sein grösster Nachbar jedoch ist der Atlantische Ozean, mit einer “Meeresgrenze” von 7.400 Kilometern – Strände und nochmals Strände, feinsandig, von ockerfarben bis weiss. Von Ost nach West erreicht das Land in seiner breitesten Ausdehnung 4.300 Kilometer – von Nord nach Süd erstreckt es sich fast bis zur gleichen Länge. Vom 5. Breitengrad unterhalb des Äquators bis zum 30. – das grösste Tropenland der Erde.

nach obenFlora und Fauna

Mit der grössten Regenwaldfläche der Erde: von insgesamt 6 Millionen Quadratkilometern entfallen 60% auf Brasilien. Der Regenwald ist die Heimat von 20% aller Pflanzen und Vogelarten unseres Planeten – 10% aller Säugetierarten – einer unschätzbaren Zahl von Insekten und wahrscheinlich um die 2.000 Arten von Fischen.

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Durch die immergrüne Wildnis zieht der bezüglich seines Wasservolumens mächtigste Fluss unseres Planeten, der Amazonas seine Bahn – mit 7.300 Kilometern auch die längste Wasserstrasse der Welt. Sechsmal so lang wie zum Beispiel der europäische Rhein, von 1.100 nennenswerten Nebenflüssen gespeist – 20 von ihnen ebenfalls länger als der Rhein! Amazonas Reise-Ideen »

Oder die Superlative Pantanal mit dem grössten Feuchtgebiet der Erde – ebenfalls in Brasilien: mit einer Gesamtausdehnung von 240.000 Quadratkilometern (160.000 davon in Brasilien) ist der Pantanal von Mato Grosso das ökologische Sanktuarium Brasiliens – das grösste Reservat beider Amerikas mit einer einzigartigen Artenvielfalt, so gross, wie Holland, Belgien und die Schweiz zusammen!

Papageien

Während der dichte Regenwald des Amazonas die meisten Tiere verbirgt, zeigen sich hier dem erstaunten Besucher Tapire, Wasserschweine, Ameisenbären, Fischotter, Brüllaffen, Ozelots, Pumas und manchmal sogar der Jaguar vor seiner Kamera. Alligatoren und Kaimane, Schildkröten und Leguane, sowie die Anaconda, sieht man regelmässig während eines Ausflugs, und die unzähligen Vogelarten: Reiher, Aras, Tukane und Strausse bieten ein unvergessliches Schauspiel. Pantanal Reisebausteine »

Allein die zahllosen, atemberaubenden Naturschönheiten und Nationalparks Brasiliens sind ein Superlativ für sich! Zu Weltruhm haben es zum Beispiel die im Süden gelegenen Iguaçu-Wasserfälle gebracht – für viele Brasilienbesucher sind sie die grösste Attraktion überhaupt: Inmitten eines 250.000 Hektar grossen Urwaldgebietes stürzen sie mit grossem Getöse über ein hufeisenförmiges Felsenrund von vier Kilometern Ausdehnung – in 20 grossen und über 250 kleineren Fällen, die im Sommer 400 Kubikmeter/Sekunde und im Winter 10.000 Kubikmeter/Sekunde an Wasservolumen in eine Tiefe von 80 Metern schleudern. Brasilien Reise-Ideen »

nach obenArchitektur

Ein von Menschenhand geschaffener XXL-Superlativ ist auch Brasília – die ultramoderne Hauptstadt unseres Landes der Gegensätze. Wenn man in Manaus den Jet besteigt, wird man in wenigen Stunden – wie in einer Zeitmaschine – aus der Steinzeit ins 21. Jahrhundert zurück “gebeamt”. In Brasília, der Stadt vom Reissbrett, mit ihrer futuristischen Architektur eines Oscar Niemeyer, erscheint uns sogar die Gegenwart als überholt.

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Brasiliens Architektur »

nach obenBevölkerung

Es ist zirka 50.000 Jahre her, dass die ersten Menschen über die Behringstrasse in den amerikanischen Kontinent eingewandert sind und ihren langen Weg gen Süden begannen. Von ihnen stammen jene nord- und südamerikanischen Ureinwohner ab, die von Kolumbus irrtümlicherweise als Indianer bezeichnet worden sind.

Ein weiterer Superlativ Brasiliens sind die Nachkommen jener ersten Ureinwohner, wie zum Beispiel die Yanomami, Tukano, Krahô, Baniwa und viele andere im Regenwald des Amazonas, einige von ihnen leben noch wie ehemals in der Steinzeit – die sich weitgehend von unserer suspekten Zivilisation fernhalten, ihre eigene Indianersprache sprechen und innerhalb ihrer traditionellen Sitten und Gebräuche leben.

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Dazu gehören unter anderem die Kalapalo, Kamayurá, Yawalapití, Kayapó, insgesamt 17 Völker im Xingu Nationalpark von Mato Grosso, die sich aber nicht als “touristische Attraktion“ zur Verfügung stellen, sondern sich ihrer eigenen Tradition verpflichtet fühlen – ihr “Fest der Toten” (Kuarup) ist alljährlicher Treffpunkt aller Xingu-Stämme. Indiovölker Brasiliens »

Und die zivilisierten Brasilianer? Die setzen sich aus allen Ethnien und Nationen unserer Erde zusammen. Zum Beispiel aus Menschen, deren afrikanische Vorfahren von den Portugiesen als billige Arbeitssklaven für die Zucker- und Kaffeeplantagen importiert wurden – und andere, die später, nach Abschaffung der Sklaverei, von verschiedenen brasilianischen Potentaten aus den ärmeren Ländern Europas zum gleichen Zweck angeheuert wurden.

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Deutsche und Italiener haben sich in Brasiliens Süden niedergelassen – erstere haben dort mit “Santa Catarina” sogar einen eigenen Bundesstaat gegründet, in dem sie nach ihren alten Traditionen leben, die Italiener haben noch weiter im Süden, unter den eigenwilligen Gaúchos, ideale Bedingungen für den Weinanbau vorgefunden – also blieben sie dort. Vornehmlich Japaner versorgen Brasiliens Metropolen, wie São Paulo, Rio de Janeiro und Belo Horizonte mit Gemüse und Früchten – ohne sie wäre die vielfältige Ernährung der Stadtbevölkerung undenkbar. Syrier, Araber, Juden und Chinesen haben Brasiliens Wirtschaft zu dem aufgebaut, was sie heute ist, und sie haben sie fest im Griff. Wie gesagt, im ganzen Land verstreut finden sich Enklaven, die von Einwanderern aus den unterschiedlichsten Ecken der Welt aufgebaut worden sind. Die Brasilianer »

nach obenSport

Die aus allen Völkern dieser Welt gemischten Brasilianer bringen auch Erfolge im Sport – und zwar auf internationaler Ebene: zum Beispiel im Fussball (dessen Stars wohl in keinem Land so verehrt werden – Kicker-Stars und Fussball-Legenden wie Cafu, Kaká, Roberto Carlos, Robinho, Ronaldinho, Ronaldo, Djalma Santo, Dunga, Garrincha, Leónidas, Nilton Santos, Pelé, Sócrates, Tostão, Váva, Zico und viele viele andere sind unvergessen.

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Grosse Erfolge gibt es auch im Volleyball, im Beach-Volleyball, im Beach-Soccer-Ball (deren Erfinder die Brasilianer sein sollen) – und natürlich reden sie auch mit bei der Formel 1 (Rennfahrer-Legenden, wie Emerson Fittipaldi, Ayrton Senna und Nelson Piquet sind unvergessen. Die neue/alte Generation der Fahrer heissen Felipe Massa, Bruno Senna oder der Veteran Rubens Barrichello. Brasilien und der Sport »

nach obenMusik

Den meisten Ausländern fällt wahrscheinlich die Musik ein, wenn sie mit Brasilien konfrontiert werden: der Bossa Nova, zum Beispiel, der um die ganze Welt gereist ist – Stars wie Caetano Veloso, Gilberto Gil, Maria Bethânia, Gal Costa, Chico Buarque, Tom Jobim und viele andere, sind weit über die Grenzen unseres Landes bekannt geworden. Oder der Samba, erstmals in die Welt getragen von Carmen Miranda – und seine berühmten Interpreten Alcione, Martinho da Vila, Jorge Ben Jor und wie sie alle heissen, haben Shows in der ganzen Welt bestritten.

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Inzwischen macht sogar die brasilianische Volksmusik Música Popular Brasileira (MPB), mit Stars wie Ivete Sangalo, Adriana Calcanhotto u.a. im Ausland von sich reden. Auch in den Musikrichtungen Rock und Pop hat Brasilien sowohl Kompositionen als auch Interpreten hervorgebracht. Haben Sie gewusst, dass Brasilien sogar eine brasilianische Country-Musik kreiert haben – die “Musica-Sertaneja” – die sich zunehmender Beliebtheit erfreut? Oder dass der Initiator von Rock in Rio ein Brasilianer war? Musikgeschichte Brasiliens »

nach obenKarneval

Auch die grösste Show der Welt, Brasiliens Karneval, ist Kultur – ein weiterer Superlativ! Wer noch nie in Rio de Janeiro, São Paulo oder Salvador an ihm teilgenommen hat, der kennt doch die bunten Bilder und mitreissenden Rhythmen aus dem Fernsehen: Tausende und Abertausende frenetisch jubelnde Menschen in bunten Kostümen – tanzen im Rausch des Samba hinter den allegorische Wagen – der Karneval in Brasilien ist eine Industrie. Schauen Sie mal rein, zum Beispiel in die Spitzengruppen (die “Grupos-Especial”) von Rio.

Zum Beispiel Beija-Flor, Mangueira oder die Sieger 2012 Unidos da Tijuca – sie paradieren jedes Jahr im “Sambódromo” von Rio de Janeiro, um dort vor der Jury und Tausenden von Zuschauern um den heiss begehrten ersten Platz, und damit dem Titel des Jahres, zu kämpfen. Oder in São Paulo mit den Grupo Especial wie Vai Vai, Rosas de Ouro u.v.m. Salvador (Bahia) und Recife (Pernambuco) sind empfehlenswerte Orte für denjenigen, der den originellen Strassenkarneval dem der “sophisticated Show” von Rio vorzieht. Hier kann er sich ganz ungezwungen unter die Einheimischen mischen und mit ihnen zum Sound der “Trios Elétricos” Pirouetten drehen, um den Alltag zu vergessen. Karneval News »

nach obenLiteratur

Brasilien ist, das haben wir schon angedeutet, ein multi-kulturelles Land durch seine zahllosen Einwanderer aus den unterschiedlichsten Ecken der Welt. Sie haben alle ihren Teil zur Kultur des Landes beigetragen, sei es durch ihren eigenwilligen Lebensstil, ihr besonderes Wissen oder ihr persönliches Verhalten gegenüber dem Nächsten – sie alle formten das brasilianische Volk. Und aus diesem multi-kulturellen Volk sind Künstler der verschiedensten Genres hervorgegangen – auch in der Literatur und der Poesie, wie zum Beispiel Euclides da Cunha, Carlos Drummond de Andrade, Machado de Assis, Rachel de Queiroz – oder die neueren Datums: Vinicius de Morais, Jorge Amado, João Ubaldo Ribeiro, Paulo Coelho, Fernando Verissimo etc. etc.

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Ein bildender Künstler, wie der behinderte Antônio Francisco Lisboa – besser bekannt unter dem volkstümlichen Namen “Aleijadinho” – hat ganz allein einen Superlativ geschaffen: die meisten Skulpturen der vielen Kathedralen, Kirchen und Kapellen im historischen Teil von Minas Gerais – zum Beispiel in Sabará, Ouro Preto, Mariana, Congonhas do Campo, São João del Rey, Tiradentes und anderen, stammen von diesem begnadeten Barock-Künstler und seinen Schülern. Unter den weltberühmten Malern aus Brasilien fallen einem sofort Aleijadinhos Zeitgenosse Mestre Athayde und der modernere Candido Portinari ein. Brasilianische Literatur »

Brasiliens Wirtschaft hat ebenfalls XXL-Format: sie ist die grösste in ganz Südamerika und steht in der Weltwirtschaft an zehnter Stelle. Aber das Brutto-Inlandsprodukt ist seit 1980 nur gering gewachsen – geringer als in anderen südamerikanischen Ländern. Brasilien besitzt unerschöpfliche und vielfältige, natürliche Ressourcen, die noch nicht einmal alle erforscht oder gar ausgebeutet sind.

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